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Einen kompakten Erpresser-Krimi, der in 24 Stunden seine „Mörderische Verfolgung“ abspult, gab es länger nicht. Das Genre aber ist wohlbekannt – und so kam man schnell wieder auf den Geschmack. Erleichtert wurde einem der Zugang durch eine abwechslungsreiche Besetzung: Katharina Wackernagel als Polizistin – warum nicht?! mehr
„Die Kinder von Blankenese“ folgt einer Gruppe jüdischer Waisenkinder, die aus dem Lager Bergen-Belsen kommend, in einer Villa an der Elbe im Frühjahr 1945 langsam wieder ins Leben zurückfinden. Die Stärke dieses Doku-Dramas liegt in der klaren, fließenden und nicht auf Effekte setzenden Vernetzung der dominierenden Spielszenen mit den Interview-Passagen. Die große Ausstrahlung der Zeitzeugen schlägt wunderbar auf die Figuren durch. Raymond Ley illustriert Geschichte nicht, sondern er erzählt sie. Ein vorbildliches Doku-Drama. mehr
„Meine Schwester und ich“ ist die Film gewordene Frauenzeitschrift. Übersteigerter Narzissmus ist in den Blättern der gehobeneren Sorte ebenso ein Thema wie das „sich aufopfern“, die noch immer beliebteste weibliche Verhaltensstrategie. In dem Degeto-Film werden diese psychologischen Muster dramaturgisch unterfüttert und familientechnisch ins Lot gebracht. Ein Fall für "Brigitte"-Leserinnen. Gut gespielt, stereotyp besetzt. mehr
Petra Winter ist eine Person, die alles besser weiß. Dass sie dabei oft Recht hat, macht sie nicht beliebter – weder beim Kollegium noch bei ihren Schülern. Doch durch den gelungenen Doppelpass mit einem lockeren Hausmeister gewinnt die Lehrerin Lust und Gelassenheit und die Erfahrung, dass preußische Disziplin nicht alles ist... Thekla Carola Wied ist die Ideal-Besetzung. Und Peter Sattmann als sächselnder "Sturmpartner" ist (fast) nicht peinlich. mehr
„Pilgerfahrt nach Padua“ ist ein dezent gruppentherapeutisch angehauchter Reisegruppen-Film – im psychologischen Handgepäck die Lebensgeschichten der Hauptfiguren, die Resolutheit einer Mutter, die nicht loslassen kann, der Schmerz eines viel zu guten Menschen und auf den billigen Plätzen eine Reihe von zumeist gottgläubigen Zeitgenossen, die das Glück heraus fordern wollen. Arg ausgedacht die Story, eine angenehme Der-Weg-ist-das-Ziel-Dramaturgie, durchweg gut besetzt und das Paar Gisela Schneeberger / Herbert Knaup die Krönung! mehr
„Die fremde Familie“ erzählt vom Abenteuer der häuslichen Pflege in den Zeiten der Patchworkfamilie. Wie alle Filme des Dream-Teams Krohmer-Nocke ist dieses Familiendrama ein Ensemble-Stück, bei dem die Interaktion, die Rituale, die Rollenspiele, die Selbstlügen der Figuren die Handlung bestimmen. Oft hat man das Gefühl, mit am Küchentisch zu sitzen, sich den Kopf zu zerbrechen, mitzudiskutieren, zu streiten oder einfach nur da zu sitzen und mitzufühlen. Die Dialoge sind dem Alltag abgelauscht, konzentriert, komprimiert, dazu lebensecht gespielt – bis in den kleinsten Nebensatz, den Kloß im Hals, das Grummeln im Bauch – von fünf großartigen Schauspielern. Spannender kann Realismus nicht sein! mehr
Wie die Großmutter so die Enkelin: schwanger mit 16. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. "Annas Erbe" spielt im Apfelbauern-Milieu. Jutta Speidel gibt ihrer Anna einige Ecken und Kanten mit auf den Weg zum Happy-End. Susanne Schäfer und Anna Hausburg komplettieren das Dreimäderlhaus auf hohem Dramolett-Niveau. Leider sprengt die Story nicht den Degeto-Rahmen. Da ist es nicht allzu weit her mit dem anfänglichen Eigensinn der Figuren. mehr
Eine zu „unerhörte“ Geschichte, um aus ihr einen guten Film zu machen, möchte man meinen. Till Endemann und Don Bohlinger ist es dennoch gelungen. Es ist gelungen, weil sie Position beziehen und doch keine billige Abrechnung liefern. Es wird viel geweint, Ken Duken und Jevgenij Sitochin sind brillant, dieses Doku-Drama geht einem nahe und nach. mehr
„Wir wollten zeigen, was ein Auslandseinsatz im Leben eines Soldaten anrichten kann“, so Regisseur Andreas Senn. Für „menschliche Politik“, die stärker die Perspektive der Betroffenen einnimmt, plädiert Hauptdarsteller Ken Duken, der in seiner Rolle als traumatisierter Kriegsheimkehrer beeindruckt. „Willkommen zuhause“ ist ein diskussionsträchtiger, thematisch längst überfälliger Film. mehr
Aus der Psychiatrie zurück in den Polizeialltag. Die "Irre" ist ein Wahrnehmungs- und Kombinationsgenie. Und Anja Kling ist als Leuchtrakete des Reihen-Pilots „Hannah Mangold & Lucy Palm“ die beste Wahl. Das Konzept ist überzeugend, die Heldinnen sind stark (weil sie auch schwache Momente haben) und der erste Fall, hoffentlich nicht letzte Fall, gerät zu einem hoch spannenden Krimi mit Thrillermomenten. Die Macher: Florian Schwarz und Michael Proehl, einst verantwortlich für den Ausnahme-"Tatort: Weil sie böse sind". mehr
Ein junger Türke wird zum Alptraum einer deutschen Familie. Am Anfang sind es nur die Schuhe, die sich jener Can vom Sprössling der wohlhabenden Laubs „ausleiht“. Doch als der deutsche Vater in der türkischen Familie interveniert, wächst die Wut. Der Film, der 2007 heftige Diskussionen nach sich zog, erzeugt Beklemmung, lässt den Zuschauer zurück mit mehr Fragen als Antworten. Diskreditiert er den wütenden Türken? Züli Aladag betont: Der Stoff habe auch nicht den Anspruch hat, den Türken an sich zu beschreiben. „Der Film begibt sich in ein ganz spezifisches Milieu und zu einer ganz spezifischen Figur.“ mehr
Eine Schule im Schock-Zustand. Eine beliebte Lehrerin wurde von einem Schüler angeschossen. Sie fällt ins Koma. Ausgerechnet eine Lehrerin, die kurz vorm Burn-Out steht, sorgt dafür, dass die Kinder wieder an den Schulalltag herangeführt werden. Für ihr eigenes Seelenheil verdrängt sie die Tat... „Die Lehrerin“ nimmt sich der Traumatisierten an. Die Perspektive des Täters bleibt ausgeblendet, Autorin Laila Stieler verzichtet auf polizeiliche Ermittlungen. Intensiv gespieltes Seelen-Drama mit einer versöhnlichen Note. mehr
Familie kann was Wunderbares sein. Doch da muss erst ein bunter Vogel unbekümmert ins vermeintlich gemachte Nest flattern und die materiell Verwöhnten fröhlich anpieksen und sie von ihrer Wohlstandsschwere erlösen. "Frischer Wind" – das Versprechen wird gehalten. In dem Film von Imogen Kimmel und Gabriele Kreis ist alles besser als in vergleichbaren ARD-Produktionen am Freitag: die Figuren, die Schauspieler, der Lebensstil, die Musik. mehr
Familie kann was Wunderbares sein. Kann! Man muss sich mit dem typisch deutschen Komödien-Gebot, „Das Missverständnis steht über allem“, und mit dem dazu gehörigen klamaukigen Overacting anfreunden und sollte Komödie als „viel Geschrei um nichts“ begreifen – um „Kein Wort zu Papa“ nach Dora Heldts Roman etwas abgewinnen zu können. Das Tempo stimmt in dieser Boulevardkomödie unter freiem (Nordsee-)Himmel, die zwischen vorgestrig altbacken und leicht schräg pendelt. Wie ein Schlager im Filmgewand. mehr
Frau wird betrogen, Mann wird unsichtbar. Während der Beginn ein Versprechen auf ein gewitztes Vergnügen gibt, werden bald die ausgetretenen Pfade der Romantic Comedy beschritten. Das ist zu viel läuterungswilliger Peter Pan & zu viel naive Prinzessin! mehr
Auf den ersten Blick ist Emma der Traum aller Männer. Wäre da nicht ihre kriminelle Neigung und ihr Talent, Unglück anzuziehen. Auch Franz Berger, dem das Bewährungshelfer-Syndrom auf der Stirn steht, erliegt ihr – und es folgt ein Heiden-Chaos. Da haben sich zwei gefunden: Armin Rohde und Anja Kling, denkt man. Doch diese Komödie geht nach hinten los! mehr
Silke Zertz und Martin Gies wählten für ihren Film über ein Scheidungskind bewusst die tragikomische Gangart: „Getrennte Eltern, die behaupten, zwischen sich alles geklärt zu haben, gehen zum Therapeuten, weil sie den Sohn, wie sie selbst sagen, ‚gerecht teilen’ wollen – das ist ein aberwitziges Unterfangen und schreit nach Komödie“, so Gies. mehr
Vier um das sexuelle Wohlbefinden des anderen besorgte Frauen kurz vor der Midlife-Krise - das kommt einem bekannt vor! Zwar ist Berlin nicht New York und eine deutsche Bowling-Kneipe kein Manhattaner In-Lokal, doch die Themen in Hansjörg Thurns TV-Komödie zielen fast ausschließlich "Sex and the City"-like unter die Gürtellinie verhaltensauffälliger Großstädter zur Paarungszeit. Die Hormone spielen verrückt, die Nerven liegen blank. mehr
Bestseller-Autorin nimmt sich aus Promotion-Gründen einen jüngeren Liebhaber. Was nach einer jener überstrapazierten Beziehungskomödien um tolle Frauen und lasche Männer klingt, entpuppt sich als bissige Geschlechter-Satire. Senta Berger gewohnt spielfreudig. mehr
Eine deutsche Kinderpsychologin therapiert ein verwildertes Kind, das aus dem Regenwald geflüchtet ist. Das Gespann Christine Neubauer, Hardy Krüger Jr. und Autor-Regisseur Wolf Gremm machte aus diesem keineswegs schlechten Thema einen miserablen Film. Weshalb in Bildern erzählen, wenn es doch mit Worten so viel einfacher geht! Quatsch-Interaktionen legen sich über Thailand-Bilder, die kaum authentischer wirken als Bilder aus einem botanischen Garten. Man mag – wie Kollegen – „das Plastikpathos“, "die Rührseligkeiten" und die „unabdingbaren Schmonzettengesetze“ bemängeln, die größte Peinlichkeit aber ist die Machart dieser langatmigen Therapiestunde für geistig Minderbemittelte. Eine ungelenke Ikone naiv profaner Heiligkeit trifft auf einem Mimen von David Hasselhoffscher Güte. mehr
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