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“Alpenglühen – Liebe versetzt Berge" ist eine märchenhafte TV-Romanze über eine Almbäuerin, die zum ersten Mal ihr Tal verlässt, und einen Hamburger Fischkopp, dem die unverstellte Tiroler Art das Herz öffnet. Es ist ein Film jenseits von Fernsehwahrscheinlichkeit und Jugendwahn, ein Film, der beweist, dass Schrägheit kein Vorrecht der Jungen ist. mehr
Wie erzieht man seinen Vater? Mit einem brasilianischen Kindermädchen lässt sich da einiges machen. Und mit Caroline Vera kommt nicht nur das weibliche Prinzip zum Tragen, sondern auch der passende dramaturgische Rhythmus und das richtige Taktgefühl, nicht nur beim Tanzen, in den Film von Dietmar Klein. Nur leider ist der Mann im Spiel anfangs ein solch unangenehmer Prototyp, dass einer wie Markus Knüfken diese Figur aus diesem Bild nicht herauszuholen vermag. So bleibt „Glück auf Brasilianisch“ ein oberflächlicher Wohlfühlfilm, dessen Hauptdarstellerin allein den Zuschauer von einem besseren Film träumen lässt. mehr
„Die Schatten, die dich holen“ von Uli Brée und Robert Dornhelm ist ein TV-Movie-liker Fernsehfilm-Thriller, der eine Stunde lang alle Unarten des Genres bedient, bevor er dann die letzte halbe Stunde wendungsreich und spannend durchstartet. Trotz guter Besetzung sorgen die Klischees des Genres dafür, dass man sich als Zuschauer bei dieser Räuberpistole lange ziemlich unterfordert fühlt. Hinzu kommt eine Dramaturgie voller Zufälligkeiten. mehr
Nach acht „Da wo…“-Schmonzetten mit Ex-Skirennläufer und Volksmusik-Blondschopf Hansi Hinterseer stimmt bei „Heimkehr mit Hindernissen“ zumindest der Titel stilistisch. Die Story ist zusammengeklaut aus den Handlungsmotiven der Heimat-Schinken der 50er Jahre. Das G’wand ist moderner hergerichtet – mit fescher Föhnfrisur, Jeans statt Dirndl, Parka statt Janker. Und die Bergrettung bringt etwas Action ins Spiel. Passt scho! mehr
Mark und Lara wollen heiraten. Doch da taucht Tim auf, Laras Ex, ein Mann Marke “alles machbar, alles schaffbar”. Zur Schlüsselszene kommt es auf der Toilette. Der Bräutigam traut seinen Augen nicht: Tims bestes Stück hat eine solche Überlänge, dass nicht nur Marks Selbstbewusstsein gewaltig schrumpft. Ein paar gute Gags, viel klamottiger Leerlauf. mehr
Die erfindungsreichen Pimmel pickeliger Pubertierender setzten neue Maßstäbe. Doch nur an der Kinokasse bewiesen sie Durchhaltevermögen. Im TV ist der Genitalbereich des Mannes eine verbotene Zone. Mit "Das beste Stück" (2002) wurde es kaum weniger verklemmt. mehr
Die Story, schon beim Debüt der beiden Streithähne, eher Vorwand für den vorwitzigen Gedankenaustausch zwischen naivem Gottvertrauen & gesundem Pessimismus, verflacht endgültig und besitzt einen noch geringeren Spannungsfaktor als „Pfarrer Braun“! mehr
Eine Tatort-Phobie macht aus einem Ex-Bullen einen LKA-Aktenpfleger. Doch eine Frau lässt diesen Mann über sich hinaus wachsen... „Der Mann, der alles kann“ ist ein gelungener Versuch, Krimikomödie und Romantic Comedy in eine Heinz-Rühmann-Tonlage zu bringen. Die Komödie übernimmt die Regie, der Krimi ist allenfalls Projektionsfläche für Rollenbilder. Eine filmische Seifenblase, bewegt von Träumen & Wünschen, weniger von Genre-Klischees. Sommerlich frisch inszeniert. Fortsetzung wünschenswert, aber fast unmöglich! mehr
Als ihre Nachbarn 1943 von der SS zur Deportation abgeholt werden, entschließt sich die Jüdin Anna, mit ihrem Sohn in den Untergrund zu gehen. Mit dem Mut der Verzweiflung und mit "stillen Helfern" überleben sie die zweijährige Odyssee durch Berlin. Der Junge ist der Schauspieler Michael Degen. Weil Baier den Menschen näher rückt, die Todesangst in den Gesichtern zeigt, statt Bomben fallen zu lassen, geht einem dieser Film besonders nahe. mehr
Eine Leiche im Beton, ein Kinderschänder, zwei eineiige Zwillinge, eine kichernde Polizistin und zwei Kommissare, die sich gegenseitig verdächtigen. Menschen im Belauerungszustand sind das Herzstück dieses außergewöhnlich guten Provinzkrimis, der so manches Muster des Genres lakonisch zersetzt. Fazit: ein vielschichtiges Buch, eine bis ins kleinste Detail stimmige Regie, gespenstisch sicher agierende Schauspieler, eine beklemmende Atmosphäre, eine ungewöhnliche Musik. „Der Tote in der Mauer“ ist intelligente Fernsehunterhaltung. mehr
Ein Lebenslänglicher ist aus dem Knast ausgebrochen, um sich an einem Kommissar zu rächen. Der laute, hyperaktive Prolet trifft einen Polizisten, der lieber schweigt. Die Handlung klingt nach Krimi – und fühlt sich doch nach Drama an. Die „Äußerlichkeiten“ fallen zunehmend ab – von den Protagonisten, von der Geschichte. Hartmut Schoen lässt alles auf ein Duell hinauslaufen, doch die Erschöpfung lässt die Kontrahenten zu sich selbst kommen. Als parabelhafte Reise ins Ich ist das stimmungsvolle Schauspieler-Stück angelegt. mehr
Können Eltern zu dumm für ihr Kind sein? „In Liebe eine Eins“ ist die Light-Version des preisgekrönten TV-Films "In Sachen Kaminski". Einer alleinerziehenden Mutter wird das Kind genommen, weil ihr IQ mit ihrer Liebe nicht mithalten kann. Anna Loos verkörpert diese Mutter schlicht, warmherzig, als eine Frau, die am liebsten mit den Pflanzen spricht. mehr
Die Glückssuche dieser Aussteigerballade von Gabriela Sperl und Vivian Naefe verstrickt sich nicht in den Untiefen des Melodramatischen. Auch die interkulturellen Klischees, deutsch-pragmatischer Perfektionismus contra afrikanisch-verträumtem Idealismus, werden eher spielerisch in die Geschichte eingebaut. Als Dritte im Bunde überzeugt Jeanette Hain. mehr
„Kein Geist für alle Fälle“ lässt dem Zuschauer viel (Frei-)Zeit. Der Film erzählt in der ersten Stunde wenig zielgerichtet, allein das Genremuster legt die Spur der Geschichte aus. Ein Geist, der nur für das Liebesobjekt sichtbar wird, ist keine abendfüllende Idee. Auch die Intrige um den Toten und die geplante Hochzeit der Heldin tragen kaum über das „Was-sich-
liebt-das-neckt-sich“-Gekaspere hinweg. Ans Herz gehen allein die letzten 30 Minuten. mehr
Eine romantische Komödie mit reichlich Wohlfühl-Momenten, etwas Tiefgang und Screwball-Touch – das ist doch mal was! In „Manche mögen’s glücklich“ trifft Komik auf Liebesbedürfnis, begibt sich das Lachhafte auf Glückssuche, küsst das Genre den Alltag. Die Figuren werden nicht am Gängelband der Romantic-Comedy-Klischees durch die vorhersehbare Handlung geführt. Ursprung allen Wohlgefühls: die charakterstarken Figuren und zwei attraktive Schauspieler zum Gernhaben – Julia Brendler und Stephan Luca. mehr
Vor 17 Jahren war sie von einem italienischen Austauschschüler schwanger und gab das Kind zur Adoption frei. Die Juristin Susanne Jacob übertritt das Gesetz – und nähert sich ihrer Tochter, die nicht weiß, dass sie ein Adoptivkind ist. „Das Haus ihres Vaters“ transportiert einen realen Konflikt ins Emotionale. Die Autoren verzichten, den „Fall“ diskursiv und juristisch aufzudröseln. Konsequent lassen sie die Gefühle den Handlungsverlauf bestimmen. Stark von Sarnau und Stopper gespielt. Ein Degeto-Melo, das Schule machen sollte. mehr
Frau weg, Alkoholfahne und auch auf dem Kommissariat geht es wenig herzlich zu. Der erste Fall vom neuen deutschen Commissario versucht, in den Wunden zu rühren, die der Bürgerkrieg im Ex-Jugoslawien hinterlassen hat. Drei Tote sind zu betrauern, Verrat und Rache sind die treibenden Motive. Triest scheint von „trist“ zu kommen. Es ist Winter an der Adria & man wird auch nur schwer warm mit dem Helden. Das ist nichts für Schönwetter-Regisseur Rothemund, der zu allem Überfluss auch noch das Buch geschrieben hat. mehr
Was 25 Jahre galt, kann doch nicht plötzlich Schnee von gestern sein! „Trau niemals deinem Schwiegervater“ lebt von dieser Überzeugung seines Helden und das TV-Movie kostet diese (tragi)komisch aus. Und bald liegen bei allen die Nerven blank. Schwiegereltern-Lustspiele gab und gibt es viele. Bei dieser Sat-1-Komödie mit Walter Sittler unterhält man sich 90 Minüten köstlich und ohne Reue. Prima Situationskomik, dramaturgisch dicht, Top-Besetzung! mehr
Peter Lohmeyer ist Jan Fabel, ein Mann, der tut, was ein Mann tun muss. Eine markante Bewerbung für eine Reihe geben auch die krimigestählten Lisa Maria Potthoff und Hinnerk Schönemann ab. „Wolfsfährte“ lebt mehr als andere 90-minütige Krimis von Atmosphäre, Rhythmus und den Charakteren. Das ist nicht der fernsehkrimiübliche Dienst nach Vorschrift, das ist Stil an der Waffe – ein guter Mix aus Psychologie, Action und Mythenzauber. mehr
„Viele Tote, keine Quote!“ Ein Krimiserien-Star ohne Rolle scheint von der Rolle zu sein. Fritz Wepper spielt zu seinem Siebzigsten Peter Lindburg, einen Schauspieler, der seine Rollen-Erfahrung als Kommissar in die Realität einbringt und einen Staatsanwalt des Mordes bezichtigt. Launiger, schwungvoller Schmunzelkrimi mit Anleihen an Weppers Krimiserien-Vergangenheit, "Derrick" & "Der Kommissar", und mit einer namhaften Besetzung. mehr
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