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Drei reife Power-Ladys auf dem Weg in die Unabhängigkeit. Doch so ganz ohne Männer geht’s nicht. Vor allem aber schlagen die Herzen der drei Heldinnen der Arbeit für das schöne Sachsen. Da der Zuschauer ähnlich gefangen werden soll vom Charme der Sächsischen Schweiz, hat Ute Willinger die traditionelle Ösi-Romantik zur Ossi-Romantik à la „Wir halten zusammen“ gemodelt, während Dagmar Damek nach Postkartenansichten Ausschau hielt. Die Sächsische Tourismusbranche wird sich freuen über das gediegene Konfektionsstück. mehr
Die menschenunwürdige Behandlung der Insassen eines Seniorenheims gipfelt in der wirkungsvollen Power-Formel der nachtaktiven Oldies: Sie gründen eine Altenheim-Rockband und genießen Sex & Drugs & Rock & Roll. Leicht muss nicht seicht sein. Und Fernsehfilm ist nicht nur Kopfsache. Redakteure und Produzenten sollten sich ein Vorbild nehmen. mehr
Der Städter als Bedrohung einer verschworenen, durch Geheimnisse und materielle Abhängigkeit gekennzeichneten Gemeinschaft, der Wald als magischer Ort, jahrhundertealte Mythen einer Region als Resonanzboden für eine filmische Mystery-Mär – das sind die dramaturgischen Stützpfeiler des Dorfkrimis „Die Toten vom Schwarzwald“. Ansonsten konventionelles Genre-Regelwerk zwischen Spannung, Lächerlichkeit, Geheimnistuerei. mehr
Geschasster Kreativer, Ende 40, macht auf 30, verkleidet sich und will es noch einmal wissen. In der Hoffnung, dass die neue Chefin es nicht kann. Doch sie kann’s – und noch viel mehr... Ein sympathischer Unsympath als Hauptfigur und eine weibliche Vorgesetzte – das riecht nach Liebes- und Läuterungskomödie. „Für immer 30“ bedient sich bei den klassischen Verkleidungskomödien; erinnert fühlt man sich auch an die Settings der Rollentauschkomödien der 80er Jahre. Aber alles in diesem Degeto-Movie ist eben nur „ein bisschen“: ein bisschen komisch, ein bisschen launig, ein bisschen Feel-Good-Movie. mehr
Carla ist 23 und hat noch nie mit einem Mann geschlafen. Sie träumt von der wahren Liebe. Doch weil diese auf sich warten lässt, beschließt die Studentin, sich wach küssen zu lassen. Der Auserwählte ist Arzt und alles andere als ein souveräner Ehebrecher. Die Komödie nach Annegret Helds Roman beginnt schwach, doch dann nimmt der Dialogwitz Fahrt auf. mehr
Eine Wienerin will Urlaub machen, doch der Besitzer des Ferienhauses rückt ihr nicht von der Pelle. Charmant bekocht er sie – da will sie nicht nein sagen. Xaver Schwarzenberger und Autor Gerhard Roth locken den Zuschauer in eine naturverbundene Selbstfindungsgeschichte. Doch ehe man sich versieht, ist man mittendrin in einem typisch österreichischen Psycho-
Thriller der kauzigen Art. Für Fans schwarzer Ösi-Krimikost ein großes Vergnügen! mehr
"Krauses Kur" von Regisseur Bernd Böhlich folgt der Dramaturgie eines (K)Urlaubs: man ärgert sich, man gewöhnt sich an die Ärgernisse, kommt zur Ruhe, schließt Freundschaften oder verliebt sich und verspricht, nächstes Jahr wiederzukommen. Ein nachdenklicher Wohlfühlfilm im Gewand der Heimatkomödie und mit einem höchst skurrilen Ensemble mehr
Eine junge verliebte Frau will Novizin im Kloster werden. Es geht außerdem um die Kunst des Parfümeurs – doch dieses Utta-Danella-Melodram vernebelt einem nur die Sinne, anstatt sie anzuregen. Und schlimmer noch: dieser Film, dessen Stoff die Degeto in der Ramschkiste der Kitsch-Queen fand, verknotet einem das Hirn und verschlägt einem die Sprache. mehr
TV-Psychologin gerät in die Kritik, weil deren Lügen im Namen der Quote von ihrer Tochter öffentlich bloß gestellt wird. Die Vorlage wurde von Wolf Gremm völlig versemmelt. Die Dialoge sind zum Weghören, falsches Pathos klebt an den Konflikten und Christine Neubauer mit der nur ihr eigenen Diktion machen diesen Film zu einem Stilblüten-Schatzkästlein zum Fremdschämen. Da bleibt das Mutter-Tochter-Drama gänzlich auf der Strecke. mehr
Wenn man bereit ist, Max Tidof den Wechsel vom Familien-Ekel zum aufrichtig Liebenden abzunehmen, dann ist der Weg frei für 90 amüsante Minuten mit der vordergründigen, wunderbar hochtourigen Läuterungskomödie "Auf der Suche nach dem G-Punkt"! mehr
Aus einer recht originellen Grund-Idee entstand eine muntere Komödie, die nicht nur die soziale Realität vieler Kleinstädte abbildet und diese Idee gleichzeitig zum Motor eines Komödienmaschinchens umfunktioniert, sondern die auch nebenbei zeigt, wie sich die Politik der leeren Kassen in den Ehebetten niederschlägt. Doch was interessiert schon das fiktive Schicksal eines fiktiven Städtchens, wenn gute Komödianten durch die Szenerie fegen. mehr
Die Besetzung bleibt das einzige Mysterium dieser ARD-Schmonzette. Die Wellen wogen und die Gräser wiegen sich im Wind. Die Figuren agieren seltsam gehemmt, die erwarteten großen Gefühle, die die See bestens bebildern könnte, bleiben aus. Kein Balsam für die Seele. mehr
Ein Bulle saß unschuldig im Knast, jetzt will er Rache. Heino Ferch darf zeigen, weshalb er der deutsche Bruce Willis genannt wird. „Rottmann schlägt zurück“ ist ein Film über ganze Kerle. Ein markiger Ferch, rasante Bilder, schön heruntergekommene Ekel-Locations, cooler Look – der Regisseur Mark Schlichter hat im Fach Cop-Thriller ästhetisch ganze Arbeit geleistet. Nur leider hat der Autor Mark Schlichter keinerlei Sorgfalt walten lassen. mehr
„Ich habe acht Jahre Vorsprung“, sagt die junge Frau, die im Prozess gegen ihren brutalen Freund aussagt. Die acht Jahre sind vorbei. Sie hat sie keinen Vorsprung mehr – nur noch Angst! Dieser packende TV-Film ist mehr als ein Thriller. Autor Norbert Eberlein ("Blackout") ging es auch um die psychologischen Dimensionen: um das Drama einer Frau, die mit den Regeln des Zeugenschutz’ nicht klar kommt. Mächtig präsent: Katharina Wackernagel. mehr
„Lächeln ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen.“ Weil der Held dieses Lächeln nicht hinbekommt und auch sonst fast immer das Falsche sagt und tut, wird das wohl nichts mit der Liebe. In diesem Film um Entmietungsterror und Selbst-Findung im wortwörtlichen Sinne, dessen geschwätzige Exposition Schlimmes erwarten lässt, findet man als Zuschauer langsam, aber umso sicherer, Zugang zur Geschichte und zu den beiden liebenswerten Hauptfiguren. Viel Geschrei um Nichts – und man unterhält sich prächtig dabei. mehr
Eine handvoll Menschen, zurückgeworfen auf sich selbst. In der Ruhe der Natur tritt unter den Teppich Gekehrtes zu Tage. Thomas Arslans "Ferien" ist kein klasisches Familiendrama, wie man es von Fernsehfilmen kennt. Konflikte werden nicht hochgepeitscht, sondern aus gebührender Distanz verfolgt. Ausschnitthaftes Erzählen, dramaturgisches Understatement, ein Spiel wie bei den großen Kino-Realisten dominieren. Erholung für überreizte Sinne. mehr
„Im Brautkleid meiner Schwester“ ist eine märchenhafte Romantic Comedy, die nichts weiter als gut unterhalten will. Zwei Tage vor der Hochzeit muss die Zwillingsschwester beim Bräutigam aushelfen. Im gut getimten Film von Florian Froschmayer schnurrt das Komödien-Maschinchen wie ein Kätzchen – und zwischendurch könnte bei romantisch gestimmten Zuschauern eine Träne auf Reisen gehen. Herzallerliebste Hingucker und Sympathieträger, ein dichtes Buch und ein swingender Soundtrack gipfeln in einem eleganten Happy End. mehr
Wo sich ein Skihase verirrt hat, da sind die Jäger zur Stelle. In „Fünf-Sterne-Kerle inklusive“ ist der Hase eine Verkäuferin, die es über ein Preisausschreiben in ein Winterparadies verschlagen hat. Und die, die zur Hatz rufen, sind vier Männer in den so genannten besten Jahren, nicht aber mit besten Absichten. Läppische Story, gekonnte Inszenierung. mehr
„Für immer daheim“ fühlt sich die Ex-Bankerin Maren Bertram in ihrer alten Heimat. Wenn nur nicht ihr Vater, der Hausherr auf einem verschuldeten Gnadenhof, so ein riesiger Hornochse wäre! Heimatfilm-Zeit in der ARD – ein bisschen ins Moderne gewendet, aber dramaturgisch wohlbekannt: Mit dem Sturkopf-Motiv wird die Handlung zum Happy End geschaukelt. Nichts gegen einen echten Heimatfilm – aber dieser halbherzigen Degeto-Produktion fehlt es an Echtheit, an Bodenständigem, an Glaubwürdigkeit. mehr
Ein degradierter Abteilungsleiter um die 50 und ein jundynamischer Manager im direkten Konkurrenzkampf. Thematisch wildert "Trau niemals deinem Chef" im Pool der Gegenwart, komödientechnisch feiern die 1960er Jahre fröhliche Urständ. Eine überzogene Rhetorik der Missverständnisse und Figuren, die dümmer sind, als die Autorinnen erlauben sollten, macht diese 08/15-Komödie bei Zuschauern unter 50 zu einem Spiel mit der Fernbedienung. mehr
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