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Ein bisschen Rückbesinnung in noch jungen Jahren, etwas Zurück-zu-den-Wurzeln-Stimmung, die Wiederentdeckung der Natürlichkeit, die Kultivierung des Bodenständigen – all das schwingt mit in „Die Schäferin“. In diesem undramatisch erzählten Film von Dagmar Damek mit der bezaubernden Stefanie Stappenbeck geht es außerdem um eine amouröse Wiederbegegnung. Die Story bietet keine Überraschung, erfreulich das Bild der Natur. mehr
Carola Weber saß wegen Republikflucht im DDR-Frauengefängnis Hoheneck. Sie wurde misshandelt. Über 20 Jahre später trifft sie auf ihren größten Peiniger von damals. Wieder hat er die Macht. Es ist eine grausame Ironie des Schicksals, dass das, was man der Heldin damals mit der Verabreichung schwerster Psychopharmaka angetan hat, jetzt zu Lasten ihrer Glaubwürdigkeit geht. „Es ist nie vorbei“ gelingt es, einen politisch-thematischen Diskurs zu führen, und zu zeigen, was diese Erfahrungen psychisch mit einem machen können. mehr
„Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“, heißt es in dem Road-Movie-Melodram, das keines jener Rühstücke der üblen Sorte ist: weil der Film stets versucht, die Befindlichkeiten der Figuren ins Zentrum zu rücken, und weil er Werte und Lebensideale vermittelt, anstatt den Zuschauer allein einem Gefühlssog auszusetzen. Und Wied und Haber sind trotz Krebsthema ein Wohlfühlfilm-Traumpaar. mehr
„Kasimir & Karoline“ ist entstanden nach einem Bühnenstück von Ödön von Horváth, einer Kleine-Leute-Ballade von 1931 um eine Kleine-Leute-Liebe, die in Zeiten der Wirtschaftskrise zum Scheitern verurteilt ist. Die derzeitige Krise macht das Stück thematisch wieder aktuell. Zeitgemäße Dialoge, ein filmisch reizvoller Look und ein frisches Ensemble machen aus dem Film alles andere als einen Theaterfilm. Gigantisch bunt die Kirmes, knallig blau der Himmel – und der Alkoholpegel steigt, genau so wie die Angst. Kleines Budget, große Wirkung! mehr
Eine Frau findet unverhofft ihr Glück, findet Heim und Heimat und einen Mann, der genau sie gesucht hat. Bis zum Happy End verfolgt man ein 90-minütiges dramaturgisches Ärgernis. Außer zwei attraktiven Schauspielern ist hier nichts zu sehen. Allenfalls verrät der Film zwischen den Zeilen noch etwas über den unschätzbaren Wert des Lächelns beim Paarungsverhalten. Schlimmer als der triviale Plot ist die fehlende Erzählökonomie. mehr
„Die letzte Spur – Alexandra 17 Jahre“ beschreibt die Chronologie einer Vermissung. Der Zuschauer wird Zeuge einer aufwendigen Polizeiaktion und erfährt, wie die Familie mit der Situation umgeht. In einem perfekten System aus Andeutungen und Auslassungen, Beobachtungen und Stimmungen, beredten Bildern und knappen Dialogen, aus präziser sinnlicher Informationsvergabe kann sich der Zuschauer in Empathie üben, ohne dass ihm von den Figuren Gefühle aufgeschwatzt oder von der Filmsprache aufgedrängt würden. Ein Film, der sich selbst erzählt – spannend, bestens besetzt, lang, aber nicht zu lang! mehr
Christian Zübert und Hermine Huntgeburth ist eine wunderbare Roman-Adaption gelungen. Der Autor konzentriert sich auf den Konflikt des konfliktscheuen "Pionier Lehmann" und auf die gesellschaftlichen Widersprüche der frühen 80er Jahre. Vortrefflich gelingen ihm der lakonische Grundton und die episodische Erzählweise der Vorlage – über alle Regeln der Dramaturgie hinweg. Die Regisseurin leistet "historisch" ganze Arbeit und Frederick Lau packt sich den von einer vielschichtigen Absurdität durchdrungenen Film auf seine Schultern. Überragender Soundtrack. "Neue Vahr Süd" hat (auf DVD) das Zeug zum Kult-Film! mehr
Da sitzt Ehemann Ludwig kurz vor dem 20. Hochzeitstag, ein blondes, sehr, sehr junges Mädel an seiner Seite, und vis-à-vis Ehefrau Jackie: „Ich würd’s dir gern leicht machen, indem ich zum Beispiel sage, es liege nicht an dir, da bin ich aber ein schlechter Lügner.“ Aus & vorbei und Jackie beginnt frech ein neues Leben. Entwaffnend komisch: Elfi Eschke! mehr
Mit reichlich Handlung, vielen Fragezeichen und zahlreichen Ungereimtheiten wartet das Sat-1-Movie „Die Tänzerin – Lebe deinen Traum“ auf. Die unpräzise Vermarktung (als Thriller sowie als Aufstieg-zum-Ruhm-Story) kommt nicht von ungefähr. Der Film legt einen Eiertanz auf das allerdings gut ausgeleuchtete Parkett zwischen „Fame“ und „Phantom in der Oper“, zwischen Tanz-Leidenschaft, Liebesgeschichte, Krimi und Initiationsstory. Alles ist hier etwas dubios, die Besetzung ist namhaft und das Ganze ist nicht unspannend! mehr
Therese Engel ist eher der bodenständig rationale Typ. Alles im Leben der Ex-Professorin unterliegt der perfekten Planbarkeit. Dumm, dass ihr Mann einmal nicht mitspielt. Also rauscht die Heldin im Cabrio ins Tessin – und macht zum ersten Mal in ihrem Leben etwas Verrücktes, Unüberlegtes. Reichlich bieder die Moral, zusammengeschraubt die Handlung und beziehungspsychologisch wird viel verschenkt. Doch Hörbiger und Sarbacher bringen den letztlich doch überdurchschnittlichen ZDF-Sonntagsfilm charmant über die Runden. mehr
Gevatter Tod sucht die Familie des jugendlichen Helden heim. Wo hört der Zufall auf und wo fängt das Schicksal an? Um diese Frage kreist „Totentanz“, ein moderner Heimatfilm, der eine metaphernreiche Geschichte um Wahrheit(ssuche) und Verdrängung erzählt. mehr
Die Heldin in „Die Hebamme – Auf Leben und Tod“ ist eine Reisende zwischen den Welten und den Zeiten. Zwischen den Autoritäten anno 1813, der Kirche und der Wissenschaft, bleibt Rosa Koelbl eine Fremde. Die Zeit ist noch nicht reif für die Werte, die diese Frau verkörpert. Der Film erzählt eine Geschichte. Er plottet nicht. Das Erzählte lebt durch die Erzählweise. Das Medium heißt nicht umsonst Fern-Sehen. Jo Heims Kameraarbeit ist von einer Präzision und von einer ästhetischen Raffinesse, wie man es lange nicht gesehen hat. Und Brigitte Hobmeier ist eine Offenbarung. Ein Gesicht wie aus jener Zeit. Ein sinnlicher Hochgenuss – und zugleich ein historischer Film, der etwas vermittelt über seine Zeit. mehr
Die schwäbische Provinzgeschichte von der pietistischen Betschwester und dem „liederlichen“ Lebemann aus der großen Stadt ist so weit hergeholt, dass der Film von Olaf Kreinsen von vornherein etwas von der Realität Abgehobenes und Charmant-Künstliches bekommt. Das Drehbuch hat Pepp, die Dialoge Witz, das Paar sprüht vor Spielfreude. mehr
Eine frustrierte Frau bricht aus ihrer unliebsamen Ehe aus. Die Zeit der Trennung wirkt Wunder. Wer würde auch etwas anderes erwartet am Freitagabend in der ARD. Ohne die Schauspieler würde man sofort die Lust verlieren an der vorgestrigen Beziehungskiste! mehr
Eine Kommissarin wird vom Dienst suspendiert und muss ihre krankhafte Eifersucht in einer Klinik behandeln lassen. Danach muss sie dem Amoklauf eines Soldaten nachgehen. Dabei stößt sie auf ein geheimes wissenschaftliches Bundeswehr-Forschungsprojekt. „Fürchte dich nicht“ beginnt ungewöhnlich – und bleibt bis zum starken Finale so undurchschaubar wie viele der Figuren. Der Film ist Thriller, Krimi, Psychodrama & Science-Fiction zugleich. mehr
In jener Nacht im August 1961, in der die Grenzen dicht gemacht werden, sind die ostberliner Kuhlkes auf einer Feier im Westteil der Stadt eingeladen. Sie können nicht in den Osten zurück. Doch dort blieb ihr 14-jähriger Sohn zurück. Die Lage scheint aussichtslos. mehr
Ein glücklicher Ehemann erfährt nach dem Unfalltod seiner Frau, dass sie sich alljährlich im November mit einem anderen Mann getroffen hat. „Der Film kreist um die Frage, ob es nicht die Möglichkeit gibt, wenn man jemanden verloren hat, auch bereichert aus dieser schmerzlichen Situation hervorzugehen“, so Autor Vattrodt. Das Konzept der romantischen Liebe wird gerade gerückt und Burghart Klaußner liefert eine großartige Leistung. mehr
Der Film erzählt von den Bemühungen von Beate und Serge Klarsfeld, den Nazi-Verbrecher Klaus Barbie seiner gerechten Strafe zuzuführen. Laurent Jaoui geht es um die Chronologie der laufenden Ereignisse. Die Klarsfelds werden weder mythologisiert noch psychologisch vertieft. Nicht nur darin erinnert "Hetzjagd" an die Politthriller der 70er Jahre. mehr
Eine Zwölfjährige bekommt eine Ahnung von den schweren Dingen des Lebens. Wenn der MDR mit dem ORF – dann wird meist die Kitsch-Schublade geöffnet. „Die Zeit der Kraniche“ ist die Ausnahme von der Regel. Zwar ist die Moral einfach gehalten, doch das ist die passende Gangart. Silke Zertz hat die Geschichte ganz auf ihre kleine Heldin zugeschnitten. Und Stella Kunkat trägt den Film sicher über alle melodramatischen Fallstricke hinweg. mehr
Was Hormone wollen. Mann und Frau – alles nur eine Frage der Chemie. „Der Mann, den Frauen wollen“ spielt mit dem, was es in Frauen- und Männerzeitschriften so alles im Namen der Wissenschaft über die Liebe als Konkurrenz- und Geschlechterkampf zu lesen gibt: Dominanzgebaren, Balzverhalten, Begehrlichkeitsfaktoren. Und die Moral von der Geschicht’: keine Spielchen in der Liebe nicht! Marco Girnth führt die Komödie, der ein bisschen die "Twists" fehlen, Slapstick-sicher und identifikationsträchtig zum Happy End. mehr
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