collina Filmproduktion präsentiert einen Film von Max Färberböck & Ulrich Limmer
Zieglerfilm präsentiert die Ausnahme-Serie vorab auf DVD
Alle Filmkritiken auf tittelbach.tv alphabetisch sortiert
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Verhuschte Witwe versucht sich als Hotelmanagerin. Christian Pfannenschmidt („Girl Friends“) hat hier alle Klischees des Genres aneinandergereiht. Dass der Handlungsfluss dennoch nicht wie ein Schwarzwälder Bergbach im Sommer dahinplätschert, ist Tiefenbachers feiner Regie und dem durchweg gut besetzten Ensemble zu verdanken. mehr
Das Muster im ARD-Freitagsfilm „Rindvieh à la Carte“ ist zwar arg vorhersehbar, die Details aber sind originell, die Darsteller sehenswert, weil perfekt auf die Rollen hin besetzt, und die Pfalz ist ein schöner Schauplatz, der noch nicht zu Tode gefilmt wurde. Wer's romantisch mag, dem dürfte auch die Bildgestaltung zusagen, die die Landschaft in ein betörendes Licht taucht. Das Bauernhof-Idyll wird sinnlich greifbar & die Chansons erledigen den Rest! mehr
„Meine Schwester und ich“ ist die Film gewordene Frauenzeitschrift. Übersteigerter Narzissmus ist in den Blättern der gehobeneren Sorte ebenso ein Thema wie das „sich aufopfern“, die noch immer beliebteste weibliche Verhaltensstrategie. In dem Degeto-Film werden diese psychologischen Muster dramaturgisch unterfüttert und familientechnisch ins Lot gebracht. Ein Fall für "Brigitte"-Leserinnen. Gut gespielt, stereotyp besetzt. mehr
Anita und Fred sind ein Leben lang zusammen – und plötzlich stellt sich die Frage: „Willst du noch mit mir zusammenbleiben?“ Sie wollen beide, doch einer hat Krebs. „Satte Farben vor Schwarz“ ist weder Depri-Drama noch Anleitung für die letzten, weniger guten Jahre, das Langfilmdebüt von Sophie Heldmann ist ein Film über die Liebe. Die lebensphilosophischen Fragen, die der Film stellt, gehen nicht in (der) Handlung unter, sondern sie stellen sich von Situation zu Situation, von Bild zu Bild. Großartig gespielt, "offen" für den Zuschauer! mehr
Der Sturm-und-Drang-Dichter Lenz lebt am Rande des Wahnsinns. Er will fühlen, will lieben, sich verzehren, will verschmelzen mit der Natur. Er fiebert. Schreiben geht kaum noch. Die Kunst ein Rätsel, die Welt eine Chiffre, die Empfindung der helle Wahn. Für all das findet Regisseur Andreas Morell faszinierende Bilder in seiner sehr freien Büchner-Verfilmung. mehr
Eine handvoll Menschen, zurückgeworfen auf sich selbst. In der Ruhe der Natur tritt unter den Teppich Gekehrtes zu Tage. Thomas Arslans "Ferien" ist kein klasisches Familiendrama, wie man es von Fernsehfilmen kennt. Konflikte werden nicht hochgepeitscht, sondern aus gebührender Distanz verfolgt. Ausschnitthaftes Erzählen, dramaturgisches Understatement, ein Spiel wie bei den großen Kino-Realisten dominieren. Erholung für überreizte Sinne. mehr
Eine erfolgreiche Wissenschaftsjournalistin wird völlig aus der Bahn geworfen, als sie einen Unfall verursacht, bei dem sie eine junge Frau so unglücklich anfährt, dass diese fortan im Rollstuhl sitzt. Das Drama von Nils Willbrandt entwickelt sich mehr und mehr zum Krimi. Im Zentrum, als Täter/Opfer & Identifikationsfigur, sehr überzeugend: Thekla Carola Wied. mehr
Für “Tattoo - Tödliche Zeichen” musste sich Moretti besonders ins Zeug legen. Sechs Meter stürzt er durch einen Schacht in 8° kaltes Wasser und war minutenlang eingeschlossen in einer Art unterirdischem Grab. “Eine Horrorvision von Poescher Güte”, sagt er. In dem TV-Movie spielt der Österreicher einen Spezialtaucher, der bei Vermessungsarbeiten in der Wiener Unter(wasser)welt in eine Katakombe einbricht. Dort glaubt er, einen Schatz entdeckt zu haben. Guter Look, ansehnliche Action, physischer Moretti, hanebüchene Story. mehr
Alle 45 Minuten nimmt sich in Deutschland ein Mensch das Leben. Ein tabuisiertes Thema, auch im Fernsehfilm. „Der letzte schöne Tag“ erzählt davon, was der Selbstmord für die Hinterbliebenen bedeutet. Ein wahrhaftiger Film, der das Erzählte vom Ballast dramaturgischer Wendungen befreit, der davon lebt, dass er den erzählten Zeitrahmen klein hält und sehr genau hinschaut. Er findet eine emotionale Gemengelage vor aus Trauer, Selbstvorwürfen, Ohnmacht, Einsamkeit und Wut. Paradebeispiel für situativen Realismus & kreative Empathie seitens des Zuschauers. Perfektes Buch, überragende Schauspieler, sensible Regie. mehr
„Einfach die Wahrheit“ lag zwei Jahre im Regal. Ein zu brisantes Thema für einen Degeto-Film oder zu oberflächlich für ein solches sogenanntes „brisantes Thema“? Wohl beides. Das Thema Kindesmissbrauch wird in eine uninspirierte Und-dann-und-dann-Dramaturgie eingebunden, die sich nur für die Frage „Ist der beschuldigte Vater ein Pädophiler oder nicht?“ interessiert. Dadurch wird jegliche Vertiefung des Dramas verhindert. Die Figuren bleiben unbedarft und grob gestanzt. Ein Rückfall ins TV-Movie der Neunziger! mehr
Callgirl-Mord führt zwei Jung-Ermittler in das München der Oberen Zehntausend. In "Die Tote ohne Alibi" wird eine Weltstadt ohne Herz gezeigt, in der zwischen Kartellabsprachen und Kungeleien, Blowjobs und Bindungsängsten großes Geld und kühle Berechnung regieren. Interessante Charaktere, gute Besetzung, spannende Konstellationen, die leider nicht ausreichend entwickelt sind. Dem Film fehlt es dramaturgisch an Konzentration. Schade, dass man aus dem Konzept keine Serie, sondern einen 105-Minüter(!) gemacht hat. mehr
Wenn ein Film „Afrika ruft nach dir“ heißt, Erol Sander einen verwitweten Tierarzt spielt, der eine Tierklinik im Herzen des südafrikanischen Nationalparks übernimmt, und Christina Plate eine engagierte Wildhüterin, kann man sich als Zuschauer den Rest denken. Es ist fast schon eine Untertreibung, bei dieser Abenteuer-Romanze von „Vorhersehbarkeit“ zu sprechen. Das Degeto-Movie bietet aber auch Sehenswertes: tolle Tierbilder & gut geführte Filmkinder. mehr
Frankfurt, drei tote Frauen, ein paar Verdächtige, kein Motiv. „Die Braut im Schnee“ ist mehr als ein Psychopathenthriller. Der Film von Lancelot von Naso besitzt wenig klassische Krimihandlung, setzt nicht auf Fakten, sondern auf Atmosphäre. In punkto Ästhetik, Optik und Erzähldichte ist dieser im besten Sinne amerikanisch anmutende Polizeifilm noch besser als die besten Episoden von Lars Beckers Kult-Reihe "Nachtschicht". Gruppen- und Interaktionsszenen sah man hierzulande noch nie so gut in einem TV-Genrefilm. „Die Braut im Schnee“ ist – gemessen am deutschen Standard – ein rhythmisches Wunderwerk. Der Film kommt schnell zur Sache, ist spannend, besitzt klassischen Thrill, nimmt sich aber auch immer wieder Zeit, genau hinzuschauen. Und der physische Ausnahmeschauspieler Matthias Koeberlin als sympathischer Konsensbulle in in seiner bislang überzeugendsten Rolle. mehr
Zwei gedemütigte Frauen wollen sich von einem Gauner-Galan ihr Geld zurückholen. Rache kann süß sein – und eine Rache-Komödie elegant und spielerisch. „Heiratsschwindler küsst man nicht“ ist dagegen nur eine 90-minütige Beleidigung des guten Geschmacks. Dieser Film ist eine Ohrfeige für jeden TV-Dramaturgen, Komödien-Fan, Film-Liebhaber. Dramaturgisch, Komödien-technisch und filmisch ganz unten auf der Messlatte. Selbst Katrin Sass kann nichts retten, sondern allenfalls ihre Rolle ohne Augenrollen über die Runden bringen. mehr
Das Anforderungsprofil einer so genannten Dorfhelferin, die als Mädchen für alles Hof und Familie versorgen muss, und dem einer weiblichen Heldin in einem Fernsehfilm aus dem leichten Fach ist so gut wie deckungsgleich: patent, bodenständig, optimistisch müssen sie sein, nichts darf sie aus der Ruhe bringen, nichts darf sie einschüchtern. Simone Thomalla streift sich Gummistiefel und Latzhose über. Überraschend gut bekommt der Film die verschiedenen Tonlagen, Kinderkram & Krebs, Witz & Warmherzigkeit, in den Griff. mehr
Schauplatz Schokoladenmanufaktur. Eine Harvard-Absolventin, die nicht mal Süßes isst, aber selbst nicht unsüß ist, wird einem Vertriebschef alter Schule vor die Nase gesetzt. „Wie angelt man sich seine Chefin?“ ist eine hübsche Variation einer komödiantisch häufig erprobten Grundidee. Gegen die Zutaten ist nichts einzuwenden, doch die Mischung stimmt nicht ganz. Trotz dramaturgischer Schwächen ein gut besetzter Gute-Laune-Macher. mehr
Gelungener Familienfilm um eine Frau, die zwar zwei pubertierende Kinder alleine erzieht, in Bezug auf Männer aber noch immer nicht erwachsen werden möchte. Immer wenn ihr einer zu nahe kommt, sucht sie das Weite... “Unsere Mama ist halt anders” lebt von Martina Gedeck. Kokett spielt sie die Kleinstadt-Schöne, die sich immer wieder blauäugig auf das Abenteuer Leben einlässt. Leicht und lebensklug. Ein Unterhaltungsfilm-Lichtblick! mehr
Ein lockerer Biker und eine perfekte Kontrollfreak-Mutter kommen sich näher. Er fungierte vor 16 Jahren als Samenspender, heute ist er gar nicht mal so ein übler Vater und als Lover ist er auch nicht zu verachten. Launige, gut besetzte Romantic Comedy, auf deren Geschichte man keinen Gedanken verschwenden sollte. Nette Happy-End-gesteuerte Seifenblase. mehr
Josefine Preuß ist zum zweiten Mal Lotta. Die Altenpflegerin ist jung, frech und sie ist schwanger. Der ZDF-Fernsehfilm „Lotta & die großen Erwartungen“ ist thematisch vielfältiger, vielschichtiger, beziehungsintensiver als der Vorgänger. Lotta ist gereift – und das macht sich auch schauspielerisch gut. Josefine Preuß – frei von Manierismen à la „Türkisch für Anfänger“ und auch in emotionalen Situationen überzeugend – hat den Sprung ins Erwachsenenfach geschafft. Wunderbares Drehbuch, leicht und mit Problemtupfern. mehr
Was wie eine edle, wunderschön altmodische Romanze über zwei aus der Zeit gefallene Individualisten auf dem Weg zur Liebe beginnt, stellt eben diese Liebe, noch bevor sie richtig ausgelebt werden kann, auf den Prüfstand. „Die Auslöschung“ ist ein Film über den Abschied zweier Menschen, über den Verfall und den Fortbestand der Liebe über jenen Verfall hinweg. Kein Alzheimer-Drama eigentlich – doch Brandauers überragendes Spiel, ein Kraftakt der Stille und der Verzweiflung, wird aus Nikolaus Leytners Film in der Erinnerung dann doch ein Alzheimer-Drama machen. Auch nie vergessen wird man Martina Gedecks Gesicht... mehr