Alle Filmkritiken auf tittelbach.tv alphabetisch sortiert
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Seit Jahren ist Lisa Maria Potthoff eine feste, stille Größe in der deutschen Film- und Fernsehlandschaft. Rund 60 Filme drehte sie in den letzten 12 Jahren. Zuletzt sah man sie als taffe Polizistin in „Wolfsfährte“. Unterkühlt gibt sich Potthoff auch als Prostituierte Marchella in Lars Beckers Kult-Reihe „Nachtschicht“. Zwei Filme, in denen sie sich weitgehend ein Lächelverbot auferlegt hat. Aber auch in ihren Komödien mimt sie nicht die Frohnatur. Oft ein wenig valentinesk bleibt sie ernst und lässt den Zuschauer schmunzeln. Im Dezember gibt sie davon eine Kostprobe – in "Zimtstern und Halbmond". Potthoff: "An der Kömödie schätze ich, dass man so präzise arbeiten muss. Wenn die Pointe nicht sitzt, dann sitzt sie nicht." mehr
Ein Ekel ist ermordet worden. Entsprechend viele Tatverdächtige gibt es. Das ungleiche „Tatort“-Duo Wuttke & Thomalla wächst mehr und mehr zusammen. Das überzeugend gespielte Krimi-Drama um gewalttätige Männer und still leidende Frauen zieht seine Stärke aus einer Geschichte und einer Inszenierung, die beklemmend nah bei den Figuren bleibt. mehr
Eine Tatort-Phobie macht aus einem Ex-Bullen einen LKA-Aktenpfleger. Doch eine Frau lässt diesen Mann über sich hinaus wachsen... „Der Mann, der alles kann“ ist ein gelungener Versuch, Krimikomödie und Romantic Comedy in eine Heinz-Rühmann-Tonlage zu bringen. Die Komödie übernimmt die Regie, der Krimi ist allenfalls Projektionsfläche für Rollenbilder. Eine filmische Seifenblase, bewegt von Träumen & Wünschen, weniger von Genre-Klischees. Sommerlich frisch inszeniert. Fortsetzung wünschenswert, aber fast unmöglich! mehr
Als ihre Nachbarn 1943 von der SS zur Deportation abgeholt werden, entschließt sich die Jüdin Anna, mit ihrem Sohn in den Untergrund zu gehen. Mit dem Mut der Verzweiflung und mit "stillen Helfern" überleben sie die zweijährige Odyssee durch Berlin. Der Junge ist der Schauspieler Michael Degen. Weil Baier den Menschen näher rückt, die Todesangst in den Gesichtern zeigt, statt Bomben fallen zu lassen, geht einem dieser Film besonders nahe. mehr
Eine Leiche im Beton, ein Kinderschänder, zwei eineiige Zwillinge, eine kichernde Polizistin und zwei Kommissare, die sich gegenseitig verdächtigen. Menschen im Belauerungszustand sind das Herzstück dieses außergewöhnlich guten Provinzkrimis, der so manches Muster des Genres lakonisch zersetzt. Fazit: ein vielschichtiges Buch, eine bis ins kleinste Detail stimmige Regie, gespenstisch sicher agierende Schauspieler, eine beklemmende Atmosphäre, eine ungewöhnliche Musik. „Der Tote in der Mauer“ ist intelligente Fernsehunterhaltung. mehr
Ein Lebenslänglicher ist aus dem Knast ausgebrochen, um sich an einem Kommissar zu rächen. Der laute, hyperaktive Prolet trifft einen Polizisten, der lieber schweigt. Die Handlung klingt nach Krimi – und fühlt sich doch nach Drama an. Die „Äußerlichkeiten“ fallen zunehmend ab – von den Protagonisten, von der Geschichte. Hartmut Schoen lässt alles auf ein Duell hinauslaufen, doch die Erschöpfung lässt die Kontrahenten zu sich selbst kommen. Als parabelhafte Reise ins Ich ist das stimmungsvolle Schauspieler-Stück angelegt. mehr
Ein Haus in der Pampa wird zum Projekt eines Sommers, zum Hoffnungsträger für die Beziehung eines großstadtflüchtigen Paars. Leicht, ironisch und beiläufig ist die Erzählhaltung dieses wunderbar gespielten, kleinen Beziehungsfilms. Die Haltungen der thirtysomethings anno 2008 bleiben im Vagen, im Spielerischen. Sehr frei nach Goethes „Wahlverwandtschaften“. Wunderbar gespielt, luftig gefilmt im Stil der Berliner Schule. mehr
Können Eltern zu dumm für ihr Kind sein? „In Liebe eine Eins“ ist die Light-Version des preisgekrönten TV-Films "In Sachen Kaminski". Einer alleinerziehenden Mutter wird das Kind genommen, weil ihr IQ mit ihrer Liebe nicht mithalten kann. Anna Loos verkörpert diese Mutter schlicht, warmherzig, als eine Frau, die am liebsten mit den Pflanzen spricht. mehr
„Er war ein guter Mensch und ein toller Arzt“, schwärmt die Sprechstundenhilfe von Dr. Kugler. Doch warum musste er sterben? Handelt es sich tatsächlich um einen Raubmord? Medikamente und Blanco-Rezepte gegen ein Menschenleben? Oder stand der Arzt dem Glück und den lukrativeren Geschäftsideen seiner Frau und seines Kompagnons im Weg? mehr
Einen ziemlich konstruierten, handlungsintensiven Fall aus dem Musik-Business haben sich die Krimi-Routiniers Leo P. Ard und Birgit Grosz ausgedacht. Zwei Morde, ein versuchter Mord, ein Staatsbeamter unter dringendem Tatverdacht und das gesamte „starke Team“ kurz vor der Suspendierung – das riecht verdächtig nach Klischee, aber auch fast schon nach einem augenzwinkernden Kommentar zum Genre. Solide Samstagabend-Krimiunterhaltung. mehr
Im Programm sind filmhistorisch relevante Kinofilme leicht zu übersehen. tittelbach.tv präsentiert deshalb jeden Monat die Alltime Classics, Filme, die traditionelle Filmgeschichte geschrieben oder die cool und kultig die Popkulturgeschichte maßgeblich geprägt haben.
Die erste Hälfte Februar kommt uns frankophil: Melville, eine Truffaut-Reihe auf Arte, Chabrol, Blier, "Lohn der Angst". Zweimal Scarlett Johansson und Hildegard Knef, Marianne Faithfull im PopArt-Kultfilm "Nackt unter Leder" (OT: "Girl on a Motorcycle"). Außerdem gibt es "Metropolis", "Spur der Steine" sowie den Film-Noir-Klassiker "Goldenes Gift" (OT: "Out of the Past") & Fords Überwestern "Der schwarze Falke" (OT: "The Searchers"). mehr
„Der Fall Lisa Murnau“ (1971) ist der erste „Polizeiruf 110“ des DDR-Fernsehens. Dramaturgisch und filmisch näher an "Stahlnetz" (ab 1958) als am "Tatort" (ab 1970). Die Reihe sollte sich mit den inneren Konflikten der sozialistischen Gesellschaft in unterhaltsamer Form auseinanderzusetzen. Der bedächtige, berichtende Erzählstil und die altväterliche Ermittlungsweise sind heute nicht mehr dazu angetan, den Film als Krimi zu goutieren. Als politisches & fernsehhistorisches Dokument indes ist der "Polizeiruf" von hohem Wert. mehr
Zurück aus Finsdorf bekommt Stromberg wieder Oberwasser und bald sitzt "Papa" sogar auf dem Chefsessel. Doch es ist kein Zuckerschlecken „da oben“, also hält Stromberg Kontakt nach „unten“. Neue Positionen – und doch alles angenehm beim Alten. Man wird sofort willkommen geheißen im Kindergarten Capitol. Und Stromberg ist Stromberg: unverschämt, unzufrieden, übergriffig. Zur Serien-Machart sagt Herbst: „Sie vereint alles: Komödiantisches, Tragisches, Lautes, Leises, Übertriebenes, Unterspieltes, Offenes, Geheimes." mehr
Ein vierjähriger Junge wird ermordet aufgefunden. “Wie geht die Gesellschaft mit ihren Kindern um?”, fragt sich dieser "Tatort". Alkoholisierte Eltern, Sex vor den Augen von Kindern, ein kranker Porno-Maniac als Nachbar, Hörigkeit, Eifersucht sind die Antwort. mehr
Der Aufschwung Ost lässt auf sich warten in Brandenburg. „Dettmanns weite Welt“ ist der dritte „Polizeiruf“, der in und um Wustermark spielt und auf vertrautes Personal baut. 1994 traten Lansky und Kollege Dettmann zum ersten Mal in Aktion und bekamen dafür den Grimme-Preis. Wieder ist Bernd Böhlich am Start; wieder bleibt die große Kohle aus. mehr
Die Glückssuche dieser Aussteigerballade von Gabriela Sperl und Vivian Naefe verstrickt sich nicht in den Untiefen des Melodramatischen. Auch die interkulturellen Klischees, deutsch-pragmatischer Perfektionismus contra afrikanisch-verträumtem Idealismus, werden eher spielerisch in die Geschichte eingebaut. Als Dritte im Bunde überzeugt Jeanette Hain. mehr
„Kein Geist für alle Fälle“ lässt dem Zuschauer viel (Frei-)Zeit. Der Film erzählt in der ersten Stunde wenig zielgerichtet, allein das Genremuster legt die Spur der Geschichte aus. Ein Geist, der nur für das Liebesobjekt sichtbar wird, ist keine abendfüllende Idee. Auch die Intrige um den Toten und die geplante Hochzeit der Heldin tragen kaum über das „Was-sich-
liebt-das-neckt-sich“-Gekaspere hinweg. Ans Herz gehen allein die letzten 30 Minuten. mehr
„Grabenkämpfe“ ist ein klassischer Whodunit. Allerdings legen die üblichen Verdächtigen in diesem „Tatort“ eine solche Harmlosigkeit an den Tag oder brüllen so laut, dass man nicht glauben kann, sie könnten auch beißen. Launiger Wohlfühlkrimi, der das Sympathie-Potenzial seiner Kommissare voll ausschöpft – die Möglichkeiten des Krimis nicht. Der Fall besitzt nur wenig innere Logik, der Film folgt der äußeren Logik des Rätsels, eines Rätsels für den Zuschauer. Die Drehbuchautoren als Strippenzieher auf dem Versatzstücke-Bahnhof. mehr
Eine romantische Komödie mit reichlich Wohlfühl-Momenten, etwas Tiefgang und Screwball-Touch – das ist doch mal was! In „Manche mögen’s glücklich“ trifft Komik auf Liebesbedürfnis, begibt sich das Lachhafte auf Glückssuche, küsst das Genre den Alltag. Die Figuren werden nicht am Gängelband der Romantic-Comedy-Klischees durch die vorhersehbare Handlung geführt. Ursprung allen Wohlgefühls: die charakterstarken Figuren und zwei attraktive Schauspieler zum Gernhaben – Julia Brendler und Stephan Luca. mehr
Krimi, Krimi über alles – heißt es ausgerechnet im Karnevalsmonat. Selten so viele gute "Tatorte" am Stück, auch beim "Polizeiruf" in Rostock geht es mächtig zur Sache. Das ZDF startet mit Montags-Krimidramen, "Mord in Ludwigslust" und "Vater Mutter Mörder", bevor es mit einem ausgesprochen sehenswerten Polizeifilm der eigenen Reihe "Nachtschicht" Konkurrenz macht: "Die Braut im Schnee". Zum Lachen gibt es wenig im Februar: "Im Brautkleid meiner Schwester" (Sat 1) kann sich zumindest sehen lassen. Beim Bällchensender macht sich auch noch Alexandra Neldel auf den Weg für "Die Rache der Wanderhure". Zwei kleine Kino-Koproduktionen und drei Serien runden das gelungene (Krimi-)Angebot ab. mehr
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