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Peter Heiland ist ein ungewöhnlicher Polizist, „einer, den man unterschätzt, einer, der nicht ständig mit breiter Brust durchs Leben läuft“, charakterisiert ihn sein Darsteller Fabian Busch. Der Krimi nach dem Roman von Felix Huby, der auch das Drehbuch schrieb, verrät gleich zu Beginn den Täter. Eine recht gelungene Krimivariante, bei der die Motivsuche ins Zentrum rückt. Zwischen knallhart und leichtfüßig – dafür ist Regisseur Stelzer der Richtige! mehr
Das Label „Heiter bis tödlich“ ist nun in NRW angekommen, im fiktiven Örtchen Büdringhausen. In „Henker und Richter“ begleitet der Zuschauer ein illustres Ensemble ins kleinste Amtsgericht Westfalens. Eine junge, ehrgeizige Staatsanwältin bringt frischen Wind in den Männerverein. Die Serie und ihre Protagonisten kommen schnell zur Sache, obwohl das Ambiente insgesamt eher gemütlich ist. Die originellsten Zwischentöne ergeben sich aus der Enge der Kleinstadt, dem Jeder-kennt-jeden-Prinzip – aber auch die eigensinnige Großmutter sorgt für Abwechslung. Gut routiniert geschrieben, flott inszeniert, bestens besetzt. mehr
Sie waren beste Freundinnen während der Schulzeit, doch seit dem Abitur hatten sie kaum noch Kontakt untereinander. Jetzt ist eine der vier Frauen um die 30 tot. Der 47. Fall vom „Starken Team“ liefert grundsolide Krimi-Unterhaltung. Abwechslungsreiches Mörderraten für die weniger gehobenen Ansprüche. Die Grundlagen dafür bietet ein klar strukturiertes, gut verständliches Buch mit überschaubarer, nicht allzu komplizierter Figurenkonstellation. mehr
Gegen einen Film, der vom Versuch erzählt, sich nach vielen Enttäuschungen wieder einzulassen auf die Liebe, und der dabei nicht nach den überstrapazierten Regeln der Romantic Comedy verfährt, ist nichts einzuwenden. Doch „Schlaflos in Oldenburg“ bekommt die Kurve zum ernsthaften Liebesfilm nicht. Und auch als Komödie funktioniert der Film nur bedingt. Trotz Suzanne von Borsody, Hannes Jaenicke und trotz "Eyecatcher" Erika Marozsàn! mehr
Anstatt in die Geschäftsführung einzusteigen, muss sich eine Unternehmertochter am Fließband abrackern. „Für kein Geld der Welt“ spielt die Vielzahl seiner Konflikte nicht aus und bevorzugt die Degeto-Plätscher-Dramaturgie ohne Genrezuordnung. Dennoch hat der Film Charme. Es sind die Kleinteile, die diesen filmischen Hochglanzschlitten um eine Automobil-Traditionsfirma solide rollen lassen. Durch die gute Besetzung bekommt diese ausgedachte Geschichte ein Höchstmaß an Glaubwürdigkeit und situativer Emotionalität. mehr
Sie ist weg, Maria, dieses bezaubernde Wesen, das Liebe und Leidenschaft wollte. Franz und David, beide waren „so etwas wie ihr Freund“, machen sich auf die Suche nach ihr – bis nach Dänemark. Und ins eigene Gefühlsleben. „Cindy liebt mich nicht“ entwickelt eine ästhetische Sogkraft und beziehungsphilosophische Evidenz, der man sich nicht entziehen kann. Marias Psyche spiegelt ein zeitgenössisches Phänomen: Liebe, verortet zwischen Tauschhandel und Narzissmus. „Maria ist die perfekte Projektionsfläche, sie ist austauschbar, genau wie die Männer, die sich mit ihr zusammen wähnen“, bilanziert die Regisseurin. mehr
Ein querschnittsgelähmter Zyniker und sein Zivi haben ein gemeinsames Objekt des Begehrens: die Cellistin Annika. Drei junge Menschen begegnen sich, suchen Freiheit – und holen sich etwas Romantik in den gleichförmigen Alltag. „Renn, wenn du kannst“ von Dietrich Brüggemann, der das dialogstarke Drehbuch mit seiner Schwester und Hauptdarstellerin Anna Brüggemann geschrieben hat, ist kein Sozialdrama alter Schule. Dieser kleine Kinofilm ist frisches, junges Kino, physisch realistisch, irreal und poetisch zugleich, auf den Spuren von Truffauts „Jules und Jim“ und dann doch wieder ganz anders! mehr
Mit „Hubert und Staller“ geht die zweite Krimiserie mit regionaler Färbung auf dem Vorabendsendeplatz im Ersten an den Start. Die komödiantische Note wird hier noch deutlicher und vor allem überzeugender in den Vordergrund gerückt als in der Auftaktserie „Nordisch herb“. Im Mittelpunkt stehen zwei bayerischen Streifenpolizisten, die kein Fettnäpfchen auslassen. Gutes Gebrauchsfernsehen, mehr Komödie als Krimi, bestens besetzt, locker und launig – und immer wieder mit leicht schrägen Dialogen gewürzt. mehr
Das organisierte Verbrechen im Fadenkreuz des LKA Berlin. Opfer und Täter, korrekte und korrupte Gesetzeshüter treffen auf die Härte sich gegenseitig bekriegender russischer Mafia-Banden, slawisches Neureichentum stößt auf die naiven Träume ukrainischer Mädchen. Rolf Basedows Geschichten besitzen eine „Seele“ und das Drehbuch eine Qualität, die sich sowohl in brillant erzählten Details als auch in großen Bögen widerspiegelt. Der klassische Polizeifilm wird veredelt durch eine ausgeklügelte multiperspektivische Dramaturgie. Dominik Grafs in jeder Hinsicht überragende Mini-Serie versöhnt Genre-Tradition mit Serien-Moderne. mehr
Die Frau wurde unter Strahlung gesetzt. Ein Komplott auf höchster Ebene. „Strahlende Zukunft“ wirft zwar Fragen auf, wie die nach den Nebenwirkungen der Handy-Strahlung, der Film vermeidet es aber, sich in thematischen Ungereimtheiten zu verstricken oder sich zu vorschnellen Thesen hinreißen zu lassen. Autor Jeltsch bündelt den sozialen Sprengstoff und nutzt ihn für die i-Tüpfelchen innerhalb eines gut gebauten und dicht erzählten Krimis. mehr
Ein Steuerfahnder mit der Lizenz zum Erbsenzählen hat sich in der Autowerkstatt des Gatten von Obermaier eingenistet. Da gerät der Mord an einem alphornblasenden Finanzbeamten fast in den Hintergrund. Der „Polizeiruf 110 – Die Prüfung“ von Eoin Moore ist mehr Komödie als Krimi. Auch mit schrägen Witz sind Edgar Selge und Michaela May eine Klasse für sich. mehr
Für das eigene Modegeschäft, fehlt ihr noch das nötige Kleingeld. Also tut sie das, was sie immer schon gut konnte: die Männerwelt abzocken. Doch die feinen Berliner Herren sind auch nicht mehr das, was sie vorgeben zu sein. Originelle Komödie mit Lubitsch-Touch mehr
Drei junge Muslime im Berliner Großstadt-Dschungel zwischen Moschee und Disco, zwischen Polizeieinsatz und Großküche. Burhan Qurbani geht es in seinem Debütfilm vor allem um die Konfliktlagen junger Muslime, die mit der westlichen Kultur in Widerspruch geraten, weniger um die Sinnlichkeit des Geschichtenerzählens. Kammerspielhaft, konzentriert, mit Hang zum Überdeutlichen. Als Diskussionsgrundlage (beispielsweise für Schulen) ist Qurbanis Diskurs über Integration, Identität und Islam durchaus geeignet. mehr
Attraktive, übermotivierte Nachwuchsdesignerin sieht über Nacht aus wie ihre Großmutter! Was hätte man da nicht alles erzählen können. Doch dem Autor fiel nichts dazu ein. Die Geschichte basiert einzig und allein auf der arbeitsmoralischen Läuterung der arbeitssüchtigen Hauptfigur. Aus den Themenkomplexen Alter, Generationenfrage, Lebenstempo, Firmen(personal)politik und Menschenwürde auch noch mit 70 wird so gar nichts für die Story herausgeholt. Weshalb sollte man sich also eine greise Yvonne Catterfeld antun?! mehr
Ein Husumer Platzhirsch und eine toughe Berlinerin ermitteln in der nordfriesischen Pampa. "Nordisch herb" ist der Auftakt der neuesten Programmreform des ARD-Vorabends. Ein leichtes Schmunzelkrimi-Format für die geneigte Zielgruppe – sprich: Zuschauer ab 40, die mit ansprechend gemachtem, anspruchslosem Gebrauchsfernsehen die Zeit vor der „Tagesschau“ überbrücken wollen. Mehr "Familien"-Serie als Krimi. Immer dienstags. mehr
Danni Lowinski ist wieder da. Noch weiter unten – emotional, existentiell, sexuell, prinzipiell. Sie hat Steuerschulden und steht bald in der Schuld ihres Ex'. Die ersten beiden Folgen der dritten Staffel von „Danni Lowinski“ wagen sich noch einen Schritt weiter in Richtung Hartz IV. Annette Frier jongliert durch die Stimmungslagen, dass es eine Freude ist. Die Phoenix-Serie ist mindestens so gut erzählt wie ein Sat-1-TV-Movie. Auch der Look stimmt. Es lohnt sich, gute Regisseure wie Uwe Janson oder Richard Huber zu verpflichten! mehr
Leroy liest Goethe, spielt Cello und ist schwarz. Dummerweise liebt er ein Mädchen, dessen fünf Neonazi-Brüder ihn gar nicht mögen. Doch dann stößt Leroy auf die magische Kraft seiner angloafrikanischer Vorfahren: ein bisschen Shaft, etwas Malcolm X und Martin Luther King! Sympathischer Jugendfilm mit kleinen Schwächen & fettem Soundtrack. mehr
Wolfgang Kohlund als Hotelier und Lichtgestalt für Touristen, die ihre Probleme mit in den Urlaub bringen. Dieser Mix aus Trivial-TV-Roman, Naturfilm und seriellen Bausteinen ist für diejenigen gedacht, die sich einen Urlaub auf den Malediven nicht leisten können und denen es nichts ausmacht, dass die Naturbilder von Reißbrett-Geschichtchen flankiert werden. mehr
Mick Brisgau will für "seine" Tanja mitdenken, doch die denkt gar nicht daran, sich bevormunden zu lassen. Auch im Privatleben der lieben Kollegen tut sich was und auf dem Revier ist Stühlerücken angesagt. Und stellt sich "Der letzte Bulle" auch zunehmend besser auf das Jahr 2012 ein, wird sein emotionales Verhalten vielschichtiger und scheint er mit den flapsigen Sprüchen vorsichtiger zu sein (oder ist den Autoren weniger eingefallen?), so ist er auch in Staffel 3 ein tougher Typ, der mit dem Bauch denkt und mit den Fäusten spricht. Und Henning Baum verschmilzt mit der Figur zur perfekten deutschen Serien-Schöpfung. mehr
Ein Kommissar, der dem Tod seiner Geliebten, Typ Lulu, mit der Ex-Geliebten nachgeht und bald selbst unter Verdacht gerät – das ist Ausgangspunkt einer gelungenen Dorfkrimi-Variation. „Mord in Ludwigslust“ ist ein gelungener, klassisch klug und doch abwechslungsreich erzählter, bisweilen leicht schräger Krimi-Thriller, reich an Wendungen, versehen mit Rückblenden, nicht zu verschachtelt, nicht zu konstruiert. Die Besetzung ausgezeichnet. Am Ende dann doch mehr Krimi als deutsch-deutsches Drama? mehr
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