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Ein toter Tankstellenbesitzer, eine schizophrene Frau, eine überforderte Familie und zwei nicht weniger überforderte Kommissare. Auch manch Zuschauer wird sich wundern – über diese Frau, die im Chaos ihrer ungeordneten Eindrücke zu ertrinken droht. Ist sie Augenzeuge des Mordes? Wenn sie nur nicht so chiffriert reden würde! Passend zum „Milieu“, zum Thema, sorgt auch die Darstellungsweise für einiges Befremden. Ungewohnte Perspektiven, seltsam kadrierte Bilder, eine überaus bemerkenswerte Filmmusik. Faszinierendes Krimi-Drama! mehr
Krankheit, Liebe, Eifersucht – eine eigenwillige Pflegerin heuert bei einer wohlhabenden, nicht weniger eigenwilligen, älteren Dame und ihre Familie an. Schausplatz: das malerische New Yorker Hudson Valley. „Diagnose Liebe“ ist eine in sich stimmige, flüssig erzählte Romanze. Autor Timo Berndt, erfahren im Spannungsfach, weiß die Vorlage dramaturgisch zu nutzen. Günther Maria Halmer und Maresa Hörbiger veredeln noch die banalste Szene und auch Fiona Coors und Thomas Unger sind ein recht überzeugendes modernes Romantik-Paar. mehr
Ein degradierter Abteilungsleiter um die 50 und ein jundynamischer Manager im direkten Konkurrenzkampf. Thematisch wildert "Trau niemals deinem Chef" im Pool der Gegenwart, komödientechnisch feiern die 1960er Jahre fröhliche Urständ. Eine überzogene Rhetorik der Missverständnisse und Figuren, die dümmer sind, als die Autorinnen erlauben sollten, macht diese 08/15-Komödie bei Zuschauern unter 50 zu einem Spiel mit der Fernbedienung. mehr
Zum „Tatort“-Jubiläum gibt es zwei neue Kommissare: Die öffentliche Frau Thomalla und der Theaterstar Wuttke sind ein interessantes Paar, die Chemie stimmt & die Marketingabteilung der ARD dürfte zufrieden sein. Der erste Fall ist aber ziemlich durchschnittlich geraten. mehr
“Wir erzählen weiterhin psychologische Geschichten, die auf dem Land spielen”, betont Redakteurin Ziesche. “Braut in Schwarz” ist einer jener Ein-Dorf-schmiedet-einen-Komplott-
Krimis mit vielen Verdächtigen, bei dem ein Unschuldiger auf der Strecke bleibt. mehr
Ein Ehepaar steht kurz vor der Adoption eines chilenischen Waisenkindes. Doch plötzlich schweben die Kinder des Waisenhauses in Lebensgefahr. Ein Fall für Christine Neubauer. "Wie ein Stern am Himmel" bemüht alle Klischees des Genres, vor allem aber ist der Film unterirdisch in seiner Machart und das Drehbuch wurde offenbar nie redigiert. mehr
Im Schatten eines 30 Jahre alten Verbrechens wächst ein neues heran... Wer bin ich? Wo stehe ich? Was soll das alles? Kafkas düstere Weltsicht trifft auf Bella Block, die Kommissarin mit der philosophischen Note, und ein Gymnasiast arbeitet an einer tödlichen Text-Exegese. „Der Fahrgast und das Mädchen“ besticht durch ein hohes Spannungspotenzial. Mal resultiert es aus der Zusammenführung des alten mit dem neuen Fall. Mal sind es die intensiven Einzelszenen, die einen in den Bann ziehen. Gutes Drehbuch mit kleinen Ungereimtheiten, hochkonzentrierte Schauspieler, stimmungsvolle Inszenierung, süffiger Erzählfluss. mehr
“Nach “Wie angelt man sich einen Millionär” und “Ein Millionär zum Frühstück” hat Sophie Schütt in ihrem neuen Sat-1-Movie nicht das Bankkonto ihres Traummmannes im Visier. Sie schwebt 90 Minuten wie auf Wolken durch das idyllische Kleinstadt-Ambiente von Lüneburg. “Traumprinz in Farbe” ist eine kleine, unaufdringliche, romantische TV-Komödie. mehr
Ein blauäugiger Betriebsrat gerät in die Mühlen der Macht und verliert seine Ideale. Der Film von Elmar Fischer, angelehnt an Korruptionsaffären in deutschen Betrieben, verpackt die Geschichte vom wackeren Vorarbeiter als spannenden Thriller. Dass aus diesem "Dschungel" keiner sauber rauskommt, ahnt man als Zuschauer von Beginn an. Dass die Macher keine einfachen Lösungen in Form eines Genre-Happy-Ends anbieten, macht "Im Dschungel" zu einem packenden Stück realistischen Fernsehens. Ein Film, der zeigt, statt zu erklären. mehr
In der ARD-Reihe wird das Rechtswesen den Gesetzen der Humanität unterzogen. Die Themen, die im kleinstädtisch-klerikalen Fulda zur Verhandlung kommen, sind auch in „Sein oder Nichtsein“ nicht ganz unrelevant. Weniger intelligent ist das Gewand, in dem das alles präsentiert wird: diese unverbindliche Serien-Aufgeräumtheit, dieses ausgestellte Jonglieren mit bildungsbürgerlichem Kulturgut, diese auf quietschfidel getunte Musikdramaturgie. mehr
Ein 16-Jähriger hat drei Menschen erschossen. Kein „Problemjugendlicher“, sondern ein geliebtes Kind. Die Mutter hält zu ihm, der Vater schwankt, sucht nach Erklärungen und drückt sich damit vor der zentralen Frage des Films: Kann man den eigenen Sohn, der zum Mörder geworden ist, noch lieben? Niki Steins „Vater Mutter Mörder“ mit seiner klaren moralischen Rollenverteilung ist als Diskussionsstück angelegt. Als Film überzeugt die ZDF-Produktion nur begrenzt. Psychologisch geht es nicht ans Eingemachte. Das harte Thema wird dramaturgisch weich gekocht. Pech, dass es bessere ARD-Dramen gibt! mehr
Borowski hat einen Einsatz in der Wildnis Finnlands. Wenn es mythisch wurde, lief Borowski schon immer zur Höchstform auf. In diesem letzten "Tatort" von Hannu Salonen sind es 6000 Quadratkilometer Wald, mit denen er es aufnehmen muss. Viele Touristen seien hier schon verschwunden, heißt es – kurz darauf steht der deutsche Beamte allein im Wald und sitzt mit einem Serienmörder am Lagerfeuer. Melancholischer Abschied von Maren Eggert. mehr
1980, Teenager Tobias, ein bedingungsloser Beatles-Fan, hört von einer unglaublichen Geschichte. Paul McCartney soll 1966 unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen und von einem Double ersetzt worden sein. Überall gibt es Indizien – bald auch in seiner Heimatstadt. Wunderbar wunderliches Debüt von Hendrik Handloegten über die Kraft pubertärer Phantasie. Budget: 850.000 Mark. Nicht nur für Beatles-Fans geeignet. mehr
Eine Chefredakteurin, ein Oberstudienrat a.D., zwei One-Night-Stand-Schisser, drei Babys – was bemüht beginnt, kriegt auf dem Weg zum Happy-End doch noch den richtigen Dreh. Vor allem Dank der Schauspieler: Hübsch, wie Günther Maria Halmer die Klischees aus seiner Rolle schüttelt und wie Julia Brendler diesem Wohlfühlfilm die richtige Mischung aus Drama und Beiläufigkeit mitgibt. Hier ist alles einen Tick besser als in einem gewöhnlichen Degeto-Freitagsfilm: die Figuren-Zeichnung, das Timing, die Dialoge, die gesamte Besetzung. mehr
Ein Urlaubsflirt endet mit einer Schwangerschaft. Da kommt eine Berliner Marketing-Expertin ins Grübeln, ob nicht der Sinn des Lebens in der spanischen Pampa liegt. Diesen seltsamen Genre-Mix möchte man eigentlich mögen: sympathisch gespielt, flott inszeniert, doch leider liegt diesem „Urlaub mit kleinen Folgen“ ein Drehbuch mit schweren Fehlern zugrunde. mehr
Es ist eine jener “eigentlich läuft ja alles prima, aber...”-Geschichten. Eine reife Kunstexpertin lebt nur für ihren Beruf, Liebe und tiefere Gefühle hat sie aus ihrem Leben gestrichen. Sie scheint nichts zu vermissen - bis ihr brasilianisches Patenkind vor Weihnachten auftaucht. Eine Ohrfeige für die wahren Gefühle und das Weihnachtsgeld für die Beteiligten. mehr
„Alle Zeit der Welt“ ist ein launiges Lügen-Komödien-Dramolett in angenehm altmodischem, kleinstädtischem Ambiente, ohne falschen Schmus, im Detail putzig erzählt und liebevoll inszeniert. Das Uhrmacher-Handwerk und die Charakteristik der Hauptfigur, der Wert der Tradition geben der Geschichte ihre stimmige Grundierung. Andrea Katzenbergers Film ist ein sehr passend besetztes Feelgood-Movie, mal gewitzt, mal romantisch, mal märchenhaft. mehr
Was bisher bei dieser Serie in Hinblick auf die junge Zielgruppe recht passabel gelang, wirkt in der 3. Staffel nur noch bemüht. Die dauerironisch infantile „Anmache“ der Helden nebst peinlichem pseudogewitztem Overacting nervt und die Action ist unter aller Kanone! mehr
Es fließt viel Blut im neuen „Tatort“ aus Bremen. Auch viele Tränen werden geweint um eine Tochter, die sich dem Sippenzwang und der Verlogenheit ihres türkischen Clans nicht länger unterwerfen will und deshalb schließlich den Tod findet. Der Film will zeigen, dass religiöser Dogmatismus nicht nur Sache der ungebildeten Schichten ist, sondern dass er in besseren Kreisen noch perfidere Formen annehmen kann. Reißerisch – aber stark inszeniert. mehr
Die als Action-Comedy-Serie beworbene Produktion sieht so aus, als ob RTL hier partout den grellen Look und das dramaturgische Nichts mittelprächtiger US-Serien der 80er Jahre zu imitieren versucht. Gute Regisseure machen schlechte Action und die Schauspieler nur blöde Gesichter. Laut, aufdringlich, billig! Diese Serie ist vor allem eines: überflüssig! mehr
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