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Ein Seitensprung des werten Gatten mit der besten Freundin – da heißt es erst mal Wunden lecken, bevor in „Neue Chance zum Glück“ jene neue Chance in Form einer wohligen Familienzusammenführung genutzt wird. Um Heimatgefühl(e) und Selbstfindung geht es in diesem berührend von Sonsee Neu und Jutta Speidel gespielten Drei-Generationen-Dramolett, das voller gegenseitiger Projektionen steckt. Wohlfühlfilm aus der Lebensberatungsecke. mehr
Sänger und Dellwo stoßen an die gesellschaftliche Schmerzgrenze. In „Der frühe Abschied“ geht es um den Schutz der Kinder und um überforderte Eltern und um die Aufgeregtheit, die hierzulande bezüglich dieses Themas herrscht. „Das ganze Land sieht doch überall nur noch Kindsmörderinnen“, ärgert sich Sänger. Mehr Drama als Krimi. Hoch emotional! mehr
Ein verheirateter Koch muss sich entscheiden: zweiter Stern oder seine Ehe retten? Die Antwort ist am Freitagabend in der ARD reine Formsache. Das Entscheidende bei „Linda geht tanzen“ ist aber eine andere Form-Sache. Dieses Degeto-Dramolett erzählt eine ganz alltägliche Geschichte und Karola Hattop und Regine Bielefeldt erzählen sie ähnlich, wie das Leben solche Geschichten schreibt. Das ist angenehm undramatisch und dennoch ziemlich kurzweilig. Julia Jäger gefällt als zu vertrocknen drohende Ehefrau, die wieder erblüht. mehr
Fritzi Haberlandt, 34 Jahre alt, geboren in Berlin Ost, zeigte ihre Klasse zunächst auf dem Theater. „Schön sein können andere besser“, sagt sie selbst und lächelt ihr zweideutiges Lächeln. Sie ist keine Frau für den Mainstream. Umso überraschender, dass nach dem Kino nun auch verstärkt das Fernsehen um „Die Merk-Würdige“ buhlt. mehr
Fünf Geschichten, fünf Reisen, 12 Menschen, von denen sich alle mehr oder weniger auf der Suche nach dem Glück befinden. Martin Gypkens dringt in "Nichts als Gespenster" in die Gefühlswelten der Generation Golf. Mit dabei: Maria Simon, August Diehl, Brigitte Hobmeier, Jessica Schwarz, Ina Weisse, Wotan Wilke Möhring, Stipe Erceg & Fritzi Haberlandt. mehr
In den letzten Jahren sprengten Krebs- und Leukämie-Dramen immer häufiger den Rahmen des gut gemeinten Themenfilms. „Hauptsache Leben“, „Leben wäre schön“ und „Noch einmal lieben“ sind drei bemerkenswerte und zu Recht preisgekrönte TV-Movies. Also geht man mit einigen Erwartungen an „Die Drachen besiegen“ – und könnte enttäuscht sein. mehr
Ein Mann landet im Altpapier-Häcksler und den befangenen Otto beutelt es gehörig. Eine Tatverdächtige ist seine große Liebe aus alten Zeiten. Zwischen Schuldenberatern und Insolvenzverwaltern, zwischen schönem Schein und finanziellem Desaster bewegt sich das Personal dieses wendungsreichen Whodunits. Ein Berlin-Krimi, der viel deutsche Wirklichkeit atmet. Zweite Spielfilm-Regie vom preisgekrönten Autor Alexander Adolph. mehr
Ein kummervolles Dorf auf dem Weg in eine bessere Zukunft? Kommt der Aufschwung in das trostlose Oststädtchen am See? Ein Investor aus dem aus dem Westen wird jedenfalls erwartet... Der stark besetzte Fernsehfilm bleibt politisch unverbindlich und ist nicht mehr als eine warmherzig-melancholische Heimatkomödie. Nur ein kleiner Fernsehmutmacher. mehr
Glückssuche ist in Lars Beckers Komödien meist Geldsache. Zehn Jahre vor „Schade um das schöne Geld“ ließ der Autor-Regisseur in seinem modernen Heimatfilm „Das Gelbe vom Ei“ eine Riege hochkarätiger Schauspieler zu einer launigen Schnurre voller Lokalkolorit und fernsehuntypischer Beiläufigkeit auflaufen. Muntere Komödie um Tauschbeziehungen aller Art – ohne zwerchfellerschütternde Brüller, dafür mit Lakonie und trockenem Mutterwitz. mehr
Johanna Herz beim Klassentreffen. Danach der Schock: Eine der Freundinnen hat offenbar ihren Sohn umgebracht. Die Kommissarin kann es nicht glauben. Andreas Kleinert hat die Figur für Imogen Kogge endlich erschlossen. Konzentriertes, stimmungsvolles Krimidrama mit einem Grauschleier auf den Seelen & einem ästhetischen Realismus der Extraklasse. mehr
Deutsch-persischer Traumtänzer verliebt sich in ehemalige DDR-Kugestoßerin. Und weil der kleine orientalische Fleischer der großen ostdeutschen Vegetarierin imponieren möchte, gibt er sich und seine Familie als Textilhändler aus. Diese Notlüge öffnet ihm die Herzen der Ossis. Nur wie lange? 1001 Nacht trifft auf den real stillgelegten Sozialismus, gepflegte Vorurteile und Projektionen des nahen und des sehr fernen Ostens prallen lustvoll aufeinander. Woody Allen trifft Bollywood, Ali Baba DDR-Tristesse. Und plötzlich blühen die Landschaften. mehr
Anwältin Maria will's wissen. Als sie nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt, schiebt sie ihr Chef aufs Abstellgleis. Sie kündigt, klagt gegen eine Klinik und zieht gegen ihren alten Partner vor Gericht. "Im Alleingang – Die Stunde der Krähen" beginnt wie ein stereotypes TV-Movie, doch der Film fängt sich rasch, belebt das David-gegen-Goliath-Prinzip, setzt sympathisch auf Läuterung und ist mit Stappenbeck, Jaenicke & Zehrfeld gut besetzt. So macht der Gang vor Gericht Laune. Kein behindertengerechtes Behindertendrama. Denkbar als Serie! mehr
Die Idee, den regionalen Gedanken wieder im Vorabend fiktional einzubürgern, ist gut. Auch ist „Morden im Norden“, konzipiert von Marie Reiners („Mord mit Aussicht“) noch ein Tick ansprechender als die bisher beste Serie des „Heiter bis tödlich“-Labels, „Hubert und Staller“. Die ndF-Produktion hat die bisher beste Besetzung, besitzt die beiläufigste Tonart, den variabelsten Schauplatz und das dichteste Buch. Das dramaturgische Potenzial ist erkennbar. Genauso erkennbar ist die Erkennbarkeit. Hübsch harmlos: Werberahmenprogramm! mehr
Drei reife Power-Ladys auf dem Weg in die Unabhängigkeit. Doch so ganz ohne Männer geht’s nicht. Vor allem aber schlagen die Herzen der drei Heldinnen der Arbeit für das schöne Sachsen. Da der Zuschauer ähnlich gefangen werden soll vom Charme der Sächsischen Schweiz, hat Ute Willinger die traditionelle Ösi-Romantik zur Ossi-Romantik à la „Wir halten zusammen“ gemodelt, während Dagmar Damek nach Postkartenansichten Ausschau hielt. Die Sächsische Tourismusbranche wird sich freuen über das gediegene Konfektionsstück. mehr
Die menschenunwürdige Behandlung der Insassen eines Seniorenheims gipfelt in der wirkungsvollen Power-Formel der nachtaktiven Oldies: Sie gründen eine Altenheim-Rockband und genießen Sex & Drugs & Rock & Roll. Leicht muss nicht seicht sein. Und Fernsehfilm ist nicht nur Kopfsache. Redakteure und Produzenten sollten sich ein Vorbild nehmen. mehr
Der Städter als Bedrohung einer verschworenen, durch Geheimnisse und materielle Abhängigkeit gekennzeichneten Gemeinschaft, der Wald als magischer Ort, jahrhundertealte Mythen einer Region als Resonanzboden für eine filmische Mystery-Mär – das sind die dramaturgischen Stützpfeiler des Dorfkrimis „Die Toten vom Schwarzwald“. Ansonsten konventionelles Genre-Regelwerk zwischen Spannung, Lächerlichkeit, Geheimnistuerei. mehr
Sommer 1944. Lena Gräfin von Mahlenberg kehrt nach Ostpreußen zurück. Dort trifft sie auf ihren kranken, unversöhnlichen Vater und ihren ewigen „Verehrer“ Graf von Gernstorff. Schnell entwickelt sie ein Verantwortungsgefühl der Familientradition, dem Gut und den Bediensteten gegenüber. Doch ihre Heimat ist nicht zu retten... Handwerklich hochwertiger Event-Movie-Zweiteiler, in dem revanchistisches Gedankengut keine Chance hat. mehr
Familientristesse mit Tiefgang vs. Korruptionssumpf um „herzensgute Kapitalisten“ – zwischen diesen Polen bewegt sich das „Tatort“-Team, das leichtfüßig durchs winterliche Münster swingt. Selten flossen bei Thiel & Börne die verschiedenen Tonlagen so reibungslos ineinander wie in „Herrenabend" – mit 1A-Gästeliste: Stephan Schad, Michael Wittenborn, Ulrike Tscharre, Henriette Confurius, Lambert Hamel und Victoria Trauttmansdorff! mehr
Geschasster Kreativer, Ende 40, macht auf 30, verkleidet sich und will es noch einmal wissen. In der Hoffnung, dass die neue Chefin es nicht kann. Doch sie kann’s – und noch viel mehr... Ein sympathischer Unsympath als Hauptfigur und eine weibliche Vorgesetzte – das riecht nach Liebes- und Läuterungskomödie. „Für immer 30“ bedient sich bei den klassischen Verkleidungskomödien; erinnert fühlt man sich auch an die Settings der Rollentauschkomödien der 80er Jahre. Aber alles in diesem Degeto-Movie ist eben nur „ein bisschen“: ein bisschen komisch, ein bisschen launig, ein bisschen Feel-Good-Movie. mehr
8 Millionen Euro ließ sich Pro Sieben den Zweiteiler kosten. Es wurde nicht gekleckert: Tobias Moretti, Jürgen Vogel, Dreharbeiten im thailändischen Dschungel und auf einem originalen Dreimaster der englischen Flotte. Der Aufwand hat sich gelohnt. Es ist die physisch spürbare Enge auf dem Schiff und die Ungewissheit, wann es zur Meuterei kommt, die einen als Zuschauer mitfiebern lassen. Der zweite Teil hat etwas Urwüchsig-Archaisches. mehr
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