Alle Filmkritiken auf tittelbach.tv alphabetisch sortiert
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Die Kastellanin Marie auf der Suche nach ihrem geliebten Michel, verfolgt vom schwarzen Ritter. Frauen geben den Ton an in "Die Rache der Wanderhure". Sie bestimmen die große Politik, sie ebnen den Frieden, sie glauben an einen Gott des freien Willens. Alexandra Neldel, mal mit Löwenmähne, mal als Nonne, mal als Knappe ist die Lichtgestalt des überzeugend inszenierten Films, auch Bert Tischendorf als Ritter ohne Gedächtnis macht eine gute Figur. Eine Idee weniger "Frauenfilm" als der Sat-1-Überraschungserfolg "Die Wanderhure". mehr
„Wer Vieles bringt, wird manchem etwas bringen.“ In diesem Sinne: Eine Biologielehrerin auf Erkundungsurlaub rettet einen Gestrandeten ohne Gedächtnis – und beide verlieben sich ineinander. Die Hotelmanagerin bekommt Besuch vom Vater – einem notorischen Spieler. Außerdem geht es um eine von der Schließung bedrohte Klinik mit Kinderheim und um eine aufopferungsvolle Ordensschwester. Nicht zu vergessen Hotelier, Markus Winter, der offenbar Winter heißt, weil er seit 2005 im Winter den Sommer auf den Bildschirm bringt. Alles etwas bewegender und dramaturgisch flüssiger als der Malediven-Filmausflug. mehr
Frankfurt, drei tote Frauen, ein paar Verdächtige, kein Motiv. „Die Braut im Schnee“ ist mehr als ein Psychopathenthriller. Der Film von Lancelot von Naso besitzt wenig klassische Krimihandlung, setzt nicht auf Fakten, sondern auf Atmosphäre. In punkto Ästhetik, Optik und Erzähldichte ist dieser im besten Sinne amerikanisch anmutende Polizeifilm noch besser als die besten Episoden von Lars Beckers Kult-Reihe "Nachtschicht". Gruppen- und Interaktionsszenen sah man hierzulande noch nie so gut in einem TV-Genrefilm. „Die Braut im Schnee“ ist – gemessen am deutschen Standard – ein rhythmisches Wunderwerk. Der Film kommt schnell zur Sache, ist spannend, besitzt klassischen Thrill, nimmt sich aber auch immer wieder Zeit, genau hinzuschauen. Und der physische Ausnahmeschauspieler Matthias Koeberlin als sympathischer Konsensbulle in in seiner bislang überzeugendsten Rolle. mehr
Leitmayr unter Druck. Er hat geschossen – auf einen Mann mit Revolver-Replikat. Der Tote ist ein Nachbar von ihm. Der interne Ermittler wird unangenehm. Dieser „Tatort“, der um die Psychologie des Professionals kreist, orientiert sich dramaturgisch stärker an amerikanischen als an deutschen Vorbildern. Erzählt wird ein doppeltes Drama: vom Kommissar, der nicht mehr der Alte ist, von der kleinbürgerlichen, tragisch miteinander verstrickten Opfer-Familie. Dichtes Drehbuch, knappe Dialoge, präzise Regie. Alle Film-Gewerke auffallend gut! mehr
Alte Gefühlswelten mit neuem Lebensstil zu versöhnen, pragmatische mit romantischer Weltsicht kurzzuschließen – das versuchen die amerikanischen Geschichten der britischen Autorin Katie Fforde. In "Leuchtturm mit Aussicht" klappt das schon ganz gut. Natürlich, man muss es mögen. Man muss es aber auch gut machen! Vorhersehbare Story, flott erzählt, bisweilen sogar atmosphärisch. Der Wind weht, Luise Bährs american-like Föhnwelle wippt durchs New Yorker Hudson Valley und Felix Cramers Kamera ist eine Klasse für sich. mehr
Pferde, Hunde, Kinder, ein Baby, Schicksal vor Landschaft – das geht immer. In diesen Geschichten bekommt jeder Topf seinen Deckel – nicht immer, was die Liebe, sondern was die Dramaturgie angeht: finanzielle Sorgen vs. Lotto-Gewinn, Heldin-Ärztin vs. kranker Partner etc. Zu jeder These die passende Gegen-These – und die Synthese heißt Johanna Lohmann. Diese „Schicksalswege“ sind so überschaubar, die Konflikte so sehr mit Ansage zusammengeschraubt, dass es selbst in Anbetracht des Heimatfilm-Genres weh tut. mehr
Anna und Max spielen ein Jahrzehnt lang „Harry & Sally“. Sie bevorzugt die Rolle einer „Braut, die sich nicht traut“, derweil er es mit Woody Allen und Groucho Marx hält, die beide nicht zu einem Club gehören möchten, der Leute wie sie als Mitglied aufnimmt. "Die Liebe ein Traum" ist zwar (leider) keine Komödie, aber der Film nach dem Buch von Stefan Rogall unterhält vorzüglich, mit ebenso viel Realitätssinn wie Phantasie. Außerdem besticht diese intelligente Romanze mit Stil und Eleganz. Der Name Schwarzenberger verpflichtet! mehr
„Liebeswirren“ liegt mal wieder weit über dem "Tatort"-Durchschnitt. Der Ausflug der beiden dezenten Machos in die Münchner Schwulenszene sorgt für humorige Entlastung von einem beklemmenden Familiendrama, das von Oscar-Winner Christoph Waltz getragen wird. mehr
Hier darf sich der geneigte Zuschauer erholen – mit komischen Intermezzi und launigen Beziehungsspielchen, mit ein paar Konflikten, aber mit der Gewissheit, dass es nicht allzu Schlimmes zu befürchten gibt. Dramaturgisch und handwerklich durchaus passabel. mehr
Kann es Zufall sein, dass innerhalb von zwei Jahren zwei attraktive Frauen in einem kleinen bayerischen Dorf auf ungeklärte Weise ums Leben kommen? Ein Fall für Wendelin Winter! Inmitten von Kuckuckskindern, lebenslustigen Weibsbildern und handgreiflichen Proleten, zwischen Rosenkranzgebet, Junggesellenversteigerung und sozialer Kontrolle entwickelt sich ein launiger Unterhaltungskrimi, der auch eine recht passable Heimatfilmkomödie abgibt. mehr
Wedel machte Julia Stemberger in Deutschland bekannt. Jetzt spielt die Österreicherin eine Lehrerin in Brandenburg. Im Interview spricht sie über die eigene Schulzeit, den Wandel des Schauspielerberufs, den Umgang mit Medien und ihre erste deutsche Serienhauptrolle. mehr
In Liebesdingen mangelhaft. Katja Stein hat mal wieder den Falschen erwischt. Ihr frisch gebackener Ehemann betrügt sie – und das ausgerechnet mit ihrer Schwester Karola. Die Weichen sind gestellt. Die attraktive Frau, Anfang 40, ist wieder frei. Und die Nachfolger stehen parat. Aber auch die Schule liefert genügend Unwägbarkeiten. Bisschen sehr viel Drama(tik). Dank eines respektablen Ensembles eine durchaus ansprechende Serie. mehr
Zwei Männer, die dieselbe Frau liebten, verschlägt es nach Istanbul, wo sie nur noch deren Tod feststellen können. Die Aktionen der beiden werden genauestens von zwei BKA-Beamten verfolgt. Die Geschichte ist schwierig zu erzählen. Sie ist verzwickt, ohne allerdings verworren zu sein. Oft steht Aussage gegen Aussage. Es wird geredet und taktiert, jeder belügt jeden. Der Rhythmus der Erzählung dominiert über den Sinn der Geschichte. Bis zum Showdown gibt es viele Fragen, eine süffige Montage und eine feine Politik der Blicke. mehr
"Duell in der Nacht" und "Im Dschungel" gehören zu Ina Weisses besten Filmen, einige Zuschauer kennen sie aus "Doktor Martin". Sie gehört zu den Blick-Künstlern unter den deutschen Schauspielerinnen. Hitchcock hätte seine Freude an ihr gehabt. "Außen Eis, innen heiß", das gilt auch ein wenig für ihre BKA-Frau in Geschonnecks Thriller "Tod in Istanbul". Eine solche Rolle zu spielen sei ein Drahtseilakt. "Man kann sich nirgends festhalten. Und braucht ein um so stärkeres inneres Gerüst. Und da die Figur undurchsichtig vielschichtig ist, auch hohe Konzentration: wenn sie das Eine sagt, meint sie eigentlich das Andere. Aber was genau? Das ist das Uneindeutige in der Figur, das scheinbar eindeutig ist", sagt Weisse. mehr
Eine Leiche gibt es erst nach 75 Minuten. Die Spannung bleibt dennoch erhalten, weil eine tödliche Spaß-Tour der Polizistenanwärter in der Eingangssequenz, die Besetzung des vermeintlichen Opfers mit Katharina Schüttler und die seltsame Ehe, die ein vom Helfer-Syndrom erfasster Polizeiausbilder führt, genügend Material zu Spekulationen geben, die das Interesse am abwechslungsreich von Ed Herzog in Szene gesetzten Fall wach halten. mehr
„12 Winter“ entstand nach einer realen Vorlage. Zwischen 1988 und 2001 waren tatsächlich zwei Bankräuber zwischen NRW und Süddeutschland erfolgreich unterwegs und erbeuteten über sechs Millionen Euro. Die beiden sind keine Robin Hoods, aber sie haben sich ein Stück weit das bewahrt, was man einst Ganovenehre nannte. Stark erzählte Gangsterballade. mehr
„Beste Zeit“ ist der Auftakt der Aufbruch-ins-Leben-Trilogie von Marcus H. Rosenmüller („Wer früher stirbt ist länger tot“). Im Gewand des modernen Heimatfilms erzählt das bayerische Wunderkind mit zwei großartigen Schauspielerinnen von den Tücken des Erwachsenwerdens. Die Banalität als Ritual – das gilt nicht nur für die typische Coming-of-Age-Handlung, sondern auch für Rosenmüllers und Michalkes Dramaturgie. Hier wird einem nicht die Welt erklärt, sondern man sieht den Menschen beim Leben zu. mehr
Zum ersten Mal ist eine Frau im ZDF-Freitagskrimi „Die Chefin“. Katharina Böhm spielt Vera Lanz, eine selbstbewusste Frau, die gerne lächelt, wenig redet und abwarten kann, um im nächsten Moment umso energischer vorzupreschen. „KDD“-Autor Ortun Erkener übergibt sich selbst den Staffelstab für die neue Krimiserie. Innovativ ist das nicht, doch Potenzial ist erkennbar. Die Etablierung eines durchgängigen Nebenerzählstrangs hebt die Serie von der routinierten Krimikonfektionsware ab. Guter Cast. Spiel mit "Derrick". München strahlt! mehr
Arbeitswütiger Sohn und lockerer Weltenbummler-Vater raufen sich zusammen und retten eine Hamburger Werft. Wayne und Howard Carpendale sind zum ersten Mal gemeinsam in einem Film zu sehen. In „Lebe dein Leben“ ist alles drin’, was das Herz begehrt: Tod, Liebe, Geld, Geschäfte, Intrige, Arbeit und die Frage nach dem Sinn des Lebens. Autor Stefan Kuhlmann hat die Ingredienzien in eine wirkungsvolle Handlungsstruktur gegossen. Das Ergebnis: ein Gratifikationshochglanzmaschinchen, das die erwarteten Bedürfnisse effektiv befriedigt. Und Howard Carpendale ist ein Wink mit dem Zaunpfahl der Populärkultur. mehr
"Einmal Toskana und zurück" ist eine "Wiederverheiratungsromanze" zwischen Olivenhainen, weinseligen Stimmungen und reichlich Klischees. Warmherzig, ohne kitschig zu wirken, vor traumhafter Kulisse: der Film macht vieles besser als andere Freitagsschmonzetten. mehr
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