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Arbeitswütiger Sohn und lockerer Weltenbummler-Vater raufen sich zusammen und retten eine Hamburger Werft. Wayne und Howard Carpendale sind zum ersten Mal gemeinsam in einem Film zu sehen. In „Lebe dein Leben“ ist alles drin’, was das Herz begehrt: Tod, Liebe, Geld, Geschäfte, Intrige, Arbeit und die Frage nach dem Sinn des Lebens. Autor Stefan Kuhlmann hat die Ingredienzien in eine wirkungsvolle Handlungsstruktur gegossen. Das Ergebnis: ein Gratifikationshochglanzmaschinchen, das die erwarteten Bedürfnisse effektiv befriedigt. Und Howard Carpendale ist ein Wink mit dem Zaunpfahl der Populärkultur. mehr
Im zweiten Fall nun zeigt die Leistungskurve ein wenig nach oben. Henry Hübchen darf seinem rastlosen Oberzyniker auch etwas Charisma mitgeben, die kleinen familiären Scharmützel sorgen für situationskomische Abwechslung und Triest ist endlich – heiß. Über den Typ Hübchen tritt die Spannung in den Hintergrund. Die stereotype Handlung ergeht sich im Kleinklein. Es fehlt die Linie, es fehlt der Stil. Sigi Rothemund schrieb das Drehbuch. mehr
Hardy Krüger jr. ermittelt auf Ibiza unter dem Motto „Lasset Schönes um den Kommissar sein“. Doch Beautys und Locations allein machen noch keinen guten Film – geschweige denn einen guten Krimi. Ansonsten bietet „Toni Costa“ schnittige Karossen und gestyltes Ambiente, überzeichnete Charaktere und überzogene Gesten, stereotype Verhöre und alberne Verfolgungsjagden per pedes, Billig-Montage im Besonderen und eine Inszenierung zum Weggucken im Allgemeinen. Bitte, bitte, liebe ARD, keine Reihe draus machen! mehr
Ein Ekel kommt selten allein. Gerade hatte Blaschke, Gebietsleiter eines Billigdiscounters, noch einen seiner unrühmlichen Auftritte als Chefcholeriker vom Dienst. Es sollte sein letzter sein. „Willkommen in der Hölle“, so begrüßt der Nachfolger des Toten seine Arbeitssklaven... „Kassensturz“ bot einen soliden Whodunit mit Einblicken in die Hartz-IV-Gesellschaft. mehr
Maria Furtwängler verschlägt es auch in ihrem zweiten Einsatz als “Tatort”-Kommissarin aufs norddeutsche Land. “Hexentanz” ist ein stimmungsvoller Krimi. Ein Dorf versinkt in Nebel, Moor und Gewissenslosigkeit. Die Bewohner eint eine gemeinsame Verdrängung. Haben die Männer oder die Frauen einst einen Kollektivmord an einer Hippie-Schönen begangen? mehr
Jugendgang bedroht Alt-68er, der nicht länger weggucken mag. „Zivilcourage“ ist ein Beitrag zur gesellschaftspolitischen, kulturellen und moralischen Lage der Nation. Ein Film, der Fragen aufwirft und an den Fall Dominik Brunner erinnert. „Zivilcourage“ ist aber auch ein ästhetisch stimmungsvoller Film, der sein Thema und die Art und Weise seiner Darstellung gleichermaßen ernst nimmt. Zahavis Berlin Kreuzberg sieht aus wie Scorseses Bronx. mehr
Kockischs Charisma allein reicht nicht. Zwischen chronischem Augenzwinkern und gespielter venezianischer Bedächtigkeit entwickelt sich ein Fall von politischer Brisanz, in dem einige korrupte römische Beamte und ein Profikiller, zwei tote Afrikaner und ein paar wertvolle Rohdiamanten eine wichtige Rolle spielen. Der Film selbst ist kein Rohdiamant: zäh schleppt sich die Story dahin, aus vermeintlichem Mut zur Langsamkeit wird Langeweile. mehr
Ein weinender Mann. Eine leblose, junge Frau, gefesselt an einen Stuhl. Ein Seil um ihren Hals. Ist sie tot und der Mann ihr Mörder? Eine Kamera läuft und registriert die grausame Szene. Bedrohlich geht es weiter in "Bestien" aus der Krimi-Reihe „Das Duo“. Warum morden Menschen? scheint dieser Film zu fragen. Weil sie böse sind? Weil das Schicksal es so bestimmt? Weil eine kalte Welt es so will? Thematischer Referenzfilm: "Tatort - Weil sie böse sind". Allein dem düsteren Krimidrama von Christian Görlitz fehlt jener magische Sog. mehr
Eie Frau tötete ihr Kind, weil es nicht mehr in den Lebensplan passte, glaubt ein Klinik-Psychiater. Bloch sieht das anders... „Es ist schön ausgedacht, dass er immer quasi kriminalistisch bestimmte Fäden aufrollen muss, das erzeugt einen wesentlichen Teil der Spannung“, so Regisseur Michael Verhoeven über die ARD-Reihe „Bloch“. Birge Schades Rolle als Frau zwischen klaren & psychotischen Momenten ist eine Gratwanderung: Sie spielt uneitel, ohne Hang, allen zeigen zu wollen, was sie kann. Stark: Kameramann Sthamer! mehr
In einer Hochhaussiedlung am Rande der Stadt lebt die 14-jährige Becky mit ihren drei noch nicht schulpflichtigen Geschwistern und ihrer alkoholkranken Mutter. Als sie sich verliebt, droht das fragile Familiengefüge auseinanderzubrechen. „Keine Angst“ ist ein Fernsehfilm aus dem Armenhaus Deutschland. Authentische Kiddies, überragende Jungdarsteller und eine Bildsprache zum Niederknien. Ein vermeintlich kleiner ganz großer Film des WDR! mehr
„Keine Angst“ wagt einen Blick ins Armenhaus Deutschland. Ein Hauch Romeo und Julia weht durch die Hochhaussiedlung am Rande der Stadt. Aelrun Goettes realistisches TV-
Meisterwerk in der WDR-Tradition des modernen Themenfilms. LANGFASSUNG! mehr
Ein pflegebedürftiger Familienvater wurde vergiftet. Um dem Krimi-Ritual Genüge zu tun, wird das Personal der Reihe nach durchleuchtet. Das ist alles dramaturgisch durchschaubar – und doch öffnen sich immer wieder Türen in eine ganz andere Geschichte um Alzheimer, Pflege und familiären Generationenvertrag. Anrührend besonders für die Baby-Boomer. mehr
Gegen einen Film, der vom Versuch erzählt, sich nach vielen Enttäuschungen wieder einzulassen auf die Liebe, und der dabei nicht nach den überstrapazierten Regeln der Romantic Comedy verfährt, ist nichts einzuwenden. Doch „Schlaflos in Oldenburg“ bekommt die Kurve zum ernsthaften Liebesfilm nicht. Und auch als Komödie funktioniert der Film nur bedingt. Trotz Suzanne von Borsody, Hannes Jaenicke und trotz "Eyecatcher" Erika Marozsàn! mehr
Zum „Tatort“-Jubiläum gibt es zwei neue Kommissare: Die öffentliche Frau Thomalla und der Theaterstar Wuttke sind ein interessantes Paar, die Chemie stimmt & die Marketingabteilung der ARD dürfte zufrieden sein. Der erste Fall ist aber ziemlich durchschnittlich geraten. mehr
In „Tod im Supermarkt“ nötigt ein hauseigener Sicherheitsbeamte eine Diebin zum Sex. Wenig später ist er tot. Der dritte Film aus der Reihe "Nachtschicht" erzählt visuell sehr viel zurückhaltender als seiner Vorgänger von einem perfiden System sexueller Selbstjustiz. mehr
Ein Revisor vom Finanzamt macht einer Almbäuerin das Leben schwer und – wer hätte es gedacht – verliebt sich auch noch in die fesche Sennerin. Dramaturgisch weniger abgeschmackt als andere Degeto-Komödien, ist "Eine Sennerin zum Verlieben" bis zur unvermeidlichen Verliebtheit des gereiften Paares ein launiger Wohlfühlfilm mit zwei gut aufgelegten Hauptdarstellern. Was dafür nervt, sind die alpinen Sonnenuntergänge. mehr
Die Desillusionierte, das Mäuschen und die psychisch Instabile. Drei weibliche Stadtneurotikerinnen auf dem Weg zum Idiotentest – und zu sich selbst. Nach reichlich Cocktails & Prosecco streifen sie das Tal der Tränen... Stefan Rogall hat ein Mädelstrio erfunden, das am Rande des Nervenzusammenbruchs und mit präfinalem Hang zur Tragikomödie dem Alltag ins Antlitz schaut. Eine dialogsichere, gut besetzte Komödie, die auch dramaturgisch stimmt. Millowitsch war seit "Nikola" nicht mehr so witzig. mehr
Kalt erwischt wird Eva Saalfeld in „Nasse Sachen“. Beim Wühlen in der DDR- und Stasi-Vergangenheit stößt sie in einer Akte auf den Namen ihres Vaters. Er ist bei einem „Einsatz“ 1983 erschossen worden. Wie der DDR-politische Fall mit den beiden Morden in eine Geschichte gewoben wird, das geht nicht ohne wilde Konstruktion ab, ist aber interessanter als ein Whodunit mit dem üblichen Kapitalverbrechen. Verzwickt, dramatisch, fröstelnd. mehr
Ein verheirateter Koch muss sich entscheiden: zweiter Stern oder seine Ehe retten? Die Antwort ist am Freitagabend in der ARD reine Formsache. Das Entscheidende bei „Linda geht tanzen“ ist aber eine andere Form-Sache. Dieses Degeto-Dramolett erzählt eine ganz alltägliche Geschichte und Karola Hattop und Regine Bielefeldt erzählen sie ähnlich, wie das Leben solche Geschichten schreibt. Das ist angenehm undramatisch und dennoch ziemlich kurzweilig. Julia Jäger gefällt als zu vertrocknen drohende Ehefrau, die wieder erblüht. mehr
Minutiös zeichnet der Film drei Tage des Ausnahmezustands in einer Kleinstadt nach. Eine 12-Jährige wird vermisst. Als Täter kommt für die Kommissarin nur einer in Frage: ein pädophiler Freigänger. Fingerspitzengefühl beim Thema, Atmosphäre in den Bildern. mehr
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