Alle Filmkritiken auf tittelbach.tv alphabetisch sortiert
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Vier um das sexuelle Wohlbefinden des anderen besorgte Frauen kurz vor der Midlife-Krise - das kommt einem bekannt vor! Zwar ist Berlin nicht New York und eine deutsche Bowling-Kneipe kein Manhattaner In-Lokal, doch die Themen in Hansjörg Thurns TV-Komödie zielen fast ausschließlich "Sex and the City"-like unter die Gürtellinie verhaltensauffälliger Großstädter zur Paarungszeit. Die Hormone spielen verrückt, die Nerven liegen blank. mehr
Eine TV-Legende ist wieder da – als Polizeilegende unter Mordverdacht. „Wolff – Kampf im Revier“ hält, was der TV-Mythos Wolff verspricht. Das TV-Movie besticht durch ein gutes Tempo, eine großartige Optik, durch telegene Locations, psychologische Action sowie drei markante Typen (Luca, Brennicke, Heinrich) in den Hauptrollen und ein interessantes Gesicht (Isabel Bongart) in der zweiten Reihe. Da wäre eine Reihe durchaus wünschenswert! mehr
In „Scheherazade“ überlässt Lürsen ihrem Kollegen Stedefreund weitgehend das Feld. Der ist fasziniert von einem Borderline-Girl, das im Zuge des 11.9.2001 die Weltverschwörung heraufziehen sieht. Bremen als Schauplatz der Weltpolitik? Ungewöhnlicher „Tatort“ nach Christian Jeltschs Gedankenspiel-Drehbuch mit einer großartigen Esther Zimmering. mehr
Bestseller-Autorin nimmt sich aus Promotion-Gründen einen jüngeren Liebhaber. Was nach einer jener überstrapazierten Beziehungskomödien um tolle Frauen und lasche Männer klingt, entpuppt sich als bissige Geschlechter-Satire. Senta Berger gewohnt spielfreudig. mehr
Eine deutsche Kinderpsychologin therapiert ein verwildertes Kind, das aus dem Regenwald geflüchtet ist. Das Gespann Christine Neubauer, Hardy Krüger Jr. und Autor-Regisseur Wolf Gremm machte aus diesem keineswegs schlechten Thema einen miserablen Film. Weshalb in Bildern erzählen, wenn es doch mit Worten so viel einfacher geht! Quatsch-Interaktionen legen sich über Thailand-Bilder, die kaum authentischer wirken als Bilder aus einem botanischen Garten. Man mag – wie Kollegen – „das Plastikpathos“, "die Rührseligkeiten" und die „unabdingbaren Schmonzettengesetze“ bemängeln, die größte Peinlichkeit aber ist die Machart dieser langatmigen Therapiestunde für geistig Minderbemittelte. Eine ungelenke Ikone naiv profaner Heiligkeit trifft auf einem Mimen von David Hasselhoffscher Güte. mehr
Alle 45 Minuten nimmt sich in Deutschland ein Mensch das Leben. Ein tabuisiertes Thema, auch im Fernsehfilm. „Der letzte schöne Tag“ erzählt davon, was der Selbstmord für die Hinterbliebenen bedeutet. Ein wahrhaftiger Film, der das Erzählte vom Ballast dramaturgischer Wendungen befreit, der davon lebt, dass er den erzählten Zeitrahmen klein hält und sehr genau hinschaut. Er findet eine emotionale Gemengelage vor aus Trauer, Selbstvorwürfen, Ohnmacht, Einsamkeit und Wut. Paradebeispiel für situativen Realismus & kreative Empathie seitens des Zuschauers. Perfektes Buch, überragende Schauspieler, sensible Regie. mehr
„Die Gottesanbeterin“ von Markus Imboden aus der Reihe „Ein starkes Team“ wartet mit so vielen Verdächtigen auf, dass man zwischenzeitlich gar nicht mehr fragt, auf wen sich die Ermittlung konzentriert und welche Figuren nur „Füllmaterial“ für die Krimihandlung sind. Stimmig inszeniert, überzeugend gespielt, etwas überkonstruiert, aber unterhaltsam! mehr
„Es gibt für alles einen Markt“, spricht sich der schüchterne Erwin selbst Mut zu, als er sich zur Brautschau nach Rumänien aufmacht. Mit Hilfe einer Heiratsagentur wird er fündig: Krankenschwester Irina gefällt ihm. Sie kann auch ein wenig Deutsch. Also nimmt er sie mit. Doch Erwins Deutschland ist nicht das, was sich die Rumänin unter Deutschland vorgestellt hat... Großartiger Film, großartige Schauspieler, Fernsehen auf Kino-Niveau. mehr
Ein ewiges Muttersöhnchen sucht die Liebe zwischen Mann und Frau. „Die zweite Frau“ erhielt im April den Adolf-Grimme-Preis. Noch einmal ist die kürzlich verstorbene Monica Bleibtreu zu sehen. Matthias Brandt gibt den Zuspätgekommenen. Im Interview gibt er Auskunft über seine "Methode" und seinen besonders kritischen Blick auf seine Arbeit. mehr
Vier Freundinnen auf dem Jakobsweg. Beim Pilgern tritt Verschüttetes an die Oberfläche, die unterschiedlichen Temperamente werden sichtbar, die Spannungen nehmen zu... Die Degeto-Produktion „Die Dienstagsfrauen“ drückt etwas stark auf die Erkenntnisdrüse, dieser dialogstarke Film ist aber insgesamt eine angenehme Abwechslung in der stofflich ziemlich phantasielosen Unterhaltungsfilm-Gattung. Kriener, Friedrich & Co sind große Klasse! mehr
Im Bereich Fiktion gibt es 23 Grimme-Preis-Nominierungen. Aber nur fünf Preise werden in Marl am 24. März vergeben. tittelbach.tv präsentiert die eigenen zehn Lieblinge unter den Nominierten & riskiert auch einen Tipp, wer die 5 Grimme-Preise bekommen könnte. mehr
2011 war ein gutes Fiktion-Jahr. Nicht alle bemerkenswerten Filme konnten deshalb von der Nominierungkommission Berücksichtigung finden. Hier die Produktionen, die es knapp nicht geschafft haben, und zwei Filme, die es verdient hätten, nachnominiert zu werden. mehr
Ein Oberleutnant der Bundeswehr wird entführt. Wenig später steht er auf einer Mine. Ein falscher Tritt und er ist tot. Kommissar Papen und Feldjäger Steiger bleibt wenig Zeit. Der Schlüssel zum Fall liegt in Kundus. Herausragender "Polizeiruf"-Einstand in München. Es wird der einzige Film bleiben mit Jörg Hube & Stefanie Stappenbeck. Hube starb im Juni. mehr
Der Geburtstag der Mutter bringt vier Frauen wieder zusammen. Und das Chaos ist vorprogrammiert. Dennoch macht es 90 Minuten lang Laune, dabei zuzuschauen, wie der kleinkarierte Traum vom Familienglück zerplatzt inmitten einer dörflichen Gemeinschaft der Zukurzgekommenen. Die grandiose ostdeutsche Viererbande Manzel, Harfouch, Schorn & Block machen „Frei nach Plan“ zum Frauenkräfte-Parallelogramm der Sonderklasse. mehr
Überfall eines Geldtransports mit Geiselnahme. „Stralsund – Außer Kontrolle“ beginnt rasant. Im psychologischen, ruhig erzählten Zwischenteil gerät die Polizei in den Fokus, bevor es am Ende noch einmal zur Sache geht. Klug konzipiert, klar im temporären Ablauf, doch nicht ohne Überraschungen im Detail. Die Schauspieler sind funktional besetzt und ordnen sich perfekt dem „System“ unter. Besser als der erste "Stralsund"-Thriller mit Wackernagel! mehr
„Der große Kater“ ist entstanden nach dem Bestseller von Thomas Hürlimann, dessen Vater Schweizer Bundesrat und Bundespräsident war. Bruno Ganz spielt den Politiker, der es noch mal wissen will im Kampf um die Macht. Der Film trotzt dem Thema wenig Überraschendes ab, dennoch folgt man diesem Schweizer Polit-Intrigantenstadl in hochdeutscher Sprache gern – weil sich hier einige wunderbare Schauspieler die Klinke in die Hand geben. mehr
Ist es bloße Zeitnot, dass die ARD beim „Traumhotel“ nun ähnlich verfährt wie das ZDF beim „Traumschiff“ und für die Brasilien-Episode nur einen 35-minütigen Zusammenschnitt den Journalisten zukommen ließ?! Der jedenfalls legt nahe, dass die telegene Vietnam-Episode ein "Ausrutscher" war. Brasilien ist wieder ganz der Griff in die touristische Klischeekiste. mehr
Ein Familientreffen auf einem hochherrschaftlichen Anwesen ist eigentlich schon ein Selbstläufer und viel besser als andere „Lilly-Schönauer“-Settings. Man muss nur was daraus machen! „Liebe mit Hindernissen“, eine Schmonzette über falsche, nicht ausgesprochene Erwartungen, leidet darunter, dass hier alle möglichen Handlungsmotive sowohl der Romanze als auch der Comedy der Reihe nach durchprobiert werden. Ein ziemlich kopfloses Drauflos-Plotten. Mit diesem guten Ensemble hätte doch einiges mehr möglich sein müssen! mehr
Eine Frau ist vergewaltigt worden. Nach einer Party bei ihrer besten Freundin. Jemand muss ihr „K.o.-Tropfen“ ins Glas geschüttet haben. Wie soll sie zufrieden weiterleben, wenn sie nicht einmal mehr ihren Freunden trauen kann? Psychologisch wie dramaturgisch steht die Geschichte, die aus der Perspektive der Hauptfigur erzählt ist, auf sicherem Fuß. Maria Simon verleiht ihr darüber hinaus die physische Glaubwürdigkeit, die solch eine Geschichte braucht. Moralisch, (wahrnehmungs)psychologisch und ästhetisch stimmiges Psychodrama. mehr
Der zweite 90-Minüter der ZDF-Reihe „Bergretter“, die vor der ZDF-Programmreform des Donnerstags noch „Bergwacht“ hieß und eine 45-Minuten-Serie war, weiß mehr mit dem neuen Format anzufangen als der Auftaktfilm. Die Optik im Allgemeinen und die Landschaftsbilder im Besonderen auf gutem Unterhaltungsfilm-Niveau, Action & Besetzung noch etwas besser, auch Drama & Emotion im Aufwind – nur die dramaturgischen Lösungen bleiben stereotyp auf Serien-Niveau. Dabei ist doch "Die Bergretter" jetzt eine Reihe! mehr
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