Zieglerfilm präsentiert die Ausnahme-Serie vorab auf DVD
collina Filmproduktion präsentiert einen Film von Max Färberböck & Ulrich Limmer
Alle Filmkritiken auf tittelbach.tv alphabetisch sortiert
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Zwischen Ehekrise und zweitem Frühling, zwischen Spiritualität und Schönheitschirurgie versuchen vier Lehrerinnen zwischen 44 und 52 Jahren ihrem Leben einen Sinn zu geben. Die Handlung von "Klimawechsel" ist hormongesteuert, die Haltung lebensklug, die Tonlage frisch und respektlos, der Humor angenehm unprüde und gelegentlich köstlich derb, und die Wirkung befreiend. Selten konnte man so viel Spaß haben mit deutscher Komödie! mehr
Lange nicht so viel gelacht wie in Doris Dörries Mini-Serie "Klimawechsel". Bei Andrea Sawatzki und ihrer völlig überforderten Kunstlehrerin Désirée, mit spätem Kind, sexsüchtigem Partner und gefangen im Messie-Syndrom, bleibt einem das Lachen mitunter im Halse stecken. Zum ersten Mal in einem Film spricht Sawatzki Bayerisch: "Ich habe befürchtet, Désirée würde in ihrem Wahn zu sphärisch werden, ich wollte sie ein bisschen erden", sagt die Schauspielerin, die nur noch ein Mal im "Tatort" als Kommissarin zu sehen ist. mehr
Mit „Gier“ will Wedel der in die Jahre gekommenen Spaßgesellschaft, die sich ohne Arbeit reich und reicher spekuliert, den Spiegel vorhalten. Für den Zweiteiler, der das kritische Hollywood-Drama der 1980er mit dem Degeto-Touch kurzschließt, ließ sich der 70-Jährige vom Fall des Finanzbetrügers Jürgen Harksen inspirieren. Viele "Magic Moments" laufen ins Leere, weil die Geschichte dramaturgisch für zwei Teile nicht trägt. Für einen Wedel zu wenig. Und für den Zuschauer auch! (Der WDR sendet beide Teile hintereinander ) mehr
Conny Mey reißt einen brutalen Prostituiertenmordfall, der nach Serie riecht, an sich. Geht ein Fetischmörder, der keine Spuren hinterlässt, in Frankfurt um? Diese Ekel-Szenarien mit Kehlkopfschnitten dürften nicht jedermanns Sache sein. Konsequent aber ist die Wertung: Gewalt wird hier weder ästhetisiert, noch vordergründig mit Angst-Lust goutierbar gemacht. In "Es ist böse" ist Gewalt das, was sie ist: hässlich und abstoßend. Und diese Gewalt muss Folgen haben – für die Figuren. Ein harter Brocken, dieser Film. Frankfurt ganz unten. Frankfurt ziemlich krank. Nicht einmal die Filmsprache kann da für Entlastung sorgen! mehr
„Mein falscher Verlobter“ ist eine komische, ungewöhnlich flott erzählte Romanze aus der „Inga Lindström“-Reihe, mit Julia Stinshoff, Dietrich Mattausch., Ralf Bauer, Heikko Deutschmann und Irm Hermann überzeugend besetzt. Zwar ist die Figurenkonstellation aus dem Komödiensetzbaukasten, aber Sadlo spielt gekonnt mit der Komödienkonstruktion. mehr
Verhuschte Witwe versucht sich als Hotelmanagerin. Christian Pfannenschmidt („Girl Friends“) hat hier alle Klischees des Genres aneinandergereiht. Dass der Handlungsfluss dennoch nicht wie ein Schwarzwälder Bergbach im Sommer dahinplätschert, ist Tiefenbachers feiner Regie und dem durchweg gut besetzten Ensemble zu verdanken. mehr
Die missgünstige Magd Magdalena ist zerfressen von dem Ehrgeiz, reich und berühmt zu werden, und zwingt Prinzessin Elisabeth zum Rollentausch. Die Handlung funktioniert also auf zwei Ebenen: Einerseits träumen viele kleine Mädchen davon, in Wirklichkeit eine Prinzessin zu sein; andererseits darf Magdalena mit ihrem himmelschreienden Unrecht natürlich nicht davon kommen. Ein spielfreudiges Top-Ensemble, liebevolle Details, amüsante Gags und einige magische Momente machen „Die Gänsemagd“ überaus sehenswert. mehr
In seiner Adaption des berühmten Andersen-Märchens „Des Kaisers neue Kleider“ nimmt sich Autor David Ungureit einige Freiheiten, gibt der Geschichte damit einen angenehm heutigen Anstrich, ohne den Geist der Vorlage zu beschädigen. Für Puristen mögen die Dialoge allerdings gerade angesichts des spätmittelalterlichen Ambientes mitunter zu modern klingen. Mehr als ein Kindermärchen, von Matthias Brandt und Regisseur Hannu Salonen in Richtung Parodie getrieben. Laune macht aber auch das sympathische gespielte Liebespaar. mehr
„Beste Zeit“ ist der Auftakt der Aufbruch-ins-Leben-Trilogie von Marcus H. Rosenmüller („Wer früher stirbt ist länger tot“). Im Gewand des modernen Heimatfilms erzählt das bayerische Wunderkind mit zwei großartigen Schauspielerinnen von den Tücken des Erwachsenwerdens. Die Banalität als Ritual – das gilt nicht nur für die typische Coming-of-Age-Handlung, sondern auch für Rosenmüllers und Michalkes Dramaturgie. Hier wird einem nicht die Welt erklärt, sondern man sieht den Menschen beim Leben zu. mehr
Schmücke in der Reha, Schneider tappt im Dunkeln und Nora Lindner schnappt sich den neuen Staatsanwalt. Da droht der Tod einer Sekretärin als Mord aus Eifersucht bei den Akten zu landen... Der bildstark inszenierte Film von Dror Zahavi ist ein multiperspektivisch erzählter Whodunit, den im Schlussdrittel die Frage nach dem „WIE überführt man den/die Täter?“ antreibt. Alles wird klug ausgereizt: Schmückes Klinikaufenthalt ebenso wie die Alleingänge eines etwas speziellen Journalisten. Dank "Hingucker" Isabell Gerschke, Misel Maticevic, Dror Zahavi & besonders Henry Hübchen deutlicher Aufwärtstrend in Halle! mehr
Nervenkitzel ist nicht das Markenzeichen der Hallenser Kommissare. Vielleicht wird deshalb in diesem Kidnapping-Krimi Kommissar Schmücke zur Halbzeit aus der Schusslinie genommen. Es ist mächtig was los – vor allem emotional. Schmücke auf der Intensivstation, Michelle Barthel mal wieder als Entführungsopfer mit großen ängstlichen Augen. Die Dramaturgie mit der offenen Führung der Täter stimmt, das Tempo ist gut, die Inszenierung präzise, und der moderne Look mit den für den MDR ungewohnten Bildausschnitten veredelt das Ganze. mehr
Die „Schöne am Beckenrand“ verdreht als Bademeisterin den Männern gleich reihenweise den Kopf – bis einer von ihnen tot im Becken treibt. Die Kunst dieses „Ein starkes Team“-Krimis von Maris Pfeiffer & Matthias Tiefenbacher liegt vor allem in der sorgfältigen Zeichnung der vorzüglich gespielten Figuren, die alle in ihren ganz persönlichen Abgrund blicken. Im Mittelpunkt: das Duell der jungen Frau mit der im Rollstuhl sitzenden Witwe des Opfers. mehr
Überfall auf einen Baumarkt. Der Filialleiter wird lebensgefährlich verletzt. Später folgt eine Kindesentführung. Es ist einiges mehr los als sonst im neuen "Polizeiruf" aus Halle. Dafür sorgt die Neue am Tatort: Nora Lindner bringt ebenso wie ihre Darstellerin Isabell Gerschke frischen Wind ins staubige Kommissariat. Nur die Fälle müssen noch besser werden. mehr
Das Muster im ARD-Freitagsfilm „Rindvieh à la Carte“ ist zwar arg vorhersehbar, die Details aber sind originell, die Darsteller sehenswert, weil perfekt auf die Rollen hin besetzt, und die Pfalz ist ein schöner Schauplatz, der noch nicht zu Tode gefilmt wurde. Wer's romantisch mag, dem dürfte auch die Bildgestaltung zusagen, die die Landschaft in ein betörendes Licht taucht. Das Bauernhof-Idyll wird sinnlich greifbar & die Chansons erledigen den Rest! mehr
„Meine Schwester und ich“ ist die Film gewordene Frauenzeitschrift. Übersteigerter Narzissmus ist in den Blättern der gehobeneren Sorte ebenso ein Thema wie das „sich aufopfern“, die noch immer beliebteste weibliche Verhaltensstrategie. In dem Degeto-Film werden diese psychologischen Muster dramaturgisch unterfüttert und familientechnisch ins Lot gebracht. Ein Fall für "Brigitte"-Leserinnen. Gut gespielt, stereotyp besetzt. mehr
Anita und Fred sind ein Leben lang zusammen – und plötzlich stellt sich die Frage: „Willst du noch mit mir zusammenbleiben?“ Sie wollen beide, doch einer hat Krebs. „Satte Farben vor Schwarz“ ist weder Depri-Drama noch Anleitung für die letzten, weniger guten Jahre, das Langfilmdebüt von Sophie Heldmann ist ein Film über die Liebe. Die lebensphilosophischen Fragen, die der Film stellt, gehen nicht in (der) Handlung unter, sondern sie stellen sich von Situation zu Situation, von Bild zu Bild. Großartig gespielt, "offen" für den Zuschauer! mehr
Der Sturm-und-Drang-Dichter Lenz lebt am Rande des Wahnsinns. Er will fühlen, will lieben, sich verzehren, will verschmelzen mit der Natur. Er fiebert. Schreiben geht kaum noch. Die Kunst ein Rätsel, die Welt eine Chiffre, die Empfindung der helle Wahn. Für all das findet Regisseur Andreas Morell faszinierende Bilder in seiner sehr freien Büchner-Verfilmung. mehr
Eine handvoll Menschen, zurückgeworfen auf sich selbst. In der Ruhe der Natur tritt unter den Teppich Gekehrtes zu Tage. Thomas Arslans "Ferien" ist kein klasisches Familiendrama, wie man es von Fernsehfilmen kennt. Konflikte werden nicht hochgepeitscht, sondern aus gebührender Distanz verfolgt. Ausschnitthaftes Erzählen, dramaturgisches Understatement, ein Spiel wie bei den großen Kino-Realisten dominieren. Erholung für überreizte Sinne. mehr
Bei "Der Sommer des glücklichen Narren" interessiert nur eine Frage: Wie konnte Utta Danella das dünne Geschichtchen auf 350 Seiten strecken? Das Autoren-Paar Evelyn Holst und Neithardt Riedel erweist sich mit diesem Drehbuch als nicht weniger streichzart als die Verfasserin der Vorlage, deren Nachname in böser Nachrede auch gern zu "Sanella" verunstaltet wird. Dazu gibt es 90 sehr lange Minuten unerträgliche Kuschelmusik! mehr
Autor David Ungureit hat das bekannte Grimmsche Märchen vom "Rumpelstilzchen" geschickt erweitert. Er erfindet einen Prinzen, der – statt des Königs – die schöne Müllerstochter begehrt. Es gibt auch Komödiantisches in diesem launigen Kobold-Märchen. Trotz Gesichtsgestrüpps ist Robert Stadlober eigentlich zu hübsch für den dämonischen Unhold; sein hysterisches Gekicher passt dafür um so besser zu der Rolle. Vortrefflich auch die weitere Besetzung. Ein bis ins Detail wunderbar gearbeiteter ARD-Märchenfilm. mehr