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Eine Münchner Glasereibesitzerin sieht einer Bauunternehmerin zum Verwechseln ähnlich. Die eine ist liebenswert, die andere ein Ekel. Das merkt auch bald der Ehemann des Miststücks. Der Film von Nikolai Müllerschön ist pures Vergnügen. Es ist eine Komödie, die mit den Jahrzehnte alten Ingredienzien des Genres arbeitet und zugleich eine ungemeine Frische und verhaltene Menschlichkeit an den Tag legt. Die Geschichte kreist um einen wunderbaren Charakter und der Film besitzt einen nicht weniger wunderbaren Flow, der im Detail „realistisch“ akzentuiert wird durch eine Bildsprache mit einer enorm beweglichen Kamera, die den Menschen in den Mittelpunkt rückt. Und Jutta Speidel ist zum Niederknien! mehr
Eine attraktive Studentin (Jessica Schwarz), ein (hüft)steifer Richter (Tobias Moretti) und ein freigeistiges Ärzteehepaar (Ulrich Thomsen, Barbara Auer) geraten in eine ménage à quatre. Wie in einer Versuchsanordnung spielt Torsten C. Fischer die amourösen Optionen seines menschlichen Ausgangsmaterials durch. Schon im Roman von Dieter Wellershoff ging es mehr um einen Diskurs der Liebe als um Menschen aus Fleisch und Blut. Bechwerlich! mehr
Ausland-Einsatz für Senta Bergers Eva Maria Prohacek. Unter Verdacht, Flüchtlinge zu misshandeln, stehen die vor der Küste Italiens operierende Militärpolizei und die Agentur für den europäischen Grenzschutz im Mittelmeer. Ist ein deutscher Grenzschützer ermordet worden, weil er die Übergriffe nicht länger akzeptieren wollte? "Die elegante Lösung" ist ein präzise erzählter, bewegender Politkrimi, der es sich nicht moralisch einfach macht. mehr
„Wir opfern und benutzen Menschen, wie wir wollen“, heißt es in "Weil sie böse sind". Spielchen auch im Polizeipräsidium. Sänger und Dellwo ergehen sich in Ego-Trips – und kommen deshalb nicht weit bei ihren Ermittlungen. Gier und Selbstsucht, Hitchcock und Highsmith, Bob Dylan singt, Rousseau gibt das Motto vor, Peschel & Schweighöfer glänzen und der „Tatort“-Whodunit wird auf den Müllhaufen der Fernsehgeschichte befördert. mehr
"Mord am Meer" von Matti Geschonneck ist ein spannender Thriller über zwei Kapitel aus der jüngsten deutsch-deutschen Polit-Vergangenheit: Stasi meets RAF! Es beginnt wie ein Krimi. Nachhaltige Story, spannend, großartig gespielt. Und der Zuschauer muss mitdenken. mehr
„Hitchcock und Frau Wernicke“ ist endlich mal wieder ein Hauptstadt-würdiger „Tatort“. Eine köstliche Grundidee, eine gekonnte Ausführung mit feinen Spannungsausschlägen und ein Ermittler-Duo, das angenehm auf ernst und streng getrimmt und dem die urbane Egozentrik ausgetrieben wurde. Gelungener Wechsel aus Tiefgang und Genre-Ironie. mehr
„Beste Gegend“ ist der zweite Film der Aufbruch-ins-Leben-Trilogie von Marcus H. Rosenmüller. Alles wie gehabt. Nur zwei Jahre später: Abitur 1995 und dann ab in den Süden. Ansonsten dasselbe Personal, dieselben Tücken mit Freundschaft, Liebe, Elternhaus. Doch egal, sspätestens nach zehn Minuten erkennt man, hier wirkt die Kraft des Seriellen. Schön, dass sie wieder da sind, die Kati, die Jo, ihre Eltern und die Freunde aus Tandern. mehr
Ein Findelkind vor der Wohnungstür lässt zwei benachbarte Stinkstiefel die Zankerei vergessen. Fritz Wepper in seiner Paraderolle. Dafür, wie überraschungsarm „Baby frei Haus“ ist, besitzt diese boulevardeske Komödie einen überraschend hohen Unterhaltungswert. mehr
Zur Verhandlung stehen verschiedene Ehen im dritten Film aus der Reihe "Alles was recht ist". Es werden einige nicht ganz falsche Aussagen über das Leben und die Liebe getroffen. Dieses Offene-Türen-Einrennen ergibt aber noch keinen guten Film. Fazit: ein auf launig getrimmter Themenfilm, in dem alles nach Konzept aussieht. Eine serielle Kopfgeburt ohne Leben. Belanglose Service-Fiction – allenfalls für reifere Jahrgänge geeignet! mehr
Kockischs Charisma allein reicht nicht. Zwischen chronischem Augenzwinkern und gespielter venezianischer Bedächtigkeit entwickelt sich ein Fall von politischer Brisanz, in dem einige korrupte römische Beamte und ein Profikiller, zwei tote Afrikaner und ein paar wertvolle Rohdiamanten eine wichtige Rolle spielen. Der Film selbst ist kein Rohdiamant: zäh schleppt sich die Story dahin, aus vermeintlichem Mut zur Langsamkeit wird Langeweile. mehr
„Wie ein Licht in der Nacht“ erzählt das Drama einer Alkoholikerin, die mehr und mehr die Leere in ihrem Leben zu spüren bekommt und die nichts von einer Sucht hören möchte. Der Film lässt sich Zeit mit dem Abstieg. Die Heldin wurde von Autor Thorsten Näter gut grundiert, wirkt plausibel, entsprechend stimmig ist Christiane Hörbigers Psychogramm. Die ästhetische Degeto-Oberflächlichkeit forciert – über die Geschichte hinaus – die Fallhöhe. Klare, moderne Bildsprache, stimmiger Erzählfluss, groß(artig)e Szenen. mehr
Der Film, der aussieht wie ein vom Finanzamt gesponserter Werbefilm für Köln und dessen Umland, entwickelt sich zu einer naiven Anleitung zum Glücklichsein. Ein krankes Pferd, eine 14-jährige Waise, ein windiger Steuerberater und das liebe Geld sind die Stolpersteine auf dem Weg zum Happy End. Suzanne von Borsody & Peter Sattmann machen es erträglich! mehr
Die Tötung zweier Russinnen, die in Hamburg vor ihrem Tod ein Baby zur Welt brachten, führt die Kommissarin nach St. Petersburg. So sehr "Weiße Nächte" in einigen Momenten an die Nieren und ans Herz geht, so sehr verzettelt sich Autorin Bühlig in allzu vielen (Frauen-)
Geschichten. Ein überlanger "Bella Block" mit zu viel "Sinnstiftung" und zu wenig Krimi. mehr
Überfall auf einen Baumarkt. Der Filialleiter wird lebensgefährlich verletzt. Später folgt eine Kindesentführung. Es ist einiges mehr los als sonst im neuen "Polizeiruf" aus Halle. Dafür sorgt die Neue am Tatort: Nora Lindner bringt ebenso wie ihre Darstellerin Isabell Gerschke frischen Wind ins staubige Kommissariat. Nur die Fälle müssen noch besser werden. mehr
Zwischen Agnes und dem 13 Jahre jüngeren Leo ist es wie am ersten Tag: eine große Liebe. Als die (selbst)bestimmte Frau an Krebs erkrankt, arrangiert sie die Zukunft ihres Mannes – mit einer reizenden jungen Frau an seiner Seite und mit einem Ersatzsohn noch dazu. „Eine alte, kranke Frau mit kahlem Kopf – das hat er nicht verdient.“ Eine realitätsferne Drehbuchidee. Akzeptiert man sie, gibt es wunderbare Momente zu entdecken in diesem Melodram mit einer dicken Träne in den Augenwinkeln und Wien als (Todes-)Spielplatz. mehr
Profilkiller und Mädchenhändler sind auf den Straßen von Berlin unterwegs und versetzen das "Starke Team" in ständige Alarmbereitschaft. „Gnadenlos“ ist der 50. Film dieser grundsoliden ZDF-Krimireihe – und nicht der schlechteste. Eine handlungsintensive Story erlaubt dem Zuschauer kaum eine Verschnaufpause. Stark besetzter Whodunit-Krimi mit vielen Wendungen, durchgängig hohem Spannungspegel und einem Hit von Take That. mehr
Ein berühmter Filmproduzent wurde erschossen – und viele hätten ein Motiv. Hochglanz-
Krimi mit Ausblick. Psychologische Nullnummer mit aufgesetzt ulkigen Dialogen in gepflegten Interieurs. Gediegener Whodunit mit namhafter Darstellerriege. Müder Familienkrimi! mehr
Eine Kommissarin im Mutterschutz, deren kriminalistischer Instinkt eine längst vergessene Leiche aufspürt – das klingt eher nach Agatha Christie als nach einem „Tatort“. mehr
Aus einem Golfwochenende von vier Freunden, die sich nach langer Zeit wiedergefunden haben, wird eine Nabelschau: vertane Chancen, Krankheit, Entfremdung. Die erwachsene Themenpalette ändert wenig daran, dass sich Autor Martin Rauhaus mit seinen Sottisen und Zitaten verzettelt und der Film dramaturgisch nie in Schwung kommt. Größtes Manko aber ist jene komödiantische, überbetonte Boulevard-Spielart der Schauspieler, deren Schweizer Klangfarbe der Sargnagel dieses betulichen Degeto-Dramoletts vor Alpenpanorama ist. mehr
Ein heißes Eisen! Das Thema türkischer Mord im Namen der Ehre gerät sozialkritisch in den Fokus. Martin Eigler gelingt eine sensible Annäherung an das brisante Thema. Die besondere Stärke des Films ist die sensible Darstellung des Konflikts. Gezeigt wird kein "Ehrenmord", sondern eine türkische Frau in der Klemme. Nicht nur psychologisch höchst spannend! mehr
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