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Frühlingserwachsen im Spätsommer. Ein 17-Jähriger lässt sich von einem jungen Pärchen zu Wildheit und Gewalt verführen. Es geht um Träume, die in Teenagern schlummern. Es lockt der Leichtsinn – und noch mehr das Verbotene. Der Debütfilm des Österreichers Wolfgang Fischer taucht seine Geschichte in einen eintspannten Arthaus-Stil und in eindrucksvolle Bilder: Innenwelten werden bizarr nach außen gekehrt. Drei großartige Jungdarsteller! mehr
Sympathisch ist diese fesch bezopfte Frau in Jeans, die jüngste Chef-Ermittlerin in einer deutschen Reihe, deren Chefinnen-Rolle und mehr noch ihre Kompetenz vom Zuschauer keine Sekunde lang in Zweifel gezogen werden dürfte. Das liegt auch an Maria Simon, eine exzellente Drama-Schauspielerin, mit der "stofflich" alles möglich sein wird. Bernd Böhlichs Auftaktfilm ist kein Krimi mit Ausrufezeichen (wie die HR-"Tatort"-Premieren). "Die verlorene Tochter" ist solide, konzentriert, superb besetzt. Böhlich weiß, was Potsdam braucht. mehr
Aus der Kaserne direkt an die Heimatfront und ins Lehrerzimmer. Kippte Jaenickes Oberst in „Allein unter Mädchen“ noch in die Karikatur, neigte in „Allein unter Müttern“ der geschlechtsspezifische Zeitgeist zur Übertreibung, trifft „Allein unter Schülern“ den richtigen Ton: schneller Erzählrhythmus, perfektes Timing, gelungener Soundtrack und die Figuren stecken voller Wahrheiten. Dieser Film funktioniert nicht nur, weil man den Hauptfiguren gegenüber, sondern weil man dem ganzen Film gegenüber Sympathie entwickelt. mehr
Zu Beginn wähnt sich der Zuschauer in einer Billig-Version von “Napoleon”. Wie ein “Polizeiruf 110” sieht das beileibe nicht aus. Doch Kommissarin Johanna Herz enttarnt bald diesen soldatischen Mummenschanz. Schatten der Geschichte fallen auf die Gegenwart. Ein Wessi liegt tot auf dem Feld. Originell, atmosphärisch, dokumentarisch, spannend. mehr
„Der Stich des Skorpion“ ist nach der Autobiografie des Lyrikers Wolfgang Welsch, „Ich war Staatsfeind Nr. 1“, entstanden. Mehr als 200 Ostdeutsche schleuste er über Bulgarien und Rumänien in den Westen ein. Deutsch-deutsche Politik als packender Fernsehfilm! mehr
Überfall eines Geldtransports mit Geiselnahme. „Stralsund – Außer Kontrolle“ beginnt rasant. Im psychologischen, ruhig erzählten Zwischenteil gerät die Polizei in den Fokus, bevor es am Ende noch einmal zur Sache geht. Klug konzipiert, klar im temporären Ablauf, doch nicht ohne Überraschungen im Detail. Die Schauspieler sind funktional besetzt und ordnen sich perfekt dem „System“ unter. Besser als der erste "Stralsund"-Thriller mit Wackernagel! mehr
Die eine wäre beinahe im Jugendarrest gelandet, die andere war in der Psychiatrie. „Zimmer mit Tante“ ist eine angenehme Überraschung am Samstagabend. Ein Film, der aus der Reihe tanzt – nicht nur was den Sendeplatz angeht. Zwei Generationen im Nahkampf. Zwei Eigenbrötler auf der Suche nach Nähe, Bestätigung, Liebe. Degeto wegweisend! mehr
Anita und Fred sind ein Leben lang zusammen – und plötzlich stellt sich die Frage: „Willst du noch mit mir zusammenbleiben?“ Sie wollen beide, doch einer hat Krebs. „Satte Farben vor Schwarz“ ist weder Depri-Drama noch Anleitung für die letzten, weniger guten Jahre, das Langfilmdebüt von Sophie Heldmann ist ein Film über die Liebe. Die lebensphilosophischen Fragen, die der Film stellt, gehen nicht in (der) Handlung unter, sondern sie stellen sich von Situation zu Situation, von Bild zu Bild. Großartig gespielt, "offen" für den Zuschauer! mehr
1000 Mal erzählt und doch so noch nicht gesehen - Dank der Traumkulisse Hiddensee und Kameramann Pestov. Es sind die magischen Momente zwischen zwei „Augenmenschen“, die "Der Bernsteinfischer" zu einem atmosphärisch stimmigen Degeto-Melodram machen. mehr
1958 war es die große Liebe, doch eine Intrige entzweit das junge Paar. Er entdeckt die Freiheit, sie die Liebe zu Gott. Kann es eine gemeinsame Zukunft geben für den kranken Ex-Roadie und die Ordensfrau? Die ausgedachte Ausgangssituation mit (psycho)logischer Schieflage ist das eine, die Vielzahl zutiefst bewegender, großartig gespielter & inszenierter Szenen, aus denen sich eine Gefühlsspur von großer Wahrhaftigkeit entwickelt, ist das andere. Ganz stark: Froeboess, Habich, Peter Franke & vor allem auch Anna Maria Sturm. mehr
Ein Ex-Terrorist, der sich vor 20 Jahren nach Italien abgesetzt hat, ist verraten worden. Sinnt jener Amigo Steiger auf Rache oder wird er selbst Opfer eines Komplotts? Lars Becker bekommt alle Schauspieler, nur seinen eigenen Roman „Amigo“ bekommt er dramaturgisch nicht in den Griff. Die Verfilmung seines Krimis von 1991 hat ein Erzählproblem. Lange fragt man sich, was einem dieser Thriller, der einen seltsam kalt lässt, erzählen möchte. Diesem Film fehlt ein Herz, eine Haltung, eine Seele – und ein finaler Spannungsbogen. mehr
„Ich trag dich bis ans Ende der Welt“ klingt kitschiger, als diese Degeto-Produktion über weite Strecken ist. Ein Vater und seine erwachsene Tochter kommen sich beim Pilgern näher. Braves Melodram, gediegene Spanien-Bilder, überzeugendes Spiel von Elmar Wepper. mehr
„Sommerlicht“ ist ein Film der vielen (überflüssigen) Worte, ein Film, bei dem einem Kritiker nur die Worte vergehen können. Für so einen Film fehlen die Kategorien. Wo bei den Mängeln anfangen? Jeder dritte Satz ein Aufsager mit einer Information nur für den Zuschauer, jeder plappert vor sich hin und nicht nur die Dramaturgie hat eine wacklige Gangart. Fast alles ist unterirdisch schlecht in diesem Film. Ein solches Machwerk bringt alles in Verruf. Dieser Film schreit nach einer Qualitätskontrolle bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. mehr
„Für immer daheim“ fühlt sich die Ex-Bankerin Maren Bertram in ihrer alten Heimat. Wenn nur nicht ihr Vater, der Hausherr auf einem verschuldeten Gnadenhof, so ein riesiger Hornochse wäre! Heimatfilm-Zeit in der ARD – ein bisschen ins Moderne gewendet, aber dramaturgisch wohlbekannt: Mit dem Sturkopf-Motiv wird die Handlung zum Happy End geschaukelt. Nichts gegen einen echten Heimatfilm – aber dieser halbherzigen Degeto-Produktion fehlt es an Echtheit, an Bodenständigem, an Glaubwürdigkeit. mehr
Ein berühmter Filmproduzent wurde erschossen – und viele hätten ein Motiv. Hochglanz-
Krimi mit Ausblick. Psychologische Nullnummer mit aufgesetzt ulkigen Dialogen in gepflegten Interieurs. Gediegener Whodunit mit namhafter Darstellerriege. Müder Familienkrimi! mehr
Es wird sauber ermittelt, es gibt die üblichen Verdächtigen und die entsprechenden Milieus werden routiniert und politisch korrekt ausgeleuchtet. Der Fall ist kriminologisch wenig aufregend – deshalb muss die arabische Note ein bisschen für Abwechslung sorgen. mehr
Eine junge Frau ist verschwunden. Eine "Extremistin" in Sachen Liebe, Lust und Leiden. Für Andere waren sie und ihr Freund die reinste Provokation. Ihr Glück und ihr intensiv gelebter Lebensstil erschütterte insbesondere die erstarrte Beziehung des Rentnerehepaars gegenüber. Bald gibt es zwei Geständnisse, aber noch keine Leiche. Grandioses Buch über das Absterben von Gefühlen mit einer komplexen Spiegelungs- & Projektionsarchitektur. Stilistisch perfekt inszeniert. Zwischentonreich gespielt. Eine der besten "Bella Block"-Episoden! mehr
Eine Vergewaltigung in aller Öffentlichkeit geht Bella Block besonders nahe, macht sie aber weniger wütend als nachdenklich. Sie selbst hat die Zeichen der Tat falsch gedeutet. In einem zweiten Fall liebte sich offenbar ein Ehepaar zu Tode. Block ist eine Wahrheitssucherin. Sie will verstehen, weshalb Menschen so schlimme Dinge tun. In Kai Wessels Film gelingt das besonders gut. Die Heldin klagt weniger an als sonst. Einer der besten "Bella Blocks"! mehr
Sabine Timoteo ist den Machenschaften der Pharma-Industrie auf der Spur. Als eigenwillige Labor-Schöne sprengt sie den Rahmen dieses spannend-durchschaubaren Genrefilms. mehr
Klare Worte sind nicht Christianes Fischers Sache und so übernimmt Mutter Luise bald das Kommando im Leben der allein erziehenden Tochter. Hinter „Mama kommt!“ verbirgt sich eine Drohung. So eine besserwisserische Mutter wünscht sich keiner in den eigenen vier Wänden. Trotz Senta Berger ist alles ein Tick zu viel in dieser Mutter-Tochter-Komödie. mehr
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