So ein Schmarrn! Diese vermeintliche Farce deutscher Befindlichkeiten, taugt trotz illustrer Schauspieler nicht einmal als Nummern-Revue. Ohne Sinn und Verstand werden hier Klischees und andere Verrücktheiten aneinandergereiht. Null Detail-Witz, null Dramaturgie. Keiner geht verloren? Von wegen. Den Film wird kaum ein Zuschauer ins Ziel schaffen. mehr
Ein Lehrer in der Klemme: zuerst hat er Sex mit einer Schülerin – wenig später ist sie tot, die Ehefrau balanciert am Rande des Nervenzusammenbruchs und der Massengentest wartet. Ein bisschen "Tatort – Reifezeugnis" & eine Referenzspur zu Strombergers "Tod eines Schülers". Der sehr geschlossene, stimmungsvoll fotografierte, hochklassig besetzte Film von Mark Schlichter ist ein Drama der Extraklasse, das den Krimi dramaturgisch clever nutzt. mehr
Der kleine Einstein Tim und böse Großwildjäger auf der Suche nach Nessie. Bei dieser filmischen Abenteuerreise werden die Trampelpfade des Genres so richtig ausgetreten: ein bisschen Kinderfilm, ein bisschen Beziehungskomödie, ein bisschen Abenteuerfilm mit Bösewichten im Karl-May-Format. Visuell einigermaßen passabel, schlampig das Drehbuch, unterirdisch die Figuren-Zeichnung. Das Ganze ist allenfalls als Kinderfilm erträglich! mehr
Das ZDF wollte zu viel bei dieser Geschichte um ein Geheimnis aus vermeintlich besseren Tagen: zu viel Drama, zu viel Krimi, zu viel Schicksal. Der neudeutsche Zwang, ein Beziehungsdrama nie ohne Tod und Polizei, ohne Verdachtsmomente und Verstrickungen zu erzählen, schlägt merklich auf die Qualität des Films zurück - trotz Hannah Hollinger. mehr
DDR, 1978. „Westflug – Entführung aus Liebe“ ist kein politischer Film. Basierend auf einer wahren Begebenheit, rekonstruiert der 115-Minüter den realen Fall einigermaßen authentisch, tastet die Oberfläche des DDR-Alltags ab, etabliert die Stasi genregemäß und dramaturgisch wirkungsvoll als Gegenkraft, um in ein spannendes Fluchtdrama zu münden, das als emotional bewegende Politposse endet. Für die Betroffenen gibt es nichts zu lachen. mehr
Der Berliner „Tatort“ startet durch. Nach der originellen Hitchcock-Reminiszenz begeben sich Ritter und Stark ins Kunst-Milieu. Der Mythos vom leidenschaftlichen Künstler wird nicht lange bemüht. Max von Thun liegt bald wie ein Kunstobjekt am Tatort: ein toter Fisch in Aspik. Ein großartig besetzter Film, kriminalistisch und vor allem ästhetisch spannend, voller kleiner, tiefer Wahrheiten und mit zwei nachdenklichen Kommissaren ohne Buddy-Pose. mehr
Der ZDF-Fernsehfilm, in dem eine ganze Kleinstadt hinter einem wahnsinnigen Frauenmörder her ist, hält reichlich Überraschungen für den Zuschauer parat. Mit wohligem Schaudern kann man sich hier von Autor Timo Berndt in die Irre führen lassen, ohne dass man sich am Ende an der Nase herumgeführt fühlt. Blutig, mythologisch, atmosphärisch, spannend. mehr
„Es geht um Mord.“ „Wen haben Sie getötet?“ „Noch niemanden, aber ich werde es tun.“ Die junge Frau, die eine Anwältin mit dieser Ankündigung konfrontiert, verfolgt sie wie ein Schatten. Dieser aufreizend selbstbewussten Person kann kein Therapeut helfen; auch die Polizei ist nicht die richtige Adresse. Gelungener Spagat zwischen Thrill & Psychologie mehr
Ein Revisor vom Finanzamt macht einer Almbäuerin das Leben schwer und – wer hätte es gedacht – verliebt sich auch noch in die fesche Sennerin. Dramaturgisch weniger abgeschmackt als andere Degeto-Komödien, ist "Eine Sennerin zum Verlieben" bis zur unvermeidlichen Verliebtheit des gereiften Paares ein launiger Wohlfühlfilm mit zwei gut aufgelegten Hauptdarstellern. Was dafür nervt, sind die alpinen Sonnenuntergänge. mehr
Verarmter Adliger adoptiert neureiche Proletenfamilie. Die Ausgangsidee von „Grafliches Roulette“ ist nicht unoriginell. Auch das Aufeinandertreffen der Kontrastwelten besitzt launige Momente. Doch dann kommt nicht mehr viel – außer einer dürftigen Intrige, einer löcherigen Dramaturgie und endlosen Finten & Fakes. Wepper & Lansink können nichts retten. mehr
„Ich trag dich bis ans Ende der Welt“ klingt kitschiger, als diese Degeto-Produktion über weite Strecken ist. Ein Vater und seine erwachsene Tochter kommen sich beim Pilgern näher. Braves Melodram, gediegene Spanien-Bilder, überzeugendes Spiel von Elmar Wepper. mehr
Ein Mord in Leipzig und ein Überfall auf einen Transporter in Köln. Ballauf, Schenk, Ehrlicher und Kain ermitteln die Zusammenhänge der beiden Fälle im zweiten "Tatort"-Doppel. Dramaturgisch ist viel Sand im Getriebe. Statt Krimi-Routine und dem ewigen (Ost-West-)Gewitzel hätte man sich lieber eine realitätsnahere Geschichte gewünscht. mehr
Oma trifft der Schlag. Der Dorfpfarrer entdeckt sie tot hinterm Sofa. Der Herr Doktor wird gerufen. Auf dem Weg zum Hof fliegt er aus der Kurve und bricht sich das Genick, derweil sich im Hof nach und nach die Hinterbliebenen einfinden. Lange nicht gesehen, sich nichts zu sagen, allein die Erbschaft lockt... Ein komödiantisches weißblaues Edelschmankerl! mehr
Krimi und politische Kampagne - das ist stärker als sonst ein Stück aus dem Provinz-Kasperle-Theater. Und “Wilsberg” ist Genre-Jux. “Die Mischung aus Krimi und Komödie ist deswegen so erfolgreich, weil dem Zuschauer hier eine unterhaltsame Entlastung von der Kompliziertheit seines Alltags geboten wird”, glaubt Redakteur Martin R. Neumann. mehr
Doch nicht der Trennungskrieg steht im Zentrum, sondern die neue Beziehung des Vaters und der Versuch, die Kinder in dieses Leben zu integrieren und die neue Partnerin zur Komplizin zu machen. Nocke/Huntgeburth geht es um mehr als den verzweifelten Kampf um die Kinder & das emotionale Überleben. Wahrheit ist oft nur eine Frage der Perspektive. Der Zuschauer soll nicht den Schiedsrichter spielen, sondern die gestörte Kommunikation erkennen. mehr
Es ist kein Film zum Gernhaben, den Sat 1 zu Zeiten, als Harald Schmidt noch vom „Kuschelsender“ sprach, in Auftrag gegeben hatte. Weil „Mörder in Weiß“ nicht mehr ins Komödien-Zeitalter passt, hat man den vier Jahre auf Eis gelegenen Thriller 2005 im Sommerloch versenkt. Spröder Beginn, doch dann wird's immer spannender! mehr
Ist Wiesingers charmanter Reitlehrer der böse Bube? Ist er ein schamloser Verbrecher? Thiel und Boerne sehen in ihm nur den Womanizer und Schwerenöter. Durch deren lustloses Ermitteln können die Verdächtigen viel Verwirrung stiften und für gepflegte Krimi-Unterhaltung ohne viel Blutvergießen und große Adrenalinschübe sorgen. mehr
Ausgerechnet Katharina Wackernagel ist nun auch als Kommissarin zu sehen: Sie, die seit der ARD-Vorabendserie „Tanja“ vor allem in Rollen mit sozialem Anspruch überzeugte. Höhepunkt eines zehnjährigen Karrierewegs war „Contergan – Eine einzige Tablette“, der Zweiteiler um den größten Medikamentenskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte. mehr
Einen kompakten Erpresser-Krimi, der in 24 Stunden seine „Mörderische Verfolgung“ abspult, gab es länger nicht. Das Genre aber ist wohlbekannt – und so kam man schnell wieder auf den Geschmack. Erleichtert wurde einem der Zugang durch eine abwechslungsreiche Besetzung: Katharina Wackernagel als Polizistin – warum nicht?! mehr
Ähnlich wie in „Die göttliche Sophie“ der Glauben in alle Munde kommt, so gelingt es Thomas Kirdorf mit einem Drehbuch, das sich aus dem Füllhorn der Klischees bedient, um den Regeln des Degeto-Freitagsfilm einen ansehnlichen Unterhaltungsfilm abzuringen. mehr