MEIN Journalisten-CREDO
Ich bin nicht der Journalist, der über alles und jedes schreibt. Seit 40 Jahren gehören Film, Fernsehen und Popmusik zu meinem Leben wie Essen und Trinken. Ich gehöre zur ersten Generation, die mit Fernsehen groß geworden ist – mit „Beat Club“, „Wünsch dir was“ oder „Tatort“. Medien sind für mich kein x-beliebiges Thema, Fernsehkritik ist für mich nichts, was auch der Praktikant übernehmen kann. Medien sind eingebunden in Wirtschaft und Politik, für mich sind sie auch eine Herzenssache. Ich schreibe seit fast 30 Jahren über das, was mir wichtig ist: über Filme – auf der Grundlage meiner Genre-Erfahrung, eines (film)ästhetischen Stilbewusstseins, Zeitgeist-Kritik und einer spielerischen Lust am Trivialen. Der Markt dafür schrumpft. Im Printbereich jedenfalls. Interviewt werden nur noch Schauspieler, der Aufreger des Tages ist wichtiger als historische Einordnung. Das Internet bietet neue Möglichkeiten. Für Fans und Experten ist es das geeignete Medium.
Ich bin Journalist – auch im Internet. Ich bin kein Blogger. Kein Aktualitäts-Junkie. Ich suche im Netz zwar nach einem Ventil für unterdrückte Möglichkeiten, nach einem Forum für Qualitätsfernsehen & TV-Kritik, aber ich muss nicht die schizophrene Situation kompensieren, in der sich viele Profi-Blogger befinden, die im Alltag eingebunden sind in ein Loyalität einklagendes System, das wenig Raum lässt für Subjektivität und Haltung. Ich sehe mich als Fachjournalist, als jemanden, der analysiert und sammelt und die Besonderheiten beider Medien kurzschließt. Ich bin kein „Portalist“, kein Agentur-Hiwi, kein Sender-Beauftragter.
Beim Stil und Look meiner Seite setze ich auf einen fröhlichen Mix aus Print-Optik und Web-Struktur. Ich will wahrgenommen und verstanden werden. Eine klare Sprache ist mir wichtiger als intellektuelle Pointierung oder journalistische Originalität. Was mich seit jeher ärgert: wenn Kritiker Qualität allein am Thema oder am eigenen, unreflektierten Geschmack festmachen, wenn sie ungetrübt jeglicher fernsehhistorischer und dramaturgischer Kenntnis über die Machart eines Films schwadronieren. Meine Texte haben Service-Charakter. In ihrer Summe betrachtet, verstehe ich sie durchaus als Beitrag zur Sehkultur im Fernsehen.
MEINE VITA
Geboren
am 12.2.1958 in Düsseldorf. Aufgewachsen im beschaulichen Schwabenstädtle Aalen
Früh gepackt vom Zeitungsfieber
inspiriert von BRAVO, JASMIN, TWEN und PARDON bastelte ich mir im Alleingang mit 12 meine erste Schülerzeitung.
Mit 16 Jahren schaffte ich eine Nullnummer der „Aalener Stadtzeitung“. Erstes Backstage-Interview: Birth Control
Ausbildung
Abitur 1977, Schubart-Gymnasium, Aalen
Magister der Theater-, Film und Fernsehwissenschaft, Universität zu Köln
Die ersten Jobs
1978-80 Münchner Merkur, Hospitanz und freie Mitarbeit.
Erste TV-Kritik: „All You Need Is Love“, eine Popmusik-Doku von Tony Palmer
1979-80 Kulturredakteur des Stadtmagazins „FFB Zeitung“
Erste Filmkritik: „Stardust Memories“ von Woody Allen
Die (akademischen) Medienprojekte
1980-88 Autor und Mitherausgeber der kritischen Medienzeitschrift „Zelluloid“
1981-85 Tutor im Fach Filmwissenschaft an der Kölner Uni (Meine Steckenpferde: Neorealismus, Nouvelle Vague, Hitchcock, Antonioni, Screwball Comedy; Filmsprache)
1986-87 Zivildienst im jfc / Medieninformationszentrum Köln
1987-89 Workshops u.a. Woody Allen / Postmodernes Kino
Die nächsten Jobs
Autor für „Die Welt“ und „Rheinische Post“, für „medien & erziehung“ und die Bundeszentrale für politische Bildung
1990-93 tätig als Medienseiten-Redakteur für „Die Welt“
Ab 1994
wieder als freier Bauchladen-Journalist unterwegs. Nebenbei Arbeit als Texter.
Seit 1992
regelmäßig in die Nominierungskommission & Jury des Adolf-Grimme-Preises berufen
Seit 2008
ehrenamtlicher Prüfer der FSF (Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen)
Herbst 2009
Start der Website tittelbach.tv – der fernsehfilm-beobachter
TITTELBACH.TV – dem Fernsehen ein Stück weit GESCHICHTE GEBEN
Bis Herbst 2009 fehlte eine Internetseite, die sich mit der deutschen TV-Fiktion kritisch auseinandersetzt. Die Top-Produktionen innerhalb des Fernsehfilms und TV-Reihen wie „Tatort“, "Bloch" oder „Bella Block“ sind im internationalen Vergleich seit Jahren Weltspitze.
In der Presse aber fristen diese oft außergewöhnlichen Filme ein Schattendasein. Mit der Medienkrise schrumpfen die Fernsehseiten vieler Tageszeitungen, Agenturen übernehmen die Rolle der TV-Kritik. Das Zufallsprinzip und der Zwang zum Populären bestimmen die Auswahl der Themen. Die Fernsehzeitschriften mühen sich redlich, doch sie ächzen unter der digitalen Programmmasse. Sie wollen umfassend sein – entsprechend knapp und nichts sagend fallen die Kritiken aus. Systematische Zusammenfassungen nach Genre oder Jahrgang, wie sie für den Kinofilm gang und gäbe sind, gibt es für den Fernsehfilm nicht.
Auch wenn dem flüchtigen Medium Fernsehen seit jeher Geschichtslosigkeit nachgesagt wird – im Zeitalter von Festplattenrekorder, Kauf-DVD und digitalen Spartenkanälen ist die These vom Medium ohne Geschichte fragwürdig geworden. Mit dem Internet steht nun auch journalistisch ein Medium zur Verfügung, welches sich der Beliebigkeit der herkömmlichen Fernsehkritik widersetzt. Eine besondere Nachhaltigkeit ermöglicht die Kombination der Qualitäten beider Medien: ein analytisch-kritischer Text, wie er in der Zeitung stehen könnte, trifft auf ein lexikalisches Service-System, das den ständigen Text-Zugriff garantiert.
tittelbach.tv
Auch wenn das Lagerfeuer nur noch glimmt...
...tittelbach.tv richtet sich an Zuschauer, die Fernsehfilme zu schätzen wissen und sich auf einen „Tatort“ genau so freuen können wie auf einen gelobten Kinofilm. Auf der Seite befinden sich pro Monat bis zu 200 Besprechungen von TV-Premieren und wichtigen Wiederholungen – kompetent, knapp, klar, vorurteilsfrei, vergleichend, verlässlich, bei einem Vorlauf von drei bis vier Wochen. Die so entstehende Fernsehfilm-Datenbank wird nach und nach aufgestockt um einige Kritiken der besten Fernsehfilme der letzten zehn Jahre.