Dem Fernsehen ein Stück weit Geschichte geben
Fernsehunterhaltung & der TV-Trash, der die Gemüter in schöner Regelmäßigkeit erhitzt, haben ihre Foren im Internet und auch die Qualitätspresse nimmt sich dieser Genres immer häufiger an. Auch an Kritiken über Kinofilme mangelt es nicht. Für jeden ist online was dabei.
Was bis Herbst 2009 fehlte: eine Internetseite, die sich mit der deutschen TV-Fiktion kritisch auseinandersetzt. Die Spitzenproduktionen innerhalb des Fernsehfilms und TV-Reihen wie „Tatort“, "Bloch" oder „Bella Block“ sind im internationalen Vergleich seit Jahren Weltspitze.
In den Medien aber fristen diese oft außergewöhnlichen Filme ein Schattendasein. Mit der Medienkrise schrumpfen die Fernsehseiten vieler Tageszeitungen, Agenturen übernehmen die Rolle der TV-Kritik. Das Zufallsprinzip und der Zwang zum Populären bestimmen die Auswahl der Themen. Die Fernsehzeitschriften mühen sich redlich, doch sie ächzen unter der digitalen Programmmasse. Sie wollen umfassend sein – entsprechend knapp und nichts sagend fallen die Kritiken aus. Systematische Zusammenfassungen nach Genre oder Jahrgang, wie sie für den Kinofilm gang und gäbe sind, gibt es für den Fernsehfilm nicht.
Auch wenn dem flüchtigen Medium Fernsehen seit jeher Geschichtslosigkeit nachgesagt wird – im Zeitalter von Festplattenrekorder, Kauf-DVD und digitalen Spartenkanälen ist die These vom Medium ohne Geschichte fragwürdig geworden. Mit dem Internet steht nun auch journalistisch ein Medium zur Verfügung, welches sich der Beliebigkeit der herkömmlichen Fernsehkritik widersetzt. Eine besondere Nachhaltigkeit ermöglicht die Kombination der Qualitäten beider Medien: ein analytisch-kritischer Text, wie er in der Zeitung stehen könnte, trifft auf ein lexikalisches Service-System, das den ständigen Zugriff auf den Text garantiert.
tittelbach.tv
Vorgestellt werden aber nicht nur die Glanzstücke des Erzählfernsehens, es wird auch den Bedingungen für Qualität nachgespürt und es wird den "Faktoren" nachgegangen, die für das Gelingen eines Films ausschlaggebend sein können. Da haben Produzenten-Porträts genauso ihren Platz wie Interviews mit Schauspielern, Autoren oder Regisseuren.
Schlechte Filme interessieren, wenn sie gehäuft auftreten oder sich auf Sendeplätzen breit machen, die für Qualität bestimmt sind. Umgekehrt gehören Entdeckungen auf den Unterhaltungssendeplätzen zu den besonderen Herausforderungen von tittelbach.tv. Rückblicke auf die Top-Leistungen eines Fernsehjahres sollen für Diskussionen und mehr Transparenz sorgen. So lässt sich systematischer und weniger „gefühlt“ Bilanz ziehen.
Auch wenn das Lagerfeuer nur noch glimmt...
...tittelbach.tv richtet sich an Zuschauer, die gute Fernsehfilme zu schätzen wissen und sich auf einen „Tatort“ genau so freuen können wie auf einen gelobten Kinofilm. Auf der Seite befinden sich pro Monat bis zu 100 Vorbesprechungen von TV-Premieren und sehenswerten Wiederholungen – kompetent, knapp, klar, vorurteilsfrei, vergleichend, verlässlich, bei einem Vorlauf von zwei bis drei Wochen. Die so entstehende Fernsehfilm-Datenbank wird nach und nach aufgestockt um einige Kritiken der besten Fernsehfilme der letzten zehn Jahre.