• Analyse   Das Beste vom Besten: die 23 FICTION-Nominierungen für den Grimme-Preis 2012

      Über 30 Fiktion-Premieren. Februar-Highlights auf einen Blick Auf einen Blick: Kinokultfilme & Filmgeschichte im Februar ROWBOAT präsentiert: "Das Wunder von Kärnten" (ZDF, 5.3.) Werden Sie FAN & FREUND von tittelbach.tv - Infos per Klick BurkertBareiss/TV60Film: "Rache der Wanderhure" (Sat 1, 28.2.)
      Foto: ZDF / Volker Roloff

      Über 30 Fiktion-Premieren. Februar-Highlights auf einen Blick

      Auf einen Blick: Kinokultfilme & Filmgeschichte im Februar

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      ROWBOAT präsentiert: "Das Wunder von Kärnten" (ZDF, 5.3.)

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      Foto: Jiri Hanzl

      BurkertBareiss/TV60Film: "Rache der Wanderhure" (Sat 1, 28.2.)

      "Homevideo", "Die Hebamme", "Dreileben". 3 x "Tatort", 2 x "Polizeiruf 110". Trotzdem liegt das ZDF mit 9 Nominierungen vorn. 3 WDR-Top-Dramen & 1x Sat 1

      Rainer Tittelbach
      2011 war ein gutes Fernsehfilm-Jahr mit den Leuchttürmen „Homevideo“ und „Die Hebamme“ und den WDR-Stücken „Kehrtwende“ und „Nacht ohne Morgen“ und ein miserables Serien-Jahr. 2011 war vor allem aber ein überragendes Krimireihen-Jahr. Beim „Tatort“ hatte die Grimme-Nominierungskommission die Qual der Wahl: zwei HR-Perlen und ein Kleinod aus Wien machten das Rennen. An Kunzendorf, Kròl, Krassnitzer, Neuhauser und Tukur kamen die sieben Juroren, die fast drei Wochen von morgens bis in die Nacht gemeinsam Filme sahen,  nicht vorbei. Aufregend auch das eigenwillige, physisch starke Duo aus Rostock: Sarnau & Hübner wurden für Spezial nominiert. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden BR-„Polizeiruf“-Episoden: Der Einstand von Matthias Brandt, Dominik Grafs provokanter Polizeifilm „Cassandras Warnung“ setzte sich am Ende durch. Ein tolles Jahr auch für Maria Simon: die neue „Polizeiruf“-Frau wurde nominiert für das Vergewaltigungsdrama „Es war einer von uns“. Gleiches Thema, andere Geschichte: „Der Brand“, ein kleiner großer Debütfilm. Nicht fehlen darf  „Dreileben“. Auch Sat 1 ist dabei – mit dem exzellent erzählten Krimidrama „Die letzte Spur“ von Ösi-Top-Regisseur Andreas Prochaska. Die Charts der nominierten Sender führen das ZDF (9), der WDR (4), der HR (3), Arte (3) und ORF (3) an. Bei den Machern die üblichen Verdächtigen: Lars Kraume, Andreas Kleinert, Hartmut Schoen, Kai Wessel, Dominik Graf, Matti Geschonneck.

      Nay
      Foto: Arte / NDR / Gordon Timpen

      Den Deutschen Fernsehpreis hat "Homevideo" mit Jonas Nay schon bekommen...

      • Einzelstücke & Reihen (in alphabetischer Reihenfolge)

      66/67 FAIRPLAY WAR GESTERN (ZDF / ARTE)
      Fabian Hinrichs, Christoph Bach, Melika Foroutan. Randale in der dritten Halbzeit
      Zwei Dinge eint sechs Männer um die 30: sie wissen nicht, was sie wollen und sie sind Anhänger von Eintracht Braunschweig, einem Verein, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Sechs tickende Zeitbomben, sechs manische Männer – das sind die „Triebkräfte“ von „66/67 – Fairplay war gestern“ von Carsten Ludwig und Jan Christoph Glaser. Der Film ist schnell, dynamisch, psychologisch präzise, ein schmutziger, kleiner Film mit Hang zum Exzessiven. Großartig: Hinrichs und Bach. Ein Hauch Scorsese weht durch die Braunschweiger Szene.

      DAS GROSSE COMEBACK (ZDF)
      Ochsenknecht, Sawatzki, Niehaus & Deutschlands erfolglosester Schlagerstar
      Der abgehalfterte Schlagersänger Hansi Haller versucht ein Comeback in einer Private-Life-Dokusoap, die ihrerseits die letzte Chance ist für eine abgefuckte Boulevard-Journalistin. Die will den Schmalzbarden und sein Eifeler Fan-Dorf gnadenlos vorführen... Bei "Das große Comeback" hat das Comedy-As Mark Werner hingelangt – und Sawatzki gibt grell & grandios die Medien-Schnepfe, Ochsenknecht chargiert göttlich und singt, Valerie Niehaus sorgt für wohligen Romantic-Touch und auch die anderen "geben alles". Ein bisschen Medienkritik, liebevoll der Umgang mit der Schlagerfankultur, völlig gaga mit viel guter La-La-Laune.

      DER BRAND (SWR)
      Maja Schöne, Waschke, Möhring, Brigitte Maria Bertele. Psychoterror des Opfers
      Eine Frau wurde vergewaltigt. Sie kennt den Täter. Ein angesehener Bürger. Es steht Aussage gegen Aussage. „Der Brand“ ist konsequent als posttraumatische Fallstudie erzählt. Der Film ist als ein Psychogramm des Vergewaltigungsopfers angelegt, aus dem in der zweiten Hälfte ein durchaus glaubwürdiges Vergeltungsthriller-Drama erwächst. Schnörkel- & schonungslos erzählt – mit großer Intensität von Maja Schöne gespielt. Mit dabei: Möhring und Waschke

      DIE HEBAMME – AUF LEBEN UND TOD (ZDF / ORF)
      Eine Offenbarung: Brigitte Hobmeier, Dagmar Hirtz, Jo Heim und ein historisches Drama, das eine Hebamme 1813 im Widerstreit zeigt mit Kirche und Schulmedizin
      Die Heldin in „Die Hebamme“ ist eine Reisende zwischen den Welten und den Zeiten. Zwischen den Autoritäten anno 1813, der Kirche und der Wissenschaft, bleibt Rosa Koelbl eine Fremde. Die Zeit ist noch nicht reif für die Werte, die diese Frau verkörpert. Der Film erzählt seine Geschichte in Bildern. Das Medium heißt nicht umsonst Fern-Sehen. Jo Heims Kameraarbeit ist von einer Präzision und von einer ästhetischen Raffinesse, wie man es nur selten sieht. Und Brigitte Hobmeier ist eine Offenbarung. Ein Gesicht wie aus jener Zeit. Ein sinnlicher Hochgenuss – und ein historischer Film, der etwas vermittelt über seine Zeit.

      DIE LETZTE SPUR – ALEXANDRA 17 JAHRE ALT (Sat 1 / ORF)
      Richy Müller, Ann-Kathrin Kramer, Andreas Prochaska. Eine Träne erzählt mehr als...
      „Die letzte Spur – Alexandra 17 Jahre“ beschreibt die Chronologie einer Vermissung. Der Zuschauer wird Zeuge einer aufwendigen Polizeiaktion und erfährt, wie die Familie mit der Situation umgeht. In einem perfekten System aus Andeutungen und Auslassungen, Beobachtungen und Stimmungen, beredten Bildern und knappen Dialogen, aus präziser sinnlicher Informationsvergabe kann sich der Zuschauer in Empathie üben, ohne dass ihm Gefühle aufgeschwatzt würden. Spannend, bestens besetzt, lang, aber nicht zu lang!

      EIN GUTER SOMMER (HR)
      Andreas Schmidt, Jördis Triebel, Devid Striesow. Begegnungen & (Un-)Möglichkeiten
      "Ein guter Sommer" erzählt von drei Menschen, die sich nie begegnet wären, wenn nicht einer von ihnen mit dast infantiler Penetranz die Nähe gesucht hätte. Edward Bergers Fernsehfilm ist wie ein „kleiner“ Kinofilm erzählt – ausschnitthaft, elliptisch, sprunghaft. Es ist eine bittersüße Tragikomödie über Freundschaft, Liebe, Krankheit, Tod. Die Montage gibt den Ton an – nicht der so fernsehtypische früh ausgegebene Spannungsbogen. Transzendenz dominiert in „Ein guter Sommer“ über kleinmütigem TV-Abbildrealismus. Und Andreas Schmidt, Jördis Triebel und Devid Striesow könnte man stundenlang weiter zuschauen.

      Tukur
      Foto: HR / Carl-Friedrich Koschnick

      Ein Mega-"Tatort"-Jahr. Ulrich Tukur & der HR wagten mit "Das Dorf" am meisten!

      ES IST NICHT VORBEI (SWR / RBB)
      Kling & Noethen. Den misshandelten Frauen von Hoheneck eine Stimme geben!
      Carola Weber saß wegen Republikflucht im DDR-Frauengefängnis Hoheneck. Sie wurde misshandelt. Über 20 Jahre später trifft sie auf ihren größten Peiniger von damals. Wieder hat er die Macht. Es ist eine grausame Ironie des Schicksals, dass das, was man der Heldin damals mit der Verabreichung schwerster Psychopharmaka angetan hat, jetzt zu Lasten ihrer Glaubwürdigkeit geht. „Es ist nie vorbei“ gelingt es, einen politisch-thematischen Diskurs zu führen, und zu zeigen, was diese Erfahrungen psychisch mit einem machen können.

      ES WAR EINER VON UNS (ZDF / ARTE)
      Maria Simon, Anja Kling, Devid Striesow. Kontrollverlust oder Verlust der Freunde?
      Eine Frau ist vergewaltigt worden. Nach einer Party bei ihrer besten Freundin. Jemand muss ihr „K.o.-Tropfen“ ins Glas geschüttet haben. Wie soll sie zufrieden weiterleben, wenn sie nicht einmal mehr ihren Freunden trauen kann? Psychologisch wie dramaturgisch steht die Geschichte, die aus der Perspektive der Hauptfigur erzählt ist, auf sicherem Fuß. Maria Simon verleiht ihr darüber hinaus die physische Glaubwürdigkeit, die solch eine Geschichte braucht. Moralisch, (wahrnehmungs)psychologisch und ästhetisch ein sehr stimmiges Psychodrama.

      HAND IN HAND (ZDF)
      Harfouch, Breitkreiz, Justus Pfaue. Tröstliche Film-Elegie über die Vergänglichkeit
      Ihre Hände führen eine Geigenvirtuosin und eine Gefäßchirurgin zusammen. Die Hand der einen und der Körper der anderen sind unheilbar krank. In dieser Ausnahmesituation machen sich die zwei auf ins lettische Heimatdorf der Künstlerin. So wird der Weg frei für eine Tragikomödie voller Transzendenz, Phantasie und morbider Märchenhaftigkeit. Harfouchs Spiel, wunderbar austariert zwischen Nähe und Distanz, entspricht dem Grundton dieser angenehm altmodischen TV-Erzählung von Justus Pfaue. Sensible Regie. Klare Kamera.

      HOMEVIDEO (NDR / ARTE)
      Jonas Nay, Woran Wilke Möhring und ein Vakuum aus Scham, Angst und Selbsthass
      Ein Mitschüler kommt an ein intimes Video von Filmfreak Jakob. Dieser weiß, was sich mit dem "Material" alles machen lässt. Die Kamera, die dem 15-Jährigen die „böse Welt“ auf Distanz hielt, wird Jakobs größter Feind. "Homevideo" erzählt von Cyber-Mobbing und einer Form der Mediatisierung von Wirklichkeit, die "wertvolle" Sozialpraktiken schleichend verändert. Der Film erzählt aus der Opfer-Perspektive. Darüber, was den Kids im Film fehlt, Empathie, wird der Zuschauer in die Geschichte hineingezogen. Diese Tragödie konsequent subjektiv zu erzählen, nicht in erster Linie einen sozialkritischen Diskurs zu führen und auf eine genrehafte Zuspitzung zu verzichten, macht „Homevideo“ auch dramaturgisch zu einem überragenden Stück Fernsehen. Eine Entdeckung: Jonas Nay. Gut wie immer: Möhring!

      IN DEN BESTEN JAHREN (WDR)
      Senta Berger, Matthias Brandt, Hartmut Schoen. Traumatisierung eines RAF-Opfers
      Ein Polizist wurde 1970 von einem RAF-Mitglied erschossen. Die Kronzeugenregelung verhinderte eine Bestrafung. 41 Jahre später folgt die Witwe der Spur der Verantwortlichen von damals. Hartmut Schoen blendet die politische Dimension aus. So konsequent privat diese Reise in die Vergangenheit ist, so puristisch ist sie gleichsam umgesetzt. Eine am Szenischen, am Schauspieler orientierte Dramaturgie, eine strenge, reduzierte Form, eine karge Ausstattung bestimmen den Film, der sich nicht in die Obhut eines Genres begibt, und verleihen ihm eine trockene Poesie. Senta Berger auf dem Höhepunkt ihrer Kunst.

      KEHRTWENDE (WDR)
      Dietmar Bär, Inka Friedrich: Wenn ein besonnen wirkender Mann zuhause zuschlägt
      „Ich heiße Thomas Schäfer, 42, Lehrer – und ich bin hier, weil ich meine Frau schlage und meinen Sohn.“ Es dauert fast eine Stunde, bis die Hauptfigur zum Anti-Aggressions-Training antritt. „Kehrtwende“ ist keine Anklage, Autor Johannes Rotter schürt weder Konflikte noch missbraucht er die Gewalt als dramaturgischen Kick. Der Film erklärt nicht. Wenn er dem Zuschauer etwas nahe bringt, dann ist es die Mächtigkeit jenes verhängnisvollen Interaktionsmusters. Den Wüterich spielt TV-Sympath Dietmar Bär – sehr überzeugend!

      Hobmeier
      Foto: ZDF / ORF / Christian Hartmann

      Historischer Film, der einem etwas Neues erzählt. Wie er das tut, in einer wunderbar die historischen Lichtverhältnisse berücksichtigenden Art & Weise, das ist großes Fernsehen: "Die Hebamme" mit Brigitte Hobmeier. Ein Gesicht wie aus alten Zeiten.

      LIEBESJAHRE (ZDF)
      Berben, Simonischek, Kunzendorf, Milberg, Geschonneck. Unwiederbringlich
      Ein seit Jahren geschiedenes Paar trifft sich, um das gemeinsame Haus, in dem beide einmal glücklich waren, zu verkaufen. Und auch die neuen Partner finden sich ein. Anfangs parliert man ironisch bis messerscharf, dann küsst und schlägt man sich in diesem lebensklugen Beziehungsdrama mit (tragi)komischen Einlagen. Im Vorbeigehen wird in diesem Kammerspiel mit einem vierköpfigen Ensemble viel schmutzige Wäsche gewaschen. „Unwiederbringlich“, so könnte diese fein beobachtete und tonlagensicher gespielte Beziehungsstudie auch heißen, die den Gedanken an die unaufhaltsame Vergänglichkeit des Lebens in sich trägt.

      NACHT OHNE MORGEN (WDR)
      George, Haberlandt, Sukowa, Kleinert, Käfer. Lebenslüge, Schuld und Verzweiflung
      Ein todkranker Staatsanwalt verbeißt sich in einen unaufgeklärten, fast 20 Jahre alten Fall: den Mord an einem 16-jährigen Jungen. Er bittet eine auch persönlich in den Fall involvierte Polizistin um Mithilfe. Der wortlos in seinem großbürgerlichen Ehekäfig dahinvegetierende Mann will seinen letzten Tagen noch etwas Sinn geben. Der Plot trägt Züge eines Kriminalfilms, der sich zu einem psychologischen Drama auswächst. „Man muss als Zuschauer die Möglichkeit haben, sich einem Film zu nähern wie einem fremden Menschen. Bei einer ersten Begegnung erzählt der mir ja auch nicht sein ganzes Leben.“ An Andreas Kleinerts ästhetisches Credo hat sich auch Götz George gehalten. Besser geht's fast nicht!

      POLIZEIRUF 110: CASSANDRAS WARNUNG (BR)
      Dominik Graf, Matthias Brandt, Günter Schütter und eine folgenschwere Affäre
      „Cassandras Warnung“ eignet sich nicht zum sonntäglichen Mörderraten. Der Film ist Polizeifilm, Thriller, Beziehungsgeschichte – und dieser „Polizeiruf“ ist ein Spiel mit dem Zuschauer. Die Anlage der Story ist ungewöhnlich, der Handlungsverlauf spannend, eine Finalität ist trotz verspielter Exkursen & Nebengeschichten stets gegeben. Der Film ist dicht, ruhelos, steckt voller Überraschungen. Konzentrierter Einstand von Matthias Brandt

      TATORT: AUSGELÖSCHT (ORF)
      Harald Krassnitzer & Adele Neuhauser. Dank Suchterfahrung & Diät in Hochform!
      Ein bulgarischer Killer und Einbrüche im großen Stil halten Eisner & Co in Atem. Den Rest besorgen die besorgniserregenden Leberwerte. „Ausgelöscht“, Krassnitzers 25. "Tatort" als Kommissar, hat dramaturgisch & Ermittler-technisch alles, was ein guter (Reihen-)Krimi haben sollte. Und der präzise von Harald Sicheritz inszenierte Film hat vor allem eines: Wiener Schmäh. Bei diesem Paar stimmt der Flow. Harald Krassnitzer, wie er den von der Diät angefressenen Eisner hingrantelt, und Adele Neuhauser als "Bibi, Puppe", der nichts Menschliches fremd ist, das passt wie der Grinzing nach Wien. Wir freuen uns auf mehr!

      TATORT: DAS DORF (HR)
      Tukur, Thieme, Michelsen, Nocke, von Dohnányi. Der mit dem Tumor tanzt
      LKA-Mann Murot gerät in ein Horror-Dorf – und in höchste Lebensgefahr. Dieser „Tatort“ ist ein Lust-Objekt für Filmfans. Die latente Angst zaubert eine Spielwiese von kafkaesker Bedrohlichkeit. Edgar Wallace grüßt schwarzweiß aus der Gruft. Tukur glänzt in Film-Noir- & Musical-Ambiente – und Claudia Michelsen als sadistische Dorfärztin kommt mit der Spritze. Dieser "Tatort" ist aus Raum, Zeit und Krimi-Konvention gefallen. Ein intellektueller Spaß, ein cineastisches Vergnügen, ein Kritiker-Film. Ein TV-Stück, das man nicht vergisst.

      TATORT: DER TOTE IM NACHTZUG (HR)
      Nina Kunzendorf, Joachim Kròl und ein psychophysisches Spiel der Extraklasse
      Ein Toter im Nachtzug aus Warschau. Raubmord? Eine alte Rechnung aus Afghanistan? Kommissar Steier gibt sich dem Rotwein hin, Kollegin Mey einem Militärpolizisten – und dann zeigen beide menschliche Größe. Dieses Paar ist klasse. Das derzeit beste in Krimi-Deutschland. Dieser „Tatort“ macht so einiges anders, als es in der ARD-Reihe üblich ist – und Autor-Regisseur Lars Kraume macht es ausgezeichnet anders: Action, Handkamera, Rückblende, ein beschädigter Kommissar, toller Rhythmus. Jede Szene ein kleines Fest!

      Sawatzki & Ochsenknecht
      Foto: ZDF / Frank Dicks

      "Das große Comeback". Mit reinrassigen Komödien sah es 2011 schlecht aus. Nur Andrea Sawatzki und Uwe Ochsenknecht sorgten für gute La-La-Laune. Köstlich!

      • Serien & Mehrteiler

      IJON TICHY – RAUMPILOT (2. Staffel) (ZDF)
      Oliver Jahn und Nora Tschirner auf dem kosmisch trashigen Abenteuerspielplatz
      Eine deutsche Science-Fiction-Serie als experimentelles Kult-Fernsehen zwischen Dreiraum-Kammerspiel und spacigem Pop-Märchen – phantastisch, anspielungsreich, absurd. "Ijon Tichy – Raumpilot " ist mehr als bloßer Quatsch in 23-Minuten-Dosen. Stanislaw Lems "Sterntagebücher" standen Pate, die Salatschleuder wird mal wieder zum Raumschiff, Nora Tschirner zur süßesten Versuchung, seit es Pop gibt, und der Spaß kommt beim Sehen.

      VERSCHOLLEN AM KAP (ZDF)
      Auer, Ferch, Bobyleva, Jeltsch, Senn. Furioser Öko-Polit-Thriller um das blaue Gold
      Am Anfang war das Thema: Trinkwasser als lebensnotwendiger Rohstoff der Erde, als knappe Ressource, mit der sich Profit machen lässt. Dann ist da eine deutsche Familie, durch die ein Riss geht. Es gibt viele Fallen, in die ein solches deutsch-afrikanisches Projekt hätte tappen können. Christian Jeltsch, Andreas Senn und ein ausgezeichnetes Schauspieler-Ensemble nehmen alle Hürden und machen "Verschollen am Kap" zu einem packenden Stück Fernsehen in einem Genre, das man als TV-Kritiker längst aufgegeben hatte.

      • Spezial

      DREILEBEN (BR / Degeto / WDR): Christian Petzold, Dominik Graf, Christoph Hochhäusler. drei Filme, ein Ort, ein ganzer Abend im Ersten
      Petzolds „Etwas Besseres als den Tod“ ist ein Versuch einer Liebe durch die Klassengegensätze hindurch. Dominik Grafs „Komm mir nicht nach“ liefert nicht nur ein hoch präzises, spannendes Frauen-Porträt, sondern zeichnet zugleich auch beiläufig ein Sittenbild einer ostdeutschen Kleinstadt. Da stimmt jedes Motiv, jedes Detail, jeder (Kamera-)Blick. Christoph Hochhäusler schaut in „Eine Minute Dunkel“ auf den Thüringer Wald, auf einen leidenschaftlichen, kranken Ermittler und auf einen Gejagten. "Dreileben", ein ARD-Experiment: drei Autorenfilmer, drei Geschichten, die sich überschneiden, drei Blickwinkel, drei Mal Deutschland, drei Mal Arthaus-Ästhetik im Ersten!

      Anneke Kim SARNAU und Charly HÜBNER als neues Rostocker "Polizeiruf"-Duo (NDR)
      in den Filmen "Polizeiruf 110: Feindbild" und "Polizeiruf 110: ... und raus bist du"

      Burkhard Althoff (Kleines Fernsehspiel) und Milena Bonse (Redaktion Neue Medien) für das Crossmedia-Projekt WER RETTET DINA FOXX (ZDF)
      „Wer rettet Dina Foxx?“ ist ein 50-minütiger Krimi. Das TV-Format ist nur der Anfang. Nachdem die unter Mordverdacht stehende Heldin ihrem Anwalt die aufregendsten Situationen aus ihren letzten Wochen präsentiert hat, bricht der Film ab. Der Zuschauer muss nun aufs Internet umsteigen. Interessantes Medien-Experiment für die junge Zielgruppe. Der interaktive Krimi lockt auf 15 Websites & 20 Social-Media-Profile, bietet 55 Videos & 25 Audio-Beiträge.

      • Fiktionales in der Sparte Unterhaltung

      "Danni Lowinski" (2. Staffel) (Sat 1)

      "Stromberg" (5. Staffel) (Pro Sieben)

      "Pastewka" (5. Staffel) (Sat 1)

      "Der Tatortreiniger" (NDR)

      Das Schauspielerteam des Münster-„Tatorts“ mit Jan Josef Liefers, Axel Prahl, Christine Urspruch, Mechthild Großmann, Frederike Kempter und Klaus D. Clausnitzer für langjährige herausragende Leistung in der humoristischen Fernsehunterhaltung

      George
      Foto: WDR / Erik Lee Steingroever

      Visuell & ästhetisch aus einem Guss und Götz George auf der Höhe seiner Kunst. "Nacht ohne Morgen" von Andreas Kleinert. Hinter der Kamera: Johann Feindt.

      die heißesten Grimme-Preise Anwärter.... die Top Nachnominierungskandidaten

      Rainer Tittelbach, Macher von tittelbach.tv, ist seit 20 Jahren Grimme-Juror. Dieses Jahr war er Mitglied der 7-köpfigen Nominierungskommission Fiktion.

      ALLE WEITEREN NOMINIERUNGEN FÜR DEN GRIMME-PREIS 2012:
      Information & Kultur / Unterhaltung / Besondere Ehrung



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        • ZZ Top: La Grange ("Die Draufgänger")
        • Curtis Mayfield: Move on up ("Liebe vergisst man nicht")
        • 10CC: I'm not in love ("Wilsberg: Bullenball")
        • The Zombies: Time of the season ("Nachtschicht: Das tote Mädchen")
        • Tito & Tarantula: After Dark ("Küsse, Schüsse, Rindsrouladen")
        • Fatboy Slim: Praise you ("Akte Golgatha")
        • War: Low Rider ("Kreutzer kommt")
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