Schon beim Namen fing es an. Der „Tatort“-Kommissar Jan Casstorff war keiner, zu dem man als Zuschauer schnell Zugang fand. Zwischen hanseatisch kantig und freundlich kollegial führte er sieben Jahre lang sein Kommissariat. „Ich denke, 15 gute Geschichten sind genug, das ist ein schöner Bogen und wir haben genug über Casstorff erzählt“, so Atzorn. mehr
Im „Summer of the 60s“ präsentiert Arte in Sachen Popmusik und Zeitgeschichte all das, was vor drei Jahren bei „Summer of Love“ nicht hinreichend gewürdigt wurde. Pop wird in den Sixties zum Synonym für Mode, Lebensstil und jugendliche Aufbruchstimmung. Pop hieß auch: sich freimachen von den Idealen und Idolen der Elterngeneration. Pop wirkte wie ein Ventil. Pop veränderte die westliche Konsumkultur, denn der Teenager wurde zum wichtigen Wirtschaftsfaktor. Die alten Zöpfe waren abgeschnitten – Pop war plötzlich Leitkultur. mehr
Diesen Sommer schlägt wieder die Stunde des Nachwuchses. „Debüt im Ersten“, „Gefühlsecht“ im ZDF: in 17 Filmen werden Visionen entwickelt oder es wird einfach nur vom besseren Leben geträumt. Neben den beliebten Coming-of-Age-Geschichten dominieren die Ausflüge in ferne Länder und fremde Welten. Es ist die Suche nach Heimat, anch der eigenen Identität, die die Filmemacher umtreibt. mehr
Deutschlands berühmteste Arbeitsgemeinschaft hat Jubiläum: die ARD ist nicht nur ein Spiegel deutscher Zeitgeschichte, sondern sie hat als Leitmedium der 1970er und 1980er Jahre auch das Land mitgeprägt. Vier Filmnächte und zwei Shows halten Rückschau. Die Fiktion mit "Raumpatrouille", "Die Unverbesserlichen", Liebling Kreuzberg", "Kir Royal" oder "Millionenspiel" steht am 16.4. auf dem Programm (ab 23.30 Uhr). Ein Wiedersehen mit Kabarett-Klassikern und Informations-Highlights gibt es am 15.4., mit Talk & Unterhaltung (Loriot, Kerkeling, Harald Schmidt, "Ein Herz und eine Seele") am 17.4. und der 18.4. gehört ab 23.05 Uhr herausragenden Features und Dokumentationen. mehr
„Lediglich auf den Märwert, nicht auf den kulturellen Mehrwert, zielen die Verfilmungen dieser sechs herrlichen und tiefsinnigen Märchen“, schrieb Nikolaus von Festenberg letztes Jahr im "Spiegel". Die Zuschauer sahen das ganz anders. Deshalb zog die ARD nach und übertreibt es mit ihrer märchenhaften Aufgeräumtheit und den Manierismen des Genres. Auch einige Produzenten haben sich nicht mehr so viel Mühe gegeben. Alle Märchen (25.12. und 26.12., ab 14.45 Uhr; 2.1. ab 15.30 Uhr) werden im folgenden Text einzeln kritisiert! mehr
„Sechs auf einen Streich“ bietet sechs 60minütige Märchen, werkgetreu und doch zeitgemäß ausgelegt. Laptops, Handys und Jugendsprache mussten draußen bleiben. Da stimmen Konzeption und Umsetzung, Aufwand und Resultat, Sendeplatz und Vermarktung gleichermaßen. Für die älteren Kids besonders reizvoll adaptiert, sind Märchen wie „König Drosselbart“ oder „Der Froschkönig“, die um das Wunder der Liebe kreisen. Stärker an die Kleinen richten sich „Frau Holle“ und „Brüderchen und Schwesterchen“. mehr
Zwölf herausragende Fernsehfilme aus den letzten zwölf Monaten stehen an sechs Tagen noch einmal auf dem Programm. Zeitgeschichtliche Dramen und beziehungsstarke Krimis dominieren. Die Höhepunkte der Höhepunkte sind "Mogadischu" (17.11.), "Haus und Kind" (17.11.), "Frau Böhm sagt Nein" (20.11.) und "Romy" (20.11.) mit Jessica Schwarz. mehr
Als Ulrike Folkerts 1989 die „Tatort“-Bühne betrat, war Lena Odenthal die einzige Kommissarin im deutschen Fernsehen. Diese Polizistin, die anfangs noch mit einem männlichen bis androgynen Gestus daherkam, bewegte viel in der TV-Krimilandschaft. mehr
Nachdem die Reihe „Debüt im Ersten“ seit einigen Wochen für die öffentlich-rechtliche Grundversorgung in Sachen deutsche Fiktion sorgt, erinnert sich wie jedes Jahr im Sommerloch nun auch das ZDF an seinen Programmauftrag. Wie gewohnt müssen Fans junger, frischer Filme, die sich nicht in dramaturgische Korsetts der TV-Primetime zwängen lassen, entweder Nachteulen sein oder sie müssen den DVD-Rekorder programmieren. mehr
Arte räumt mit diversen Vorurteilen über die schlecht beleumundete Dekade der 80er Jahre auf. Dabei lässt der Kulturkanal live rocken und setzt auf Kino-Klassiker. Ein journalistisches Highlight ist auch dabei: die sechsteilige Doku-Reihe „Welcome to the Eighties“. mehr
Wenn die großen Fernsehfilme Pause machen, dann schlägt die Stunde der kleinen Kino-Koproduktionen mit ihren gesellschaftlichen Entwürfen, den biografisch angereicherten Geschichten und den erfrischenden Ästhetiken. Um moderne Transformationen der Glückssuche, um Familien, die als sicherer Hort der Kindheit und Jugend nicht mehr funktionieren, geht es in den neuen Filmen der diesjährigen „Debüt im Ersten“-Reihe. mehr
Nicolette Krebitz, Til Schweiger und Udo Wachtveitl haben es gemacht. Ina Weisse hat Blut geleckt und auch Uwe Ochsenknecht und Matthias Schweighöfer wollen es wissen. Immer mehr deutsche Schauspieler drängt es auf den Regie-Stuhl. Nicht alle sind so talentiert wie Ulrike Grote ("Was wenn der Tod uns scheidet?"). mehr
Nach 16 Jahren Rosamunde Pilcher und 28 „Inga Lindström“-Melodramen macht sich Heike Hempel, die neue ZDF-Chefin für die leichten Fälle, so ihre Gedanken. Trotz hoher Einschaltquoten hat das Gefühlsgenre dringend eine Frischzellenkur nötig. mehr
ZDF und Berben-Clan wollten mit „Rosa Roth“ letztes Jahr den ganz großen Coup landen. Doch der Dreiteiler „Der Tag wird kommen“, ein großspuriger Thriller um religiös motivierten Terrorismus, floppte. Jetzt muss „Rosa Roth“ die Zuschauer auf bewährtem Wege zurückgewinnen. Es gelingt nicht. "Der Fall Jochen B." ist eine weitere Enttäuschung. mehr
Liebe, Verrat und Politik sind seine Themen, er ist ein Meister der Kolportage und ein Botschafter der besseren Welt. Seine Bücher wurden rund 75 Millionen Mal verkauft. Johannes Mario Simmel erlebt seine Renaissance im Fernsehen. „Und Jimmy ging zum Regenbogen“ ist etwas langatmig und wortlastig geraten und lässt Zweifel aufkommen, ob der "Simmel-Touch" taugt fürs moderne, sinnliche TV-Movie. mehr
Dass die 70er Jahre sehr viel mehr sind als das, was einem die Retrokult-Industrie heute verkauft, zeigt Arte im „Summer of the 70s“. Der genreübergreifende Programmschwerpunkt präsentiert die Seventies als ein höchst kreatives Jahrzehnt kultureller Vielfalt. Wir können heute aus dem Füllhorn des Jahrzehnts schöpfen. Doch damals musste man sich als Fan entscheiden: Abba oder Zappa, Yes oder Bowie, Rock & Roll oder Disco, Prog-Rock oder Punk? mehr