2011 war ein gutes Fernsehfilm-Jahr mit den Leuchttürmen „Homevideo“ und „Die Hebamme“ und den WDR-Stücken „Kehrtwende“ und „Nacht ohne Morgen“ und ein miserables Serien-Jahr. 2011 war vor allem aber ein überragendes Krimireihen-Jahr. Beim „Tatort“ hatte die Grimme-Nominierungskommission die Qual der Wahl: zwei HR-Perlen und ein Kleinod aus Wien machten das Rennen. An Kunzendorf, Kròl, Krassnitzer, Neuhauser und Tukur kamen die sieben Juroren, die fast drei Wochen von morgens bis in die Nacht gemeinsam Filme sahen, nicht vorbei. Aufregend auch das eigenwillige, physisch starke Duo aus Rostock: Sarnau & Hübner wurden für Spezial nominiert. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden BR-„Polizeiruf“-Episoden: Der Einstand von Matthias Brandt, Dominik Grafs provokanter Polizeifilm „Cassandras Warnung“ setzte sich am Ende durch. Ein tolles Jahr auch für Maria Simon: die neue „Polizeiruf“-Frau wurde nominiert für das Vergewaltigungsdrama „Es war einer von uns“. Gleiches Thema, andere Geschichte: „Der Brand“, ein kleiner großer Debütfilm. Nicht fehlen darf „Dreileben“. Auch Sat 1 ist dabei – mit dem exzellent erzählten Krimidrama „Die letzte Spur“ von Ösi-Top-Regisseur Andreas Prochaska. Die Charts der nominierten Sender führen das ZDF (9), der WDR (4), der HR (3), Arte (3) und ORF (3) an. Bei den Machern die üblichen Verdächtigen: Lars Kraume, Andreas Kleinert, Hartmut Schoen, Kai Wessel, Dominik Graf, Matti Geschonneck. mehr
Mit Serien hatte Claudia Michelsen bisher wenig Glück. Mit „Flemming“, soll das anders werden. Es ist eine Krimiserie um ein frisch geschiedenes Paar: er ist Polizeipsychologe, sie Kommissarin und seine Chefin. Die als sehr kritisch bekannte Schauspielerin schwärmt von der ZDF-Serie, die von vielen als Nachfolger von "Der letzte Zeuge" gesehen wird. mehr
Zum 16. Mal präsentiert 3sat ein Dutzend der besten Fernsehfilme der Saison. An sechs Tagen können sich die Zuschauer ein Bild machen vom hohen Qualitätsstand der aktuellen deutschsprachigen TV-Fiktion. Mit "Die Hebamme" und "Neue Vahr Süd" heben sich ein historischer und ein komödienhafter Film am deutlichsten ab von den Krimi-, Familien- und Gesellschaftsdramen, die den 3sat-Zuschauerpreis wie jedes Jahr dominieren. In diesen Genres gibt es 2011 zwei überragende Produktionen: "Homevideo" und "Die fremde Familie". Aber auch der Rest ist zumeist anspruchsvolles und zugleich spannendes Fernsehen. tittelbach.tv hat die elf deutschen Fernsehfilme gesehen – und eine Top 11 erstellt. mehr
Eine Gebärklinik, irgendwo in Tirol 1813. Die Hebamme Rosa Koelbl ist dem ehrgeizigen Medicus Gennaro aus ihrem Bergdorf in die Stadt gefolgt. Dort gerät sie zunehmend in Konflikt mit ihrer jahrhundertealten Hebammenkunst. Vor allem die Kirchen und die Karrieresucht der Mediziner standen ihrem Wunschbild von der „sanften Geburt“ im Weg. Der Münchner Theaterstar Brigitte Hobmeier übernahm die Hauptrolle in dem historischen Drama „Bergwehen“ (Arbeitstitel), dessen Dreharbeiten gerade zuende gegangen sind. An ihrer Seite: Misel Maticevic, der schon in Grafs „Das Gelübde“ und in „Effi Briest“ sich gut machte in Reiterstiefeln, Frack und Stehkragen... Solche historischen Stoffe haben es schwer im Fernsehen. Geschichte ist vornehmlich nur noch als Event-Mehrteiler gefragt. mehr
Dem Namen nach kennt diese drei keiner. Aber ihre Gesichter wird man sich umso besser einprägen: Jörg Hartmann ("Weißensee"), Anna Schudt ("Der Kriminalist") und Aylin Tezel ("Almanya") sind drei der vier Darsteller des dritten "Tatort"-Teams des WDR. Ermittelt wird in Dortmund. Bodenständig werden auch die Fälle sein. Die Region verpflichtet. Whodunits mit einer Prise Humor sind zu erwarten – ab Herbst nächsten Jahres im Ersten! mehr
Friedemann Fromm gehört zu den innovativsten Regisseuren hierzulande. Zwei Grimme-Preise, fünf herausragende "Tatorte", die Etablierung von Senta Bergers "Unter Verdacht" und das Relaunch der "K3"-Reihe brachten ihm den Ruf als Erneuerer des Fernsehkrimis ein. Seit dem Dreiteiler "Die Wölfe" wird er nun als Fachmann für deutsch-deutsche Stoffe gehandelt. Sein neuer Film "Jenseits der Mauer" ist eine sehr intim erzählte Ost-West-Geschichte. mehr
Ulrike Krumbiegel sah man zuletzt in „Jenseits der Mauer“. Im Interview äußert sie sich noch einmal über dieses Ausnahmedrama von Friedemann Fromm, über deutsch-deutsche Themen, den Niedergang der DDR, über historische Filme, ihre Wahsinnsfilmografie, ihre Lust an „Bloch“ und das plötzliche Interesse der Westdeutschen an der DDR-Geschichte. mehr
Gerade kam uns Ulrike Kriener in "Butter bei die Fische" auf die komische Tour. Demnächst ist wieder "Kommissarin Lucas"-Time. Die trägt die Mundwinkel nach unten. Doch Kriener würde es gerne sehen, wenn sich ihre Kommissarin noch mal richtig verlieben würde. mehr
Es muss nicht immer Mord sein.“ Tabor Süden, Martin Heuer & Co suchen nach Vermissten. Wer plötzlich wie vom Erdboden verschluckt ist, muss nicht unbedingt entführt oder einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sein. Zum Einstand, der unverständlicherweise auch der Ausstand sein wird, gab es zwei sensible, unkonventionelle Gesellschaftsdramen (eines davon von Dominik Graf), die ihresgleichen suchen in der aktuellen TV-Krimilandschaft. mehr
Uwe Ochsenknecht über sein Faible für Komödien, seine erste "schwule Rolle", über Erziehung, Selbstzweifel, Musik und die misslungene ZDF-Komödie „Ein Date fürs Leben“. mehr
Bekannt wurde Matthias Brandt, jüngster Sohn von Willy Brandt, ausgerechnet in der Rolle des Mannes, durch den einst sein Vater zum Rücktritt gezwungen wurde: Günter Guillaume. Wie in dem Kanzlersturzfilm „Im Schatten der Macht“ überzeugt Brandt auch in dem Fluchthelferdrama „Der Stich des Skorpion“ als der Mann an der Seite des Helden. In "Wie krieg ich meine Mutter groß?" war Brandt der Mann an der Seite von Katja Flint... mehr
Nach 16 Jahren Rosamunde Pilcher und 28 „Inga Lindström“-Melodramen macht sich Heike Hempel, die neue ZDF-Chefin für die leichten Fälle, so ihre Gedanken. Trotz hoher Einschaltquoten hat das Gefühlsgenre dringend eine Frischzellenkur nötig. mehr
Joachim Kosack, der neue Mann in der Sat-1-Geschäftsführung wollte eigentlich Schauspieler werden, machte jahrelang Kabarett und Theater, bis ein "Übergangsjob" bei "GZSZ" den Weg ebnete ins goldene Zeitalter des Fiction-Fernsehens. Von "Hinter Gittern" ging es zu "Stauffenberg", von "Bianca" zur "Wanderhure" – der ehemalige TeamWorx-Produzent ist das, was man einen kreativen Programmmacher nennt. Auch wenn die Ko-Geschäftsführung für den Vater von "Danni Lowinski" und "Der letzte Bulle" vermehrt andere Aufgaben bringen wird: die Zeichen bei Sat 1 stehen auf Fiction! Am 13. September bekommt der Pastorensohn den Robert Geisendörfer Preis verliehen, den Medienpreis der Evangelischen Kirche. mehr
Der Regisseur Stefan Krohmer über sein Faible für Dialogfilme und das Bildungsbürgertum, über die Unterschiede zwischen Kino und Fernsehen, über seine Zusammenarbeit mit Drehbuchautor Daniel Nocke und über seinen Kinofilm „Sommer ’04“ (3sat, 20.7.). mehr
Düsseldorf, 11. Mai – tittelbach.tv - der fernsehfilm-beobachter gehört zu den 25 Websites, die für den Grimme Online Award 2011 nominiert worden sind. Eine sechsköpfige Jury hatte die Qual der Wahl – und musste aus rund 2100 Vorschlägen die 25 Nominierungen auswählen. Die Preisverleihung findet am 22. Juni in der Kölner Vulkanhalle statt. mehr
„Im Angesicht des Verbrechens“ von Dominik Graf und Rolf Basedow ist der Abräumer beim Grimme-Preis 2011. Neun Trophäen heimst die zehnteilige Russenmafia-Serie ein. Durchweg überzeugt waren die 13 Juroren auch von zwei Krimi-Dramen: dem Münchner „Tatort – Nie wieder frei sein“ um einen Mörder und Vergewaltiger, der frei gesprochen wird, und seine Opfer, und die Krisen-Geschichte um eine Ermittlerin auf dem bayerischen Land, „In aller Stille“ mit Nina Kunzendorf. Ein Kult-Film im besten Sinne schon heute: „Neue Vahr Süd“, die tonlagengerechte und treffsichere TV-Verfilmung von Sven Regeners Szene-Roman durch Hermine Huntgeburth. Auch der Blick ins Armenhaus Deutschland, Aelrun Goettes „Keine Angst“, gehört zu den fünf Fiktion-Preisträgern. Doppelgewinner ist Christian Zübert („Tatort“-Regie & „Neue Vahr Süd“-Buch). Der große Verlierer heißt dieses Jahr ZDF, das mit „Klimawechsel“ nur einen Grimme-Preis – in der Kategorie Unterhaltung – zugesprochen bekommt. Besonders erfolgreich in der Fiktion sind WDR und BR mit jeweils drei Preis-Beteiligungen. Es gibt mit „Im Angesicht des Verbrechens“ einen „Männerfilm“ und es gibt zwei „Frauenprojekte“ – „Klimawechsel“ und „Keine Angst“, Filme, in denen die weibliche Sicht dominiert. Bei drei der preisgekrönten Filme führte bei Buch/Regie ein gemischt geschlechtliches Doppel zum Erfolg: Golch/Zübert, Zübert/Huntgeburth, Bogenberger/Kaufmann. Ein Trend? Passen Frauen und Männer also doch zusammen?! mehr
Charly Hübner hat sich vom Mann für alle Nebenrollen, vom Kumpeltyp mit sozialer Bodenhaftung, in die erste Reihe gespielt: Er ist der neue „Polizeiruf“-Kommissar des NDR in Rostock. Sogar mit „Oscar“-Preisträgern hat der 37-jährige Schauspieler gedreht, der zwar 1,92m groß ist, aber der lange Zeit die Darstellung des kleinen Mannes bevorzugte. mehr
Es sind die üblichen Verdächtigen, die bei der Nominierung zum Adolf-Grimme-Preis 2011 die Nase vorn haben: Max Färberböck, Niki Stein, Rainer Kaufmann, Peter Keglevic, Hermine Huntgeburth, Aelrun Goette, Christian Jeltsch oder auch Friedemann Fromm, der erst letztes Jahr für "Die Wölfe" ausgezeichnet wurde und dessen Serie "Weißensee" ins Schlussrennen um die begehrten fünf Fiction-Preise gehen wird. Immer gut für einen Grimme-Preis ist auch Dominik Graf: Für "Im Angesicht des Verbrechens" könnte es sein neunter werden. Bei den Einzelstücken findet man etliche Namen mehrfach auf der Nominierungsliste. Auf Macherseite: Autor Daniel Nocke und Stefan Krohmer für "Dutschke" und "Die fremde Familie"; Sathyan Ramesh für "Eine Nacht im Grandhotel" (Buch) und "Letzter Moment" (Buch & Regie); Christian Zübert für den "Tatort: Nie wieder frei sein" (Regie) und "Neue Vahr Süd" (Buch). Auch einige Gesichter sind mehrfach vertreten: Barbara Auer, Armin Rohde, Matthias Habich und - Schauspieler des Jahres - eindeutig Uwe Kockisch sowie zwei, die bislang noch nicht zu den üblichen Verdächtigen gehörten, Ulrike C. Tscharre und Ronald Zehrfeld. Und für "Grimme Spezial" wurde Fernsehdeutschlands bester "supporting actor" nominiert: Martin Brambach. Die drei Fernsehfilm-Highlights 2010 waren für tittelbach.tv: "Keine Angst", "In aller Stille" und "Die fremde Familie". Auch sie wurden in Marl nominiert. Die Charts der nominierten Sender führen der WDR (6), der BR (5) und das ZDF (4) an. Pro Sieben fand mit zwei TV-Movies, "Go West" und "Kreutzer kommt", die das Genre Krimi und Event-Zweiteiler neu definieren, nicht den Zuspruch der Nominierungskommission. mehr
„Sechs auf einen Streich“ bietet sechs 60minütige Märchen, werkgetreu und doch zeitgemäß ausgelegt. Laptops, Handys und Jugendsprache mussten draußen bleiben. Da stimmen Konzeption und Umsetzung, Aufwand und Resultat, Sendeplatz und Vermarktung. Für die älteren Kids besonders reizvoll adaptiert, sind Märchen wie „König Drosselbart“ oder „Der Froschkönig“, die um das Wunder der Liebe kreisen. Grundsatz-Analyse 2008. mehr
„Lediglich auf den Märwert, nicht auf den kulturellen Mehrwert, zielen die Verfilmungen dieser sechs herrlichen und tiefsinnigen Märchen“, schrieb Nikolaus von Festenberg vor zwei Jahren im "Spiegel". Die Zuschauer sahen das ganz anders. Deshalb zog die ARD nach und übertreibt es mit ihrer märchenhaften Aufgeräumtheit und den Manierismen des Genres. Rund um die Weihnachtsfeiertage 2010 gibt es neue Märchen-Streiche – und viele Wiederholungen der alten auf leicht zeitgeistig getrimmten Volksweisen. Hier die Detail-Analyse 2009! mehr
Tittelbach.tv empfiehlt: Filme und Serien auf DVD