Gefühle sind nicht zum Zeigen da. Ihre Frau, die sie konzentriert, nachdenklich wie eine lebende Black Box spielt, ist der Anti-Typ zum herkömmlichen TV-Muttertier. Großartig auch ihre Kurzauftritte im "Tatort": Zwei, drei Szenen – und das ganze Elend eines Daseins ist zum Greifen nahe.
Berger spielt ihre "Frau Böhm" so, wie man sie noch nicht gesehen hat: eine graue Büromaus, die mit dem Satz „Der Chef hat immer Recht“ alt geworden ist. Und in "Schlaflos" verfällt sie nicht in die Dame von Welt, sie vergisst nicht die Gebrochenheit, die ihre Figur bei aller Aufbruchstimmung kennzeichnet.
Im Krieg der bösen Blicke ist sie die Nummer eins in Deutschland. Umso überraschender ist ihr komischer, herrlich überzogener Ausflug ins Sitcom-Genre. Und den Storz-Film zum 80. Geburtstag rettet Karoline Eichhorn im Alleingang.
„Wir wollten keinen Mythos enträtseln. Mir war es schon wichtig, den Menschen näher zu bringen, aber vor allem zu zeigen, welche Schwierigkeiten mit diesem Beruf verbunden sind, was es heißt, eine Schauspielerin zu sein. Eine Schauspielerin in der Generation, zu dieser Zeit, in der es großen Mut bedeutete, in ein anderes Land zu gehen.“
Einen halben Film sprachlos spielen: die Präsenz dafür muss man haben! Und in "Vorsehung" muss Hoger nicht länger die übelgelaunt verbissene Kommissarin geben. Das tut nicht nur ihr gut!
Ihr ins Gesicht zu schauen, sich von ihren Blicken durchbohren zu lassen oder ihren oftmals kalt dahingesagten Worten zu lauschen – das erzählt eine eigene Geschichte.
Ganz schön zackig kommt einem „die Süße“ in ihrem „Polizeiruf“-Debüt. Als Feldjägerin, die langsam über „ihren Laden“ ins Grübeln gerät, macht sie eine gute Figur. Nuanciert spielt sie die Wandlung. Der Friedenspakt zwischen Bundeswehr-Frau und Alt-68er wird angenehm beiläufig geschlossen. Stimmiges Duett mit „Ersatzvater“ Jörg Hube.
„Der Krimi hat mich in ‚Sieben Tage’ gar nicht interessiert, auch wenn er als dramaturgisches Hilfsmittel eingesetzt wird. Ich bin prinzipiell kein großer Freund vom Krimi an sich. Das Genre finde ich nur gut, wenn es in Richtung Psychologie geht oder am Ende mit Wendungen aufwartet, mit denen man nicht gerechnet hat.“
Sie führt als dominantes Muttertier ein illustres Ensemble durch den Festabend der Liebe. Und in „Sisi“ macht sie als Gegenspielerin den „gewissen, kleinen Unterschied“ aus: sie sucht die Klarheit der Rolle – und gleichsam nach Zwischentönen.
Friedemann Fromm über die 18-Jährige: „Sie hat eine unglaubliche Kamerapräsenz und sie hat ein Gesicht, das man hat oder eben nicht hat. Es ist ein Gesicht, das sich irrsinnig toll fotografieren lässt. Sie hat eine große emotionale Präsenz, lässt sich auch sehr weit ein auf die Emotionalität einer Figur und sie ist für ihr Alter unglaublich weit und intelligent im Begreifen und Umsetzen einer Figur."
Schauspielerinnen, die die Top 10 verfehlt haben: