Ausgehend von einem Ausnahmezustand verbindet Autor Christian Jeltsch die Erzählstränge auf eine ungewöhnlich elegante Art und Weise. Bewegte er sich unlängst bei seinem BR-„Tatort: Um jeden Preis“, in dem es um Moral statt um Mord ging, weg vom klassischen Krimi in Richtung eines gesellschaftskritischen Dramas, versöhnt er in „Klick gemacht“ beide Genres miteinander. Spannend, vielschichtig, viel mehr als ein Krimi.
Friedemann Fromm über Schmidts Drehbuch zu „Jenseits der Mauer“: "Mir hat sehr gut gefallen, das er seine Figuren nicht gewertet hat, sondern sie in einen stimmigen historischen Kontext gestellt hat und beispielsweise auch die Ostfamilie und vor allem den Stasi-Vater wertfrei erzählt hat. Er hat ihn so handeln lassen, wie er aus seiner Figur heraus glaubt, handeln zu müssen. Außerdem hat das Ganze eine sehr komplexe Erzählstruktur. Es ist nicht die übliche Liebes-, Dreiecks- oder Rautengeschichte.“
Kohlhaase ist eine bitter-lakonische Geschichte gelungen. Mit der Leichtigkeit einer Sommerkomödie erzählt, die gelegentlich an die Filme von Eric Rohmer erinnert, dringt er zugleich treffsicher in die Psyche eines Milieus, einer Generation, einer sozialen Schicht, die es sich leisten kann, sich vor endgültigen Entscheidungen zu drücken und in einem attraktiven Schwebezustand zu verharren, der einem das Alter(n) weniger deutlich macht.
Bernd, Jakob, Lotte & Co werden von den Autoren weder am Gängelband der Geschichte noch von den Konventionen historischer Event-Mehrteiler an die Berliner Mauer(n) gedrückt. So geschmeidig und emotional die Montagen, so bruch(stück)haft und episodisch die Dramaturgie und so „unheldenhaft“ die Charaktere.
Das Drama zwischen den Aktionen rückt in den Mittelpunkt. Wie gehen Menschen mit existenziellem Druck um? Behalten Sie ihre Gefühle für sich? Oder entlasten sie sich emotional? Solche Fragen interessieren die Autoren mehr als blutige Tatsachen. Wie in einem Roman, der die ersten Kapitel unverbunden gegeneinander setzt, folgt man als Zuschauer dieser rätselhaften Geschichte in den ersten 20 Minuten...
Wer plötzlich wie vom Erdboden verschluckt ist, muss nicht entführt oder einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sein. Anis Spannung zielt ins menschlich Tiefgründige, auch ins Gesellschaftskritische, umkreist Lebensentwürfe, tiefe Wunden.
Drehbuchautor Michael Gutmann sah seine Hauptaufgabe darin, „eine Leitmelodie zu entwickeln, die sich trotz Zeitsprüngen und Ortswechseln durch die ganze Geschichte zieht und verhindert, dass sie in Episoden zerfällt“. Das ist ihm großartig gelungen.
Färberböck über die Drehbucharbeit mit Fabian Thaesler: „Wir haben das Drehbuch völlig gemeinsam entwickelt und geschrieben. Wir haben unsere Ausgangsidee gesucht und gefunden, und wir haben diskutiert, welches dafür das passende Genre wäre. Dann haben wir uns zum Treatment und zum Handlungsablauf weitergehangelt. Nach dem Bau der Story hat sich die Zusammenarbeit bis in die Szenen und sogar bis in die Dialoge fortgesetzt. Wir haben improvisiert, wir haben uns in unserer Vorstellung direkt in die Szenen hineinbegeben.“
Bella Block auch mal Schweigen zu lassen, war nur eine von vielen großartigen Drehbuchideen. Ein Zweiteiler, der bei seinen Personen bleibt und keine unnötigen Neben(kriegs)schauplätze aufmacht. „Altlasten“ hat seine Stärken in der Psychologie der Geschichte. Da stimmen die Motivationen, aber auch die Qualität der dramaturgischen Konstruktion erschließt sich vom Ende her: eine Seltenheit in deutschen Krimis!
„Unsere Eliten müssen sich der Realität stellen. Sie leben oft in einer abgeschlossenen Welt und bekommen nicht mehr mit, wie die Lebenswirklichkeit ihrer eigenen Belegschaft aussieht“, so die Autorin. Ihr Drehbuch ist gut recherchiert, klug strukturiert und es kaut dem Zuschauer nicht etwas vor, sondern es appelliert auch an die Moral des Einzelnen.
Bemerkenswert waren außerdem die Drehbücher von: