• Top 10: Drehbuchautoren 2009

      1. Christian Jeltsch


        „Polizeiruf 110 – Klick gemacht“ (Reihe), „Tatort – Um jeden Preis“ (Reihe), „Die Rebellin“ (Mehrteiler), Mit einem Schlag (Porträt)

        Ausgehend von einem Ausnahmezustand verbindet Autor Christian Jeltsch die Erzählstränge auf eine ungewöhnlich elegante Art und Weise. Bewegte er sich unlängst bei seinem BR-„Tatort: Um jeden Preis“, in dem es um Moral statt um Mord ging, weg vom klassischen Krimi in Richtung eines gesellschaftskritischen Dramas, versöhnt er in „Klick gemacht“ beide Genres miteinander. Spannend, vielschichtig, viel mehr als ein Krimi.

      2. Holger Karsten Schmidt


        „Jenseits der Mauer“ (Fernsehfilm), Friedemann Fromm: "Ich muss nicht dem Zuschauer zeigen, was wir da wahnsinnig Tolles hingebaut haben" (Interview), „Tod in der Eifel“ (Fernsehfilm), „12 Winter“ (Fernsehfilm)

        Friedemann Fromm über Schmidts Drehbuch zu „Jenseits der Mauer“: "Mir hat sehr gut gefallen, das er seine Figuren nicht gewertet hat, sondern sie in einen stimmigen historischen Kontext gestellt hat und beispielsweise auch die Ostfamilie und vor allem den Stasi-Vater wertfrei erzählt hat. Er hat ihn so handeln lassen, wie er aus seiner Figur heraus glaubt, handeln zu müssen. Außerdem hat das Ganze eine sehr komplexe Erzählstruktur. Es ist nicht die übliche Liebes-, Dreiecks- oder Rautengeschichte.“

      3. Wolfgang Kohlhaase


        „Haus und Kind“ (Fernsehfilm)

        Kohlhaase ist eine bitter-lakonische Geschichte gelungen. Mit der Leichtigkeit einer Sommerkomödie erzählt, die gelegentlich an die Filme von Eric Rohmer erinnert, dringt er zugleich treffsicher in die Psyche eines Milieus, einer Generation, einer sozialen Schicht, die es sich leisten kann, sich vor endgültigen Entscheidungen zu drücken und in einem attraktiven Schwebezustand zu verharren, der einem das Alter(n) weniger deutlich macht.

      4. Christoph Fromm, Friedemann Fromm


        „Die Wölfe“ (Mehrteiler)

        Bernd, Jakob, Lotte & Co werden von den Autoren weder am Gängelband der Geschichte noch von den Konventionen historischer Event-Mehrteiler an die Berliner Mauer(n) gedrückt. So geschmeidig und emotional die Montagen, so bruch(stück)haft und episodisch die Dramaturgie und so „unheldenhaft“ die Charaktere.

      5. Hannah Hollinger, Jörg von Schlegebrügge


        „Entführt“ (Mehrteiler)

        Das Drama zwischen den Aktionen rückt in den Mittelpunkt. Wie gehen Menschen mit existenziellem Druck um? Behalten Sie ihre Gefühle für sich? Oder entlasten sie sich emotional? Solche Fragen interessieren die Autoren mehr als blutige Tatsachen. Wie in einem Roman, der die ersten Kapitel unverbunden gegeneinander setzt, folgt man als Zuschauer dieser rätselhaften Geschichte in den ersten 20 Minuten...

      6. Friedrich Ani


        „Kommissar Süden und der Luftgitarrist“ (Reihe)

        Wer plötzlich wie vom Erdboden verschluckt ist, muss nicht entführt oder einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sein. Anis Spannung zielt ins menschlich Tiefgründige, auch ins Gesellschaftskritische, umkreist Lebensentwürfe, tiefe Wunden.

      7. Michael Gutmann


        „Marcel Reich-Ranicki – Mein Leben“ (Fernsehfilm)

        Drehbuchautor Michael Gutmann sah seine Hauptaufgabe darin, „eine Leitmelodie zu entwickeln, die sich trotz Zeitsprüngen und Ortswechseln durch die ganze Geschichte zieht und verhindert, dass sie in Episoden zerfällt“. Das ist ihm großartig gelungen.

      8. Max Färberböck, Fabian Thaesler


        „Bella Block – Vorsehung“ (Reihe)

        Färberböck über die Drehbucharbeit mit Fabian Thaesler: „Wir haben das Drehbuch völlig gemeinsam entwickelt und geschrieben. Wir haben unsere Ausgangsidee gesucht und gefunden, und wir haben diskutiert, welches dafür das passende Genre wäre. Dann haben wir uns zum Treatment und zum Handlungsablauf weitergehangelt. Nach dem Bau der Story hat sich die Zusammenarbeit bis in die Szenen und sogar bis in die Dialoge fortgesetzt. Wir haben improvisiert, wir haben uns in unserer Vorstellung direkt in die Szenen hineinbegeben.“

      9. Katrin Bühlig


        „Bella Block – Am Ende des Schweigens“ (Reihe), „Tatort – Altlasten“ (Reihe)

        Bella Block auch mal Schweigen zu lassen, war nur eine von vielen großartigen Drehbuchideen. Ein Zweiteiler, der bei seinen Personen bleibt und keine unnötigen Neben(kriegs)schauplätze aufmacht. „Altlasten“ hat seine Stärken in der Psychologie der Geschichte. Da stimmen die Motivationen, aber auch die Qualität der dramaturgischen Konstruktion erschließt sich vom Ende her: eine Seltenheit in deutschen Krimis!

      10. Dorothee Schön


        „Frau Böhm sagt Nein“ (Fernsehfilm), „Tatort – Herz aus Eis“ (Reihe)

        „Unsere Eliten müssen sich der Realität stellen. Sie leben oft in einer abgeschlossenen Welt und bekommen nicht mehr mit, wie die Lebenswirklichkeit ihrer eigenen Belegschaft aussieht“, so die Autorin. Ihr Drehbuch ist gut recherchiert, klug strukturiert und es kaut dem Zuschauer nicht etwas vor, sondern es appelliert auch an die Moral des Einzelnen.

      Bemerkenswert waren außerdem die Drehbücher von:

      • Thomas Kirchner


        „Der Tote im Spreewald“ (Fernsehfilm)
      • Norbert Ehry


        „Schlaflos“ (Fernsehfilm), „Das Duo – Wölfe und Lämmer“ (Reihe)
      • Benedikt Röskau


        „Über den Tod hinaus“ (Fernsehfilm), „Romy“ (Fernsehfilm)
      • Christian Pfannenschmidt


        „Willkommen zuhause“ (Fernsehfilm)
      • Lars Becker


        „Schade um das schöne Geld“ (Fernsehfilm), „Nachtschicht – Blutige Stadt“ (Reihe)

       

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        Foto: Ewa Borowski
      • Ein junger Mann mit Charakter: Ludwig Trepte in "Ihr könnt euch niemals sicher sein" (WDR)

    • Top Gesicht 2008

      • Mehmet Kurtulus im Interview
        Foto: Ewa Borowski
      • Der Neue am "Tatort" Hamburg: Mehmet Kurtulus in dem Thriller "Auf der Sonnenseite" (NDR)

    • Top Gesicht 2008

      • stark in "Das wahre Leben" und als Liesl Karlstadt
        Foto: Ewa Borowski
      • Hannah Herzsprung mit dem begehrten Grimme-Preis (3.4.2009)

    • TopFilm 2009 Platz 3

      • Menschliche Black Box: Nina Kunzendorf
        Foto: ZDF
      • Nina Kunzendorf in "Entführt" (ZDF). Regie: Matti Geschonneck

    • TopFilm 2009 Platz 2

      • Senta Berger - wie man sie noch nicht gesehen hat
        Foto: WDR / Hempel
      • Senta Berger als graue Büromaus in "Frau Böhm sagt Nein" (WDR, 21.8., 21.40 Uhr). Grimme-gekürt!

    • TopFilm 2008 Platz 1

      • Erwin lernt die Liebe: Brandt im Interview
        Foto: WDR
      • Fische oder Frau: Matthias

        Brandt und Maria Popistasu in "Die zweite Frau" (WDR)

    • TopFilm 2008 Platz 2

      • Pubertäre Phantasien: Fischer & Dwyer
        Foto: WDR
      • Emanzipation eines Arbeiterkin-

        des: Anna Fischer & Alice Dwyer in "Teufelsbraten" (WDR, Arte)

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    • © 2012 Rainer Tittelbach