Dieser Autor mag heiße Eisen und er lotet ebenso radikal die Grenzen der Genres Krimi und Familiendrama aus. Er machte im „Polizeiruf“ eine junge Frau mit Down-Syndrom zum Herzstück des Falls und er ließ in einem anderen „Polizeiruf“ eine Familie brutal auslöschen – was beinahe zum vorzeitigen Ruhestand des sensiblen Tauber geführt hätte.
Dieser Autor mag ebenso heiße Eisen und er lotet die Grenzen der Genres Krimi und Familiendrama radikal aus, selbst beim Thema Freundschaft geht er so weit, dass es zwischenzeitlich weh tut. Auch er machte im „Polizeiruf“ eine junge Frau mit Down-
Syndrom zum Herzstück des Falls, zur Hauptfigur, die die Kommissare im rauen Münchener Winter gelegentlich aufs Glatteis führte.
Mit Mitte dreißig wird die erste Zwischenbilanz gezogen. Nocke hat sich von seinem realen Umfeld inspirieren lassen, hat genau hingehört und hingeschaut. Von seiner Generation und den kleinen Lebenslügen erzählt er in „Mitte 30“ konzentriert, schnörkellos, anschaulich. In „Duell in der Nacht“ hat er sich an einem Krimi-Kammerspiel im „Série Noire“-Stil versucht.
Er ist die große Hoffnung der deutschen Comedy und Dramedy. Seine Spezialität: der Clash der Kulturen, der Clash der Geschlechter, der Clash von Komödie und Drama, von Witz und Gefühl. Vorbildlich sein Spiel mit den sozialen Stereotypen. Sein Credo: Man müsse hinter die Rollenbilder schauen. „Sicher ist Cem auf den ersten Blick ein Proll, er ist aber auch ein ambivalenter Mensch, der ernst zu nehmen ist mit seinen Wünschen und Bedürfnissen“, findet Dagtekin. „Sobald man beim Figurenerzählen ins Detail geht, wird es meist schnell originell. So werden die Figuren echt und die Klischees gebrochen.“
Das Meiste fand Einrauch zwar in Ulla Hahns Roman bereits vor, aber die richtige Auswahl kann auch große Kunst sein. Die Sprache ist der augenfälligste Faktor im Emanzipationsprozess der Heldin. Der Autor setzte – um den Sprung aus der Enge des Elternhauses deutlich zu machen – besonders im ersten Teil sehr stark auf den Dialekt.
Im Drehbuch von Seethaler geht es um real gelebte Liebe mit all ihren Enttäuschungen, Machtspielen, Hoffnungen. Es geht um Mutterliebe, Ersatzliebe, um nie gelernte Gefühle, um die Überwindung der Fremdheit zwischen zwei Menschen. Wunderbar, dass die Geschichte in Rumänien ihr Ende findet.
Aus dem Roman „Hurenkind“ machte Hollinger nicht umsonst „Hurenkinder“. Keine der zahlreichen Beziehungen, die ein bisschen nach dem Reigen-Prinzip gestrickt ist, funktioniert. In „Zeit zu leben“ wagt sie sich an ein bizarres Ausgangsszenario: die betagten Eltern teilen ihren Kindern mit, dass sie sterben wollen. Doch der Vater überlebt.
Eine politische Story: ein Pharma-Unternehmen geriet ins Visier von Bella Block. Um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben, kooperierte die Firma mit den Chinesen. Und die sind nicht zimperlich. So waren es nicht nur Tier-, sondern auch Menschenversuche, die den Zuschauer in Atem hielt. Die Rückblenden-Dramaturgie tat ihr Übriges.
Ganz charmant, das Duo um Mariele Millowitsch und Hinnerk Schönemann, das sich der unter die Regisseure gegangene Grundsteinleger der Senta-Berger-Reihe „Unter Verdacht“ fürs ZDF ausgedacht hat, doch nachhaltigen Eindruck hinterließ er 2008 nur mit seinem fein gedrechselten „Tatort“-Drehbuch.
Das Drehbuch entstand nach einer verbürgten Begebenheit. Und doch gibt diese finstere Mär um Glaubenkraft und Willenstärke, um Heiligenzauber und Politik, Rätsel auf.
Bemerkenswert waren außerdem die Drehbücher von: