• Top 10: Drehbuchautoren 2008

      1. Alex Buresch


        „Polizeiruf 110 – Rosis Baby“ (Reihe), "Polizeiruf 110 – Wie ist die Welt so stille" (Porträt), Das wahre Leben (Porträt)

        Dieser Autor mag heiße Eisen und er lotet ebenso radikal die Grenzen der Genres Krimi und Familiendrama aus. Er machte im „Polizeiruf“ eine junge Frau mit Down-Syndrom zum Herzstück des Falls und er ließ in einem anderen „Polizeiruf“ eine Familie brutal auslöschen – was beinahe zum vorzeitigen Ruhestand des sensiblen Tauber geführt hätte.

      2. Matthias Pacht


        „Polizeiruf 110 – Rosis Baby“ (Reihe), Das wahre Leben (Porträt), Einer bleibt sitzen (Porträt)

        Dieser Autor mag ebenso heiße Eisen und er lotet die Grenzen der Genres Krimi und Familiendrama radikal aus, selbst beim Thema Freundschaft geht er so weit, dass es zwischenzeitlich weh tut. Auch er machte im „Polizeiruf“ eine junge Frau mit Down-
        Syndrom zum Herzstück des Falls, zur Hauptfigur, die die Kommissare im rauen Münchener Winter gelegentlich aufs Glatteis führte.

      3. Daniel Nocke


        „Mitte 30“ (Fernsehfilm), „Duell in der Nacht“ (Fernsehfilm)

        Mit Mitte dreißig wird die erste Zwischenbilanz gezogen. Nocke hat sich von seinem realen Umfeld inspirieren lassen, hat genau hingehört und hingeschaut. Von seiner Generation und den kleinen Lebenslügen erzählt er in „Mitte 30“ konzentriert, schnörkellos, anschaulich. In „Duell in der Nacht“ hat er sich an einem Krimi-Kammerspiel im „Série Noire“-Stil versucht.

      4. Bora Dagtekin


        "Türkisch für Anfänger" (Porträt)

        Er ist die große Hoffnung der deutschen Comedy und Dramedy. Seine Spezialität: der Clash der Kulturen, der Clash der Geschlechter, der Clash von Komödie und Drama, von Witz und Gefühl. Vorbildlich sein Spiel mit den sozialen Stereotypen. Sein Credo: Man müsse hinter die Rollenbilder schauen. „Sicher ist Cem auf den ersten Blick ein Proll, er ist aber auch ein ambivalenter Mensch, der ernst zu nehmen ist mit seinen Wünschen und Bedürfnissen“, findet Dagtekin. „Sobald man beim Figurenerzählen ins Detail geht, wird es meist schnell originell. So werden die Figuren echt und die Klischees gebrochen.“

      5. Volker Einrauch


        „Teufelsbraten“ (Mehrteiler), „Väter – Denn sie wissen nicht, was sich tut“ (Fernsehfilm)

        Das Meiste fand Einrauch zwar in Ulla Hahns Roman bereits vor, aber die richtige Auswahl kann auch große Kunst sein. Die Sprache ist der augenfälligste Faktor im Emanzipationsprozess der Heldin. Der Autor setzte – um den Sprung aus der Enge des Elternhauses deutlich zu machen – besonders im ersten Teil sehr stark auf den Dialekt.

      6. Robert Seethaler


        „Die zweite Frau“ (Fernsehfilm)

        Im Drehbuch von Seethaler geht es um real gelebte Liebe mit all ihren Enttäuschungen, Machtspielen, Hoffnungen. Es geht um Mutterliebe, Ersatzliebe, um nie gelernte Gefühle, um die Überwindung der Fremdheit zwischen zwei Menschen. Wunderbar, dass die Geschichte in Rumänien ihr Ende findet.

      7. Hannah Hollinger


        „Hurenkinder“ (Fernsehfilm), „Zeit zu leben“ (Fernsehfilm)

        Aus dem Roman „Hurenkind“ machte Hollinger nicht umsonst „Hurenkinder“. Keine der zahlreichen Beziehungen, die ein bisschen nach dem Reigen-Prinzip gestrickt ist, funktioniert. In „Zeit zu leben“ wagt sie sich an ein bizarres Ausgangsszenario: die betagten Eltern teilen ihren Kindern mit, dass sie sterben wollen. Doch der Vater überlebt.

      8. Chris Kraus


        „Bella Block – Reise nach China“ (Reihe)

        Eine politische Story: ein Pharma-Unternehmen geriet ins Visier von Bella Block. Um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben, kooperierte die Firma mit den Chinesen. Und die sind nicht zimperlich. So waren es nicht nur Tier-, sondern auch Menschenversuche, die den Zuschauer in Atem hielt. Die Rückblenden-Dramaturgie tat ihr Übriges.

      9. Alexander Adolph


        „Tatort – Der oide Depp“ (Reihe), „Marie Brand und der Charme des Bösen“ (Reihe)

        Ganz charmant, das Duo um Mariele Millowitsch und Hinnerk Schönemann, das sich der unter die Regisseure gegangene Grundsteinleger der Senta-Berger-Reihe „Unter Verdacht“ fürs ZDF ausgedacht hat, doch nachhaltigen Eindruck hinterließ er 2008 nur mit seinem fein gedrechselten „Tatort“-Drehbuch.

      10. Markus Busch


        „Das Gelübde“ (Fernsehfilm)

        Das Drehbuch entstand nach einer verbürgten Begebenheit. Und doch gibt diese finstere Mär um Glaubenkraft und Willenstärke, um Heiligenzauber und Politik, Rätsel auf.

      Bemerkenswert waren außerdem die Drehbücher von:

      • Christian Jeltsch


        Mit einem Schlag (Porträt)
      • Holger Karsten Schmidt


        „Tatort – Hart an der Grenze“ (Reihe), „Tatort – In eigener Sache“ (Reihe)
      • Ruth Toma


        „Liesl Karlstadt und Karl Valentin“ (Fernsehfilm)
      • Niki Stein


        „Der große Tom“ (Fernsehfilm)
      • Judith Angerbauer


        „Tatort – Der frühe Abschied“ (Reihe)

       

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      • Grimme-Preis für Ludwig Trepte
        Foto: Ewa Borowski
      • Ein junger Mann mit Charakter: Ludwig Trepte in "Ihr könnt euch niemals sicher sein" (WDR)

    • Top Gesicht 2008

      • Mehmet Kurtulus im Interview
        Foto: Ewa Borowski
      • Der Neue am "Tatort" Hamburg: Mehmet Kurtulus in dem Thriller "Auf der Sonnenseite" (NDR)

    • Top Gesicht 2008

      • stark in "Das wahre Leben" und als Liesl Karlstadt
        Foto: Ewa Borowski
      • Hannah Herzsprung mit dem begehrten Grimme-Preis (3.4.2009)

    • TopFilm 2009 Platz 3

      • Menschliche Black Box: Nina Kunzendorf
        Foto: ZDF
      • Nina Kunzendorf in "Entführt" (ZDF). Regie: Matti Geschonneck

    • TopFilm 2009 Platz 2

      • Senta Berger - wie man sie noch nicht gesehen hat
        Foto: WDR / Hempel
      • Senta Berger als graue Büromaus in "Frau Böhm sagt Nein" (WDR, 21.8., 21.40 Uhr). Grimme-gekürt!

    • TopFilm 2008 Platz 1

      • Erwin lernt die Liebe: Brandt im Interview
        Foto: WDR
      • Fische oder Frau: Matthias

        Brandt und Maria Popistasu in "Die zweite Frau" (WDR)

    • TopFilm 2008 Platz 2

      • Pubertäre Phantasien: Fischer & Dwyer
        Foto: WDR
      • Emanzipation eines Arbeiterkin-

        des: Anna Fischer & Alice Dwyer in "Teufelsbraten" (WDR, Arte)

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    • © 2012 Rainer Tittelbach