„Fromm über das Bild-Konzept bei „Jenseits der Mauer“: „Ich wollte nicht die übliche Ästhetik der historischen Event-Filme machen, wo alles unheimlich glatt und sauber ist, wo selbst noch der Schmutz sauber ist. Ich habe immer den Eindruck: in diesen Filmen lebt nichts und deshalb stimmt es für mich auch nicht. Ich wollte eine „authentische“ filmische Oberfläche schaffen. Wir hatten einen sehr realistischen Ansatz. Wenn ich historisch erzähle, dann will ich auch, dass die Bilder eine größtmögliche Authentizität haben. Ich habe mir sehr viele alte DDR-Filme und Fotos aus der Zeit angeguckt.“
Regisseur Züli Aladag findet in diesem „Bloch“ trotz eines größeren Personals, als man bei dieser Reihe gewohnt ist, einen durchgängigen Erzählton. Er ist kühl und reduziert wie die Dialoge und die Bildsprache. Getragen wird er außerdem von einer stimmigen Ausstattung und einer Lichtästhetik, wie man sie im Fernsehen so nicht alle Tage sieht.
„Erntedank“ ist erfrischend altmodisch erzählt. Es wird nicht getrickst mit der so beliebten Parallelmontage, sondern dichte, konzentrierte Szenen sind das Herzstück des Films. Klug inszeniert Rainer Kaufmann in den Raum hinein – schön, wenn August Zirner im Hintergrund seine asiatischen Entspannungsübungen macht oder der Hüne Kluftinger von einem puppenstubenhaften Raum förmlich in die Knie gezwungen wird.
Andreas Senn beweist in „Lilys Geheimnis“ (s)ein großes Gespür für die Psychologie von Situationen. Er ist in dieser Geschichte, die voller Sentimentalität steckt, immer auf Augenhöhe mit seinen Protagonisten. Wunderbar löst er auch die Szene, in der das Paar nach 20 Jahren wieder miteinander schläft. In dieser Situation und während des Gesprächs danach ist der Kitsch zum Greifen nahe. Doch was am Ende bleibt, ist der Eindruck von Nähe: Da lieben sich zwei, doch ihre Geschichte steht ihnen im Weg.
Wie Architektur und Ästhetik ist auch ein guter Krimi oft eine Frage von Wahrnehmung und Perspektive. Mit diesen Möglichkeiten des Genres geht „Architektur eines Todes“ einfallsreich um. Häufig sieht man in Selges Film Menschen, die etwas beobachten. Anfangs ist es die Architektin, die ihrer Geliebten bei einem geplatzen Date zuschaut. Später begibt sich Dellwo auf nächtliche Observierungstour. Auch der Zuschauer beobachtet, blickt auf ein Geschehen, bei dem er mehr weiß als die Kommissare.