Kleinert hat beredte Bilder für Kohlhaases Tisch-und-Bett-Situationen gefunden und seinen Protagonisten das richtige Spiel zwischen Nähe und Distanz verordnet. Nachdem Lena von Bernds Doppelleben weiß, gibt es eine klärende Szene: sie sitzt auf dem Bett, er nebenan auf der Couch. Die Entfernung der beiden betont die Verlorenheit, die Ohnmacht und sie spiegelt den Ekel vor der Berührung des Partners.
Für die kalte Welt der strengen Regeln und der Standesdünkel, für diese Gegenwelt findet Achim von Borries stimmungsvolle Bilder. Die Lehranstalt liegt mitten im Chiemsee. Die schlafende Natur, der Nebel und das Internat, das sich wie eine Festung ausnimmt, tun ein Übriges, um diesen Krimi in die passende Atmosphäre zu tauchen.
Früher oder später“ ist Ulrike von Ribbecks erster Langfilm und zugleich ihr Abschlussfilm an der dffb. Das Erzählen in Bildern ist ihre Stärke und sie besitzt ein gutes Gefühl für filmischen Rhythmus.