Kohlhaase ist eine bitter-lakonische Geschichte gelungen. Mit der Leichtigkeit einer Sommerkomödie erzählt, die gelegentlich an die Filme von Eric Rohmer erinnert, dringt er zugleich treffsicher in die Psyche eines Milieus, einer Generation, einer sozialen Schicht, die es sich leisten kann, sich vor endgültigen Entscheidungen zu drücken und in einem attraktiven Schwebezustand zu verharren, der einem das Alter(n) weniger deutlich macht.
„Bora Dagtekin hat ein Talent, das hierzulande beinahe einem Alleinstellungsmerkmal gleichkommt: Es gibt nicht viele deutsche Autoren, deren Dialoge ähnlich pointiert sind“, hieß es in der Begründung zum diesjährigen Grimme-Preis für die RTL-Serie, die einem den arg strapazierten Glauben an die deutsche Serie zurückgab. „Davon abgesehen sind die Geschichten der einzelnen Folgen zwar anspielungsreich und witzig, aber trotzdem lebensnah.“
Dichte Dramaturgie, spannungsintensive gruppendynamische Prozesse und drastische Sprache als „Mittler auf dem Weg zu den tätlichen Angriffen“ sorgen für ein von der stofflichen Substanz für Jungfilmer-Verhältnisse ungemein reifes Drama.