Matthias Brandt als der Meister des Erduldens. Dass sein Polizist kein Mensch ist, der das Leben zupackend meistert, ist mit ein Grund für die ständigen körperlichen Kollisionen, die er einstecken muss. „Was habe ich denn jetzt schon wieder falsch gemacht?“, fragt er verzweifelt die zum Schlag ausholende Ehefrau. Doch irgendwann fragt er nicht mehr und erträgt diese permanente Selbstzerfleischung nicht länger.
„Für mich bestand die größte Herausforderung darin, eine Figur zu spielen, die an ihrem Selbstmitleid beinahe zerbricht und mit der Schuld-und-Sühne-Situation nicht klar kommt, die aber zugleich für den Zuschauer erträglich bleiben sollte“, so Duken. „Bei ‚Willkommen zuhause’ war ich ein brodelnder Vulkan, der irgendwann ausbrechen wird, ohne es selbst wahrhaben zu wollen. Bei 'Das Unglück von Überlingen' geht es dagegen um einen Menschen, der die Schuld auf sich nehmen will. Lenders musste ich sehr viel ruhiger, verletzlicher, weicher spielen. Er ist der implosive Typ.“
Sitochin muss als Ehemann und Vater, der seine Frau und seine beiden Kinder durch das Flugzeugunglück von Überlingen verloren hat, die vielen Gesichter des Schmerzes zeigen. Lautstark und verzweifelt meldet sich die russische Seele zu Wort. Die Wut nimmt zu, schlägt um in Hass, die Maske tut ihr Übriges: ein russischer Wüterich. Mit ihr kann es sich Sitochin leisten, stärker nach innen zu spielen.
Keine vielschichtige, dafür eine vielfältige Rolle spielt Hübchen in der milden Tragikomödie spielen. Ein hoffnungsloser Optimist inmitten von Trostlosigkeit, der es mit allen Tonlagen der Nebenfiguren zu tun bekommt. Hübchen: „Wo Wüste ist, ist Wüste. Da muss man sich nicht dagegen aufbäumen, sondern im Zweifelsfall weiterziehen.“
In "Nichts als Gespenster" sieht man Möhring mal wieder in seiner angestammten Rolle: ein Kumpel, ein guter Freund, ein Mensch voller Herzlichkeit und fast kindlicher Naivität. Ein schöner Kontrast zur Nachdenklichkeit und Verzweiflung der beiden Frauen, die etwas von ihm wollen. In "Gegenüber" interpretiert er Freundschaft etwas weit: vor den Augen des "Freundes" fickt er mit dessen Frau.
August Diehl spielt einen jungen Mann, der während eines Trips mit seiner Freundin durch die USA sich zunehmend klar darüber wird, was er nicht will: länger eine Beziehung mit dieser Frau. Um mehr geht es nicht. Mehr gilt es auch nicht zu spielen.