Der Darsteller des Normalen, des Unauffälligen, des Bescheidenen gibt den großen Schweiger (der noch Jungfrau ist). „Ich wollte mich über Erwin auf keinen Fall lustig machen. Man kann über ihn lachen, das ist auch beabsichtigt, aber ich habe nie auf ihn herabgesehen“, so Brandt.
Anstreicher Hans Moll hat sich eingerichtet im Hartz-IV-Alltag. Erst als er die neue Nachbarin, die schöne Russin Jewgenia, kennenlernt, überkommt ihn eine große Unzufriedenheit. Wer anders als Prahl könnte die Sehnsucht des kleinen Mannes so glaubwürdig verkörpern?
Seinen Kommissar spielt(e) er stets grundsolide. In seinem Gast-Auftritt im „Tatort“ indes als braver, vom gleichgeschlechtlichen Trieb übermannter Gatte wurde er so richtig gefordert.
Kurt Wellinek hat schon richtig gute Zeiten gesehen. Doch jetzt ist der Physiker arbeitslos, kämpft mit seiner Alkoholsucht und verrechnet seine Abfindung mit seiner Lebenserwartung. Von seiner Zwei-Zimmer-Behausung hat er einen guten Blick auf das Haus, in dem er mal wohnte. Oft als Psychopath missbraucht – dabei hat Knaup vor allem komödiantisches Talent!
Stets eine sichere Bank: In „Bauchgefühl“ muss Pfaff mehr geben als den guten Psychologen. Bloch ist gleichzeitig der spiegelverkehrte Seelenverwandte der magersüchtigen Heldin.
„Alle Anderen“ war kein Ausrutscher. Lars Eidinger könnte auch im Fernsehen was reißen.
Könnte mehr spielen als den jungen Mann mit jenem Charme, den Schwiegermütter lieben.
Immer einen Riecher für gute Rollen. Richy Müllers Kommissar hat noch reichlich Potenzial.
Souverän-gemütlicher Ausstand für den bis dato dienstältesten ARD-„Polizeiruf“-Kommissa
„Auch wenn er vorgibt, ein tolles Leben zu führen - im Endeffekt ist er eine ganz arme Wurst“, sagt Behrendt. Die schöne Aglaia beißt kurz rein, isst dann aber wieder zu Hause.