Es geht um real gelebte Liebe mit all ihren Enttäuschungen, Machtspielen, Hoffnungen. Es geht um Mutterliebe, Ersatzliebe, um nie gelernte Gefühle, um die Überwindung der Fremdheit zwischen zwei Menschen. Wunderbar, dass die Geschichte in Rumänien ihr Ende findet.
Stimmungsvolle Melancholie, leiser Humor und liebevolle Sozialromantik liegen über diesem sommerlichen Mutmach-Movie aus Marzahn. Ein Drehbuch, das nicht die standardisierten Genre- und Dramaturgie-Vorgaben der Sender bedient. Hier wächst keiner über sich hinaus.
Wierschs großes Plus: der studierte Psychologe weiß, worüber er schreibt. Da die Dramaturgie von „Bloch“ zuletzt dem immergleichen Muster unterworfen wurde und der Dicke die Ursachen der Krankheit „ermitteln“ muss, kommt er kaum noch zum Therapieren. In diesem „Bloch“ war das kein Manko. Für die Reihe ist dieser dramaturgische Trick ohnehin eine lebenserhaltende Maßnahme. TV-Psychologen stoßen beim deutschen Zuschauer auf Abwehr.
Geschickt, nie bemüht verzahnen die Autoren die soziale Schieflage mit der Krimihandlung.
Lürsen und Stedefreund im Clinch. Greve machte daraus weniger ein eitles Ermittlerspiel, vielmehr nutzte er die Situation, um den Krimi ungewohnte Wege gehen zu lassen: zum einen tritt der ewige Assistent aus dem Schatten der dominanten Kommissarin; zum anderen sorgen die persönlichen Animositäten für ungewohnte Unachtsamkeiten bei der Ermittlungsarbeit.