In „Ein starker Abgang“ steht ihr auch einmal die Herznote bestens zu Gesicht. In Ulrike Grotes Sterbedrama "Was wenn der Tod uns scheidet" indes verkörpert sie eine zunehmend von Alzhei-mer-Symptomen überfallene Frau, die sich das Leben nicht vermiesen lassen will.
Katrin Saß zeigt uneitel die Spuren her, die das Leben bei ihrer Figur hinterlassen hat. Man nimmt ihr die Stärke ab – eine Stärke, die so effektiv ist, weil sie auch die Schwäche und den Schmerz kennt. Da ist keine patente Powerfrau zu Gange…
Diesem Gesicht kann man sich nicht entziehen. Es ist ungewöhnlich, es ist kantig, es entspricht nicht der Norm – und es lässt sich deshalb aufladen mit der ganzen destruktiven Kraft einer jungen Frau, der nur noch wahlloses Töten einen Kick verleiht.
Die gebeutelte Kommissarin verbeißt sich immer mehr in ihren Job. Der neue Kollege könnte ihre Lebensgeister wieder wecken. Kriener spielt sich durch die unterschiedlichsten „Milieus“ und bleibt dabei Lucas’ Stimmungslage treu. Bravourös!
Mit ihrer „authentischen“ Art zu spielen steht und fällt das Drama zur Krise. Wunderbar der Kämpfertunnelblick, mit dem sie ein Abziehbild der patenten Ehefrau liefert, wie sie einst von der Werbung und heute vom Unterhaltungsfilm glorifiziert wird.
Nicht nur psychologisch, auch dramaturgisch lastete viel auf Wackernagels Schultern im „Tatort“. Sie war die Mörderin, doch zu früh durfte es der Zuschauer nicht wissen. Die Schauspielerin neigt dazu, zu viel zu machen. Hier war es richtig, viel zu machen.
Mehr Fritzi als Haberlandt: Problem gibt’s immer, aber man kann sie auch locker nehmen! In diesem Road-Movie macht sie dem Begriff „supporting actor“ alle Ehre.
Und noch ein klassischer „supporting actor“: Was wären deutscher Film und deutsches Fernsehen ohne Johanna Gastdorf? In jedem dritten Film würde etwas fehlen.
In ihrer Rolle als Polizeipsychologin ist es die Spannung zwischen Fall und Subtext, die ihre Szenen mit Axel Milberg immer zu einem großen Vergnügen werden lassen.
Walser scheint hier nur die Frau an des Mannes Seite zu sein. Und doch hinterlassen Figur wie Schauspielerin einen starken Eindruck. Da steckt reichlich Erfahrung drin.