Ein Krimineller zum Liebhaben in einer Gangsterballade – das ist eine extreme Gratwanderung. Das muss perfekt geschrieben sein und einer wie Prahl muss es spielen: lakonisch, mit Augenzwinkern, aber auch mit der ganzen Präsenz eines Verbrechers.
Ein Krimineller zum Liebhaben in einer Gangsterballade – das bleibt eine extreme Gratwanderung. Das muss perfekt inszeniert sein und einer wie Vogel muss es spielen: lakonisch, frech, cool, aber auch mit der ganzen Präsenz eines Verbrechers
Die Kamera ist sowohl bei jenem „Tatort“ der Blicke als auch in der ZDF-Serie ganz nah bei Milberg – und der hat ein unglaubliches mimisches Repertoire drauf.
Schon als Kommissar Brenner bestach der Kabarettist Hader. Als geläuterter Mörder ist er vor allem eine körperlich-mimetische Offenbarung: Wie ein zum Tode Verurteilter beim Gang zum Schafott schleicht er durch die Jahrzehnte. Wie ein getretener Hund bettelt seine Figur um Erlösung und sucht Vergebung bei den Hinterbliebenen.
Hier spielt einer mit der ganzen Ausdruckskraft eines erfahrenen Charakterkopfs. Die Reduktion, das Kammerspielhafte, das Zwanghafte sind ideale Vorgaben für Habich.
Bruno Ganz spielt oft in Filmen eine Spur zu groß. In Kaufmanns Tragikomödie kann er seinen Hang zur Bühne ungestraft ausleben: großartig sein Spiel im Spiel.
Wie spielt man einen Mann, der mit den Folgen eines geplatzten Hirn-Aneurysma im Krankenhaus liegt und das Leben um ihn herum passiv erleidet? So wie Stokowski es macht: reduziert, reaktiv, aber zugleich wie ein lebendiger Mensch voller Gefühle.
Typischer Darsteller, der nach innen spielt und dabei in manchen Rollen zur implodierenden Zeitbombe wird. Hier gibt er als jähzorniger Gatte auch mal an andere ab.
Möhring spielt zwei Mal nur die zweite Geige. Sein Markenzeichen bleibt auch in diesen kleineren Rollen sein realistischer Zugriff, sein unbedingter Hang zum Alltag.
Der Grimme-Preisträger beweist erneut seine Klasse als jugendlicher Seelendarsteller.