Die Spannung steigt unablässig in dieser durchweg packenden, Stil sicher fotografierten Gangsterballade, die in bester amerikanisch-französischer Tradition des Genres steht. Es ist einer jener wenigen Fernsehfilme, die sich aus ihrer Struktur heraus entwickeln, in denen das Erzählte und das Formale traumwandlerisch zueinander finden.
Blicke sind die treibende Kraft in „Borowski und die heile Welt“. Auch Kamera-Blicke. Regisseur Florian Froschmeyer erzählt höchst visuell. Schon der Vorspann führt direkt in die Geschichte. Die Bilder sprechen zuerst, danach erst die Menschen.
Wenn das Buch gut ist, kann sich die Regie auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Bei „Ein starker Abgang“ klappt das wunderbar: Kaufmanns Renommé sorgte beispielsweise dafür, dass ein August Zirner, Ulrich Noethen oder Stefan Kurt für Tagesrollen zur Verfügung standen. Bei dem 1000-Mal-(besser)-gesehen-Familienzwist-Sujet von „Das Beste kommt erst“ gelang die Buch-Regie-Schauspieler-Triade nicht so gut.
Die Regisseurin orientiert sich am modernen US-Serien-Look, tauscht deutschen TV-Realismus gegen Psychothriller-Ambiente, dass es eine wahre (Seh-)Freude ist.
Bei diesem Beziehungsspiel ist gut gecastet halb gewonnen (dabei war Katrin Saß nur Lückenbüßer). Entsprechend ging der Regisseur vor allem auf die Gesichter.