Ihr ins Gesicht zu schauen, sich von ihren Blicken durchbohren zu lassen oder ihren oftmals kalt dahingesagten Worten zu lauschen – das erzählt eine eigene Geschichte.
So wie ihre Figur zur Lichtgestalt der muffigen Zeitgeschichte wird, so reißt sie das zur Überdramatisierung neigende TV-Stück auf eine eher beiläufige Art an sich.
Senta Berger verfällt nicht in die Dame von Welt, sie vergisst nicht die Gebrochenheit, die ihre Figur bei aller Aufbruchstimmung kennzeichnet, aber als Darstellerin einer einst gefeierten Schauspielerin auch nicht die Möglichkeit eines Spiels im Spiel.
Eine Rolle fast ohne Text: Katharina Schüttlers Tosia steht die Überlebensangst ins Gesicht geschrieben. Sie ist der mollgetönte Kontrapunkt zur Hauptfigur.
Kaum einer vermag es so wie Jeanette Hain, Rollen mit Geheimnis und rätselhaftem Wesen aufzuladen, ohne dass die Performance ins allzu Bedeutungsschwere entrückt.
Historisch muss nicht bedeuten: falsche Patina an Gesten und Verhaltensweisen. Böhm interpretiert ihre schlesische Flüchtlingsfrau modern und doch als Anti-Ferres.
Gegen Senta Berger als Mutter und Gegenpart kann sie sich in dieser tragenden Nebenrolle nicht zurücklehnen. Nicht ohne Grund hat Peters den Durchbruch geschafft!
Schön schräg stolpert Lothar als neurotische Bestsellerautorin durch eine TV-Komödie, die vom Italo-Western bis Tarantino alles zitiert, was für Coolness im Kino steht.
Kleine Rolle, aber mit Nachhall: Als verbiesterte Denunziantin, die zur „Stunde Null“ die Kontrolle behalten will, brilliert Inka Friedrich in einer für Sie untypischen Rolle.
In zwei, drei Szenen macht Proll deutlich, warum es ihre Figur mit dem Ex nicht mehr aushielt und weshalb sie den Tsunami genutzt hat, ein neues Leben zu beginnen.