Eine starke Szene: Die Folgen des Tsunami 2005, ein Mann vermisst seine Frau. „Ich möchte, dass Sie mir ein bisschen von Ihrer Frau erzählen“, sagt Süden. Er schaut auf ein Foto. „Mir ist aufgefallen, dass der Ohranhänger Ihrer Frau eine ganz besondere Form hat…“ Süden findet den richtigen Ton. Während um ihn herum die Welt im Chaos versinkt, nimmt er sich dem Einzelnen an, spendet Trost, indem er zuhört.
Schweighöfer gibt die andere Seite des öffentlichen, des späten Marcel Reich-Ranicki: den jungen Mann, der überleben muss und für den – gerade aus diesem Grund – die Literatur zum Überlebensmittel wird. Die Kraft der Worte und die Allgegenwärtigkeit des „praktischen“ Intellekts sind in Schweighöfers Spiel stets spürbar.
Topol übernimmt den wärmenden, identifikationsstiftenden Gegenpart zu Sawatzkis Rolle. Er macht den Film dem Zuschauer „erträglich“. Sensibel und mit großer Beiläufigkeit spielt der 27-jährige Jungdarsteller den Retter der Familie.
„Ich glaube schon, dass da viel Wahres dran ist. Dieses Motiv der Potenz oder diese Angst, dass – platt gesagt – die Tüte nicht mehr steht, hat in Komödien immer gut funktioniert. Lachen hat nun mal mit einem gewissen Wiedererkennungswert zu tun.“
„Respekt, Herr Kommissar!“ Mit tatverdächtigen Alkoholikern ist Heuer gleich auf Augenhöhe. Sonst umgibt den Kommissar vor allem die Verzweiflung des Entzugs.
Rauschhaft gut: Wer morgens schon zwei Halbe verträgt, kann kein Schlechter sein!
Zirner beweist ein Händchen für die richtigen, seinem Alter entsprechenden Rollen.
Immer konzentriert, immer auf den Punkt, auch wenn die Sympathie anderen gehört.
Einer aus der zweiten Reihe, der stets überzeugt und auf Verlierertypen geeicht ist.
Etwas schwächer als gewohnt. Das liegt am Drehbuch, das für einen wie Brandt, der als Leisespieler und Zwischentönesucher seine Stärke hat, zu viel Dramatik erfordert.