Gefühle sind nicht zum Zeigen da. Ihre Frau, die sie konzentriert, nachdenklich wie eine lebende Black Box spielt, ist der Anti-Typ zum herkömmlichen TV-Muttertier.
Im Krieg der bösen Blicke ist sie die Nummer eins in Deutschland. Umso überraschender ist ihr komischer, herrlich überzogener Ausflug ins Sitcom-Genre.
Die interne Ermittlerin Dr. Prohacek strafte diesmal nur mit leisem Sarkasmus ihren korrupten Widersacher und Vorgesetzten (dass es eine ganz besondere Freude war).
Glaubwürdiger noch als in „Dresden“ findet sie den Tonfall und die Körperlichkeit der patenten (Nach-)Kriegsgeneration. Felicitas Woll auf dem Weg zur „Volksschauspielerin“.
Klein, aber fein ihre Rolle im Geschonneck-Zweiteiler: facettenreich gibt sie mit kesser Selbstgewissheit eine Millionärin, die ihrem Lover schmählich auf den Leim geht.
Spitzbübisch augenzwinkernd und mit schrägem Schwyzerdütsch gibt sie am Münchner „Tatort“ eine vermeintlich staubtrockene Kollegin aus dem Nachbarland.
Unprätentiös und mit einer unglaublichen Leichtigkeit des Seins spielt sie die Rolle der etwas kompliziert und verdreht denkenden Hobbydetektivin Franziska Luginsland.
Sie kann also auch anders: als kraftvolle Kräuterhexe Fefi hört die ehemalige Fassbinder-Actrice Türen singen – und sie legt eine urkomische Spielfreude an den Tag.
Kleine Rolle, großer Auftritt: Warum nicht mal völlig von der Rolle sein, wenn der Ehemann tot im Bad liegt? Da können selbst Mutters kleine Helfer nichts ausrichten.
Sie war eine der wenigen Schauspieler, die sich ab und an gegen den Seifenopern-Stil und die hölzerne Inszenierung dieser überflüssigen Kapitalistenmär behaupten konnte.