Hüftsteif wie der „Krupp“-Dreiteiler ist seine Figur. Das passt nicht schlecht. Richtig gut ist er bei Geschonneck als einer jener Männer, die nicht viele Worte machen.
Dieser Schneider, der von allen gelinkt wird, diese Zeitbombe, die sich selbst entschärft, ist wie geschaffen für den 42-Jährigen, dem man mehr solcher Rollen wünscht.
Auch in der ersten Reihe macht sich der Heinz Rühmann des neuen Jahrtausends gut. Dass das Fremdschämen nicht mehr ganz so gut klappt, ist nicht ihm anzulasten.
Die männliche Film- und Fernseh-Entdeckung des letzten Jahres mit „Mitte 30“ und „Die Buddenbrooks“ zeigt auch in Nebenrollen hoch konzentrierte Leistungen.
Eigentlich nur eine Fingerübung. Und doch: diesen eiskalten Killer („Entweder man verknallt sich in so eine oder man legt sie um“) wird man nicht so bald vergessen!
Ein Gentleman im Guten wie im Bösen. Sein Spiel ist mitentscheidend dafür, dass die Auflösung des Zweiteilers nicht als abstruse Räuberpistole in sich zusammensackt.
Der Mann mit den vielen Gesichtern – ist die ideale Besetzung für den Ex-Lover, der mit der liebessehnsüchtigen Heldin sein Spiel treibt, ihr aber wieder erliegt.
Kaum einer kann den deutschen Stoffel, der dem Pantoffel der Frau(en) zu entgehen versucht, besser verkörpern als Wagner. Er spielt ihn so, als würde man ihn kennen.
Bei aller Strenge in Blick gelingt es ihm, mit seinem eher beiläufigen Schauspielstil dem bedeutungsschweren Großen und Ganzen des Films etwas entgegenzusetzen.
Eine sichere Bank auch im Sturm der Zeiten: als Mann im Hintergrund (be)drängt er die Heldin nicht. Statt großer Liebesarie darf er leise Gefühls-Töne anschlagen.