Das Drama zwischen den Aktionen rückt in den Mittelpunkt. Wie gehen Menschen mit existenziellem Druck um? Behalten Sie ihre Gefühle für sich? Oder entlasten sie sich emotional? Solche Fragen interessieren die Autoren mehr als blutige Tatsachen. Wie in einem Roman, der die ersten Kapitel unverbunden gegeneinander setzt, folgt man als Zuschauer dieser rätselhaften Geschichte in den ersten 20 Minuten...
So böse wie bei „Stromberg“ und so schräg wie bei „Dr. Psycho“ ist der doppelte Grimme-Preisträger zwar nicht mehr, aber klug ausgedacht und gewitzt auf Bjarne Mädel hin geschrieben ist das allemal. Wir sind hierzulande ja nicht verwöhnt!
Die historische Geschichte von der Mutter, die ihr Kind in den Wirren der Nachkriegszeit verliert und aufopferungsvoll sucht, lässt keine Emotionen aus. Sperl entnimmt diese aber allein der universalen Ausnahmesituation. Der Film bleibt Drama.
Die Geschichten um Franziska Luginsland sind Geschichten, die erzählt werden wollen – mit Witz, Ironie, Melancholie. Da kann sie noch so leiden und noch so viel den Zuschauer anquatschen. Die Erzählhaltung bleibt verspielt und angenehm distanziert.
Es gibt Kritiker, die es unangebracht finden, das Thema Scheidungskind als Komödie zu erzählen. Doch gelingt Zertz hier nicht der Spagat zwischen den Tonlagen? Und hallt am Ende nicht doch etwas nach vom Thema, obwohl der Film unterhaltsam ist?!