Von Afghanistan zurück in die ländliche Idylle. Ein schwieriger Stoff für einen Fernsehfilm. Der Wohlfühlserienautor kommt ohne politisch falsche Zwischentöne aus, ohne vordergründige Action, ohne voyeuristische Lust an der Katastrophe und ohne den Schutz des Genres. Er schafft es, dass es wehtut, und setzt zugleich auf Hoffnung.
Stimmiges Western-Szenario mit bodenständigem Personal. Bei aller Lust am Genre vermitteln sich die Sorgen und Nöte der Landbevölkerung bis in die Magengegend.
Ein kluger Schachzug war es, die Mörder offen zu führen und sie bei ihrer brutalen Tat zu zeigen. So wurde die Geschichte zum Psychogramm zweier eiskalter „Übermenschen“. Das Drehbuch setzte gekonnt auf das Mehrwissen des Zuschauers, belebte den Hitchcockschen „Suspense“ und sorgte, wo es nur ging, für Spannungszuwachs.
Als Autor wollte Becker etwas zu viel. Doch allein für die „Erfindung“ seines 10-köpfigen, fast gleichberechtigten Personals gebührt ihm die höchste Anerkennung.
Gelungener Mix aus Drama und Krimi, aus Umgangsformen des Alltags und Genrehaftigkeit. Dass man sich über die Glaubwürdigkeit einer solchen weit her geholten Geschichte nicht viel Gedanken macht, spricht auch für das gut gedrechselte Buch.