Sie führt als dominantes Muttertier ein illustres Ensemble durch den Festabend der Liebe. Und in „Sisi“ macht sie als Gegenspielerin den „gewissen, kleinen Unterschied“ aus: sie sucht die Klarheit der Rolle – und gleichsam nach Zwischentönen.
Capotondi verschmilzt mit ihrer mythischen Figur in all ihren Lebensphasen, sie entführt in eine Zeit, auch wenn man gar nicht in sie entführt werden möchte, und sie verführt mit ihrer Natürlichkeit zu einem Genre, das sonst oft lächerlich wirkt.
Klasse, wie sie die undankbare Rolle der gesetzestreuen Kommissarin – im Gegensatz zum cleveren, aufgeklärten Psychologen Flemming – variiert und so der sehr viel glanzvolleren Serien-Titelfigur Paroli bietet. Wunderbares Doppel mit Samuel Finzi.
2009 hat die Schauspielerin einen Lauf. Ihre Stärke: Rollen ohne viele Worte wie in „Pizza und Marmelade“. „Ich habe nichts dagegen, wenn der Regisseur beim Dialog den Rotstift ansetzt. Ich finde unmotiviertes Gequatsche einfach nur nervig“, betont sie im Interview.
So wie sich in dem Krimidrama „In den Nebel“ das Thema Alzheimer in den Vordergrund spielt, so wird Ingeborg Westphal als Annegret Trautmann, die Frau, die das Vergessen vergisst, mehr und mehr zum Herzstück dieser anrührenden „Stubbe“-Episode.
Alzheimer-Krimi die Zweite: Auch Bibiana Zellers Witwe mit „Aussetzern“ und ihre Szenen mit Richy Müller gehören zum Nachhaltigsten in dem SWR-„Tatort“, der sich zu einem nachdenklichen Familiendrama auswächst.
Eine Frau für trockenen Witz und fürs Skurrile. Gut, wenn die Rollen wie in „Krauses Kur“ oder „Engel sucht Liebe“ auch hergeben, was Antonis Physiognomie verspricht.
Sie gibt ihrer bodenständigen Autohausbesitzerin den typischen Weisse-Touch: einen Hauch aus einer anderen Welt, einer Welt hinter der Fassade, hinter der Eifersucht. Zwei Szenen mit Devid Striesow sind der Höhepunkt eines durchschnittlichen „Polizeirufs“.
Banale Wohlfühlkost wie „Alle meine Lieben“ macht sie erträglich. In „Richterin ohne Robe“, einer Genre-Mix-Wundertüte, zeigt sie, dass sie spielend und dabei stets glaubwürdig durch alle Tonlagen kommt. Eine Kunst, die nicht zu unterschätzen ist.
Dass sie mehr zu bieten hat als ein makelloses Aussehen, bewies Tayde in „Meine verrückte türkische Hochzeit“. Für ihren „Wilsberg“-Auftritt wird sie keinen Grimme-
Preis bekommen. Dafür räumt sie mit dem Klischee auf – es zählten nur innere Werte.