„Altlasten“ hat seine Stärken in der Psychologie der Geschichte. Da stimmen die Motivationen, aber auch die Qualität der dramaturgischen Konstruktion erschließt sich vom Ende her - eine Seltenheit in deutschen Krimis. Wunderbar auch das Kammerspielkrimi-Ritual, bei dem alle Verdächtigen zu einem Treffen geladen werden.
Bei „Wir sind die Guten“ kommen mehr Emotionalität und höhere Spannung auf als in herkömmlichen Ermittlerkrimis. Da braucht man keine handvoll Verdächtiger, da reicht es, wenn man zwei zwielichtige Kollegen hat – und damit drei mögliche Täter-Varianten. Auch wird dem Zuschauer in diesem „Tatort“ einmal nicht die Welt erklärt.
„Wir wollten zeigen, was passiert, wenn diese Riesenblase platzt. Wir wollten erzählen, wie jemand von einem Tag auf den anderen aus der Gesellschaft herausfliegt. Ein Mensch, der noch mit dem Erbe der Nachkriegsgeneration ausgestattet ist, der das Höher, Schneller, Weiter der eigenen Eltern übernommen hat und der auch unter dem Druck steht, das für sich beweisen zu wollen.“ So Andrea Stoll über „Pizza und Marmelade“.
Böhlich ist einer, der seine Figuren liebt. In „Krauses Kur“ verfährt er denn auch nicht stur nach den dramaturgischen Regeln, sondern lässt seinen Protagonisten reichlich Freiraum für Spielereien und Spinnereien – inklusive kleinen Durchhängern.
Slapstickhaft absurd, dramaturgisch, beziehungsreich konstruiert. Eine Idee jagt die nächste, kein Kalauer wird ausgelassen. Da hat Drehbuchautor Ecki Ziedrich ganze Arbeit geleistet. "Wilsberg – Oh du tödliche…“ ist mehr als eine komische Nummern-Revue.