Jessica Schwarz über Romy Schneider und die Intention des Bio-Pics: „Wir wollten keinen Mythos enträtseln. Mir war es schon wichtig, den Menschen näher zu bringen, aber vor allem zu zeigen, welche Schwierigkeiten mit diesem Beruf verbunden sind, was es heißt, eine Schauspielerin zu sein. Eine Schauspielerin in der Generation, zu dieser Zeit, in der es großen Mut bedeutete, in ein anderes Land zu gehen.“
Michelsen ist präsent wie noch nie. Im November war sie in „Sieben Tage“ zu sehen. Außerdem startete die Pschologenkrimi-Serie „Flemming“. Über beide Projekte äußert sich die Schauspielerin: „Der Krimi hat mich in ‚Sieben Tage’ gar nicht interessiert, auch wenn er als dramaturgisches Hilfsmittel eingesetzt wird. Ich bin prinzipiell kein großer Freund vom Krimi an sich. Das Genre finde ich nur gut, wenn es in Richtung Psychologie geht oder am Ende mit Wendungen aufwartet, mit denen man nicht gerechnet hat.“
„Es wäre doch schön, wenn die Mordkommission einmal zuschlägt, bevor jemand rum liegt und sich die Radieschen von unten anguckt“, findet die Kommissarin im Ruhestand. Obwohl ein alter Fall Bella Block nicht loslässt, macht sie einen ungewohnt entspannten Eindruck. Und so bekommt Hannelore Hoger in „Vorsehung“ vielfältigere Möglichkeiten als zuletzt. Denn sie muss nicht permanent die übelgelaunt verbissene Kommissarin geben.
Dass „Ein Dorf sieht Mord“ trotz des dramaturgischen Stückwerks – zumindest während des Sehens – gefangen nimmt, liegt an der starken Präsenz von Lavinia Wilson. Das spannungsreiche Spiel der Blicke zwischen ihr und August Zirner macht Laune, genau so wie die Art, mit der ihre Figur den Schriftsteller im Wechsel anzieht und auflaufen lässt.
In „Totentanz“ sprechen die Menschen, wie im bayerischen Voralpenland gesprochen wird. Diese beiläufige Art zu spielen, aus dem sich ein luftiger Realismus ergibt, spiegelt sich vor allem im Spiel der Grimme-Preisträgerin Rosalie Thomass als naturverbundene Leni von der Alm. Ihre Szenen mit "Entdeckung" Gabriel Raab sind wunderbar.
Ganz schön zackig kommt einem „die Süße“ in ihrem „Polizeiruf“-Debüt. Als Feldjägerin, die langsam über „ihren Laden“ ins Grübeln gerät, macht sie eine gute Figur. Nuanciert spielt sie die Wandlung. Der Friedenspakt zwischen Bundeswehr-Frau und Alt-68er wird angenehm beiläufig geschlossen. Stimmiges Duett mit „Ersatzvater“ Jörg Hube.
Schleiff in einer typischen Nina-Hoss-Rolle: traumatisiertes Opfer oder ist da noch etwas anderes? Die Rolle hat etwas Befremdliches. Sie wird psychologisch nicht eindeutig erklärt und hat extrem wenig Text. Färberböck auf die Frage, warum Schleiff und nicht Hoss: „Ich hatte bei diesem Film das Gefühl, dass ich mit jemand für mich unbekannten arbeiten müsse. Der Charakter dieser Frau hat etwas Fremdes – und so sollte es auch bleiben.“
Tadellos Anna Loos in der ARD-Tragikomödie. Ihr Gesicht wird zum Kontrapunkt eines zunächst launigen Films, zum Spiegel des Dramas um den tragischen Fernsehkoch.
Schon in „Ihr könnt euch niemals sicher sein“, „Die Welle“ oder „Allein unter Schülern“ fiel Karoline Teska angenehm auf. Klare, markante Züge, reduziertes Spiel, das sind vor allem die Qualitäten, die sie für den experimentellen Bilderbogen „Lenz“ benötigte.
Mit dem Namen wird sie wohl keine übergroße Karriere machen, aber mit ihrem ausdrucksstarken Gesicht und ihrer physischen Präsenz hätte der Theaterschauspielerin schon längst der „Durchbruch“ im Kino und im Fernsehen gelingen müssen.