Ausgehend von einem Ausnahmezustand verbindet Autor Christian Jeltsch die Erzählstränge auf eine ungewöhnlich elegante Art und Weise. Bewegte er sich unlängst bei seinem BR-„Tatort: Um jeden Preis“, in dem es um Moral statt um Mord ging, weg vom klassischen Krimi in Richtung eines gesellschaftskritischen Dramas, versöhnt er in „Klick gemacht“ beide Genres miteinander. Spannend, vielschichtig, viel mehr als ein Krimi.
Färberböck über die Drehbucharbeit mit Fabian Thaesler: „Wir haben das Drehbuch völlig gemeinsam entwickelt und geschrieben. Wir haben unsere Ausgangsidee gesucht und gefunden, und wir haben diskutiert, welches dafür das passende Genre wäre. Dann haben wir uns zum Treatment und zum Handlungsablauf weitergehangelt. Nach dem Bau der Story hat sich die Zusammenarbeit bis in die Szenen und sogar bis in die Dialoge fortgesetzt. Das hatten wir so zuerst nicht geplant. Es gibt kaum Notizen. Wir haben improvisiert, wir haben uns in unserer Vorstellung direkt in die Szenen hineinbegeben. Es war schon ein sehr inspirierendes, freies, aber auch sehr schnelles Arbeiten.“
Drehbuchautor Benedikt Röskau war für die Psychologie zuständig. Er musste das Leben Romy Schneiders interpretieren, ihm einen "Sinn" geben. Seine Einschätzung: „Romy war zerrissen zwischen ihrem Drang nach Freiheit und ihrer Sehnsucht nach Heimat. Sie war ein Sonntagskind, das mit Talent, Schönheit, Wohlstand und einer – scheinbar – heilen Kindheit gesegnet war. Doch all diese Vorzüge wurden ihr zu einer untragbaren Last.“
Dieser „Tatort“ rückt stärker als andere Krimis auch die Hinterbliebenen in den Blick und zeigt, wie aus Opfern Täter werden. Alles, was Fromm später visualisiert, ist bereits sehr kompakt in dem intelligent strukturierten Drehbuch angelegt, das das Serienkiller-Motiv geschickt – sprich: unaufdringlich – mit dem Voyeurismus-Thema kurzschließt.
In „Endspiel“ darf der Mann, der sich selbst so wenig Liebe entgegenbringt, noch einmal eine Männerfreundschaft ausleben. In Matthias Kurtz begegnet er seiner Jugend, seiner einstigen Leidenschaft. Doch Tauber sieht sich als Verräter. Und so endet sein Einsatz als Ermittler mit den Worten: „Ich bin kein guter Freund.“ Der letzte Tauber-„Polizeiruf“ ist kein Ermittler-Krimi, sondern ein Charakterkrimi, der noch einmal den Geist dieses Ausnahme-Ermittlerduos beschwört. Ein erwartungsgemäß wehmütiger Abgesang.