Der Hang, Rollen tief zu analysieren, mehrschichtig anzulegen und im Spannungsfeld zwischen Gut und Böse, Eigensinn und Egoismus zu verorten, haben ihm drei nachhaltige Rollen in drei bemerkenswerten Fernsehfilmen beschert. Alles ist in diesen drei Rollen eine Frage von Moral und Unmoral. Sarbacher geht differenziert an seine Rollen heran. Charakter-Fragen beantwortet er immer auch im sozialen Kontext. „Dieser Immobilienverbrecher steht für eine gesellschaftliche Entwicklung, die ich verheerend finde: Die Menschen sind zunehmend in der Lage, ihr Handeln von einer moralischen Einschätzung abzulösen.“ Die kriminelle Energie erwachse aus dem, was möglich ist – und da es die Anderen eben auch machen, ist viel möglich. Eine Maxime sei deshalb, „das Handeln seiner Figuren nicht moralisch zu werten“.
Koeberlin, der zum wiederholten Male in einem Action-lastigen Event-Movie die Hauptrolle übernommen hat, überzeugt, weil er wunderbar klein gegen die übermächtigen Klischees anspielt. „Ich wollte meine Figur, weil viel Heroisches in ihr steckt, so reduziert und normal wie möglich spielen. Man sollte das Gefühl kriegen: er ist ein Eifeler Jung, der den Hang hat, sich überall reinzuhängen, zu helfen und zu machen. Mein Spiel wollte ich möglichst unprätentiös halten."
Kaum einer spielt die verletzte Seele so vielschichtig wie Redl. Dabei steht seine äußere Erscheinung und seine Physiognomie nicht selten in einem spannungsreichen Gegensatz zu den Augen-Blicken, in denen er viel von seinen Charakteren preisgibt.
Sein aggressiver Dorfdepp mausert sich zum unberechenbaren Katastrophengewinnler und ist nicht zuletzt durch Rohde die aufregendste und ungewöhnlichste Figur in dem RTL-Katastrophen-Thriller. „Walter ist einer, der durch die Lava zu sich selbst findet. Zu dem spricht quasi durch den Vulkanausbruch wie die Stimme Gottes aus dem brennenden Dornenbusch zu Moses“, so Rohde.
Klein, aber fein: Tonkel als Immobiliendrücker, der den eigenen Druck scheinbar professionell an die anderen weitergibt, bis ihm sein ganzes Leben völlig entgleitet. In fünf, sechs Szenen wird eine verpfuschte Existenz transparent. Große Klasse!
Schon in „Jenseits der Mauer“ konnte er sich gegen die bekannten Kollegen behaupten. In „Nacht vor Augen“ ist er nun die Nummer 1. Ein gutes Gesicht für das Drama von nebenan und dazu ein sehr physischer junger Schauspieler. Mit Koffler darf man rechnen.
Nach den vielen Klein- und Nebenrollen ist Hübners Harald in "Über den Tod hinaus" eine Hauptrolle. Für den Schauspieler, der der neue "Polizeiruf"-Kommissar in Meck-Pomm wird, bedeutet das eine große Umstellung. 2005 brachte er es auf sagenhafte 17 Filmprojekte. „Viele Filme haben den Vorteil, man kann vieles ausprobieren und sich auch mal einen Fehltritt leisten. Dieses Jahr wird er „nur“ in sechs Filmen vor der Kamera stehen. „Das ist toll, aber ich muss es erst lernen“, sagt Hübner lachend, aber gewohnt bescheiden und selbstkritisch. „Es ist wie beim Schach: Es ist etwas anderes, ob man nur den Bauern spielt oder ob man das ganze Spiel spielen muss."
Der einsame Wolf kostet ihn (k)ein Lächeln. Ein bisschen So-Sein, wie man ihn kennt, gelassen, konzentriert, cool, ein kurzes Lächeln im richtigen Moment – und sein Edgar Feindt steht lebendig im Raum.
Kurt als Schöngeist, der mit der Lebendigkeit und Leidenschaft seiner Frau nicht klar kommt, sie schlägt und sie – als sich der Moment ergibt – tötet. Ein Leisetreter, der auch anders kann. Der Schauspieler spielt das entsprechend beiläufig. Der Mörder darf sich ja nicht zu früh verraten.
Lange galt er als zu schön für gute Rollen. Spätestens in „Dutschke“ wird man endgültig mit ihm rechnen können. Ein paar starke, auf den psychologischen Beziehungskern reduzierte Szenen hat Aleardi in „Vulkan“ und in dem Zwei-Personen-Stück „Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf“.