„Wenn man die Perspektive des Managers einnimmt, entdeckt man seine Überzeugungen und die Sachzwänge, die ihn umgeben“, betont Walther, „man begreift seine Motive besser, wenn man die Geschichte auch aus seiner Perspektive betrachtet.“ Der Regisseurin ging es nicht um Ausgewogenheit, sondern um das tiefe Verständnis eines komplexen Sachverhalts. Walther erzählt etwas, sie will nicht nur eine Botschaft bebildern. In Ausstattung, Kostüm, Besetzung und Inszenierungsstil spiegelt sich ihr tiefes Verständnis der Geschichte.
„Ich habe den Film komplett auf Figuren und auf Atmosphäre hin inszeniert. Es soll spannend sein für den Zuschauer, in diese kühle Welt des Immobilien-Ehepaars hinein zu schauen oder diesem wilden, abenteuerlichen (Ex-)Mörder bei seiner Annäherung an die Kommissarin zu folgen. Ich habe alles dafür getan, dass eine möglichst packende Atmosphäre entsteht“, so Senn über seinen neuen SWR-„Tatort“. Und zu „Über den Tod hinaus“ sagt er: „Wir haben den Film visuell absolut geplant. Jede Einstellung wurde vorab von Michael Bertl gezeichnet. Wir wollten über das Szenenbild und die Locations glaubwürdig ein normales Leben in Deutschland zeigen.“
Sein Film hält eine geradezu magische Spannung zwischen Realismus und Ästhetisierung. Das Blau von Nadja Uhls Augen korrespondiert mit der bläulichgrauen Winter-Szenerie. Mit den Mitteln der Entschleunigung, einer glasklaren, mitunter bizarren Optik, mit viel Poesie in den Worten komponieren von Castelberg und Kameramann Martin Farkas ein filmisches Gesamtkunstwerk: eine Ode an die Einsamkeit.
„Der zweite Teil hat schon etwas sehr Bedrohliches und Düsteres und hat mitunter eine recht schräge Wucht. Es ist schon auch ein Katastrophenfilm, der dem Genre Rechnung trägt, aber Dank Uwe Janson können die Figuren dem Genre standhalten. Ich habe nicht das Gefühl, dass diese Katastrophe alles unter sich begräbt, was an Spiel und Drama dabei ist“, so Matthias Koeberlin über Uwe Jansons Film.
Es beginnt leise, beiläufig, ausschnitthaft. Umso heftiger empfindet man später die Ausbrüche von Gewalt. Aber auch davor weiß der Debütfilm von Brigitte Maria Bertele zu fesseln: psychologisch spannend wird von einer ungewöhnlichen Symbiose und von den Projektionsspielereien zweier ungleicher Brüder erzählt.