Bella Block auch mal Schweigen zu lassen, war nur eine von vielen großartigen Drehbuchideen. Ein Zweiteiler, der bei seinen Personen bleibt und keine unnötigen Neben(kriegs)schauplätze aufmacht. Aus der Not (Rudolf Kowalskis Abschied) eine Tugend gemacht: eine wunderbar sensible, erwachsene Trennung.
Bernd, Jakob, Lotte & Co werden von den Autoren weder am Gängelband der Geschichte noch von den Konventionen historischer Event-Mehrteiler an die Berliner Mauer(n) gedrückt. So geschmeidig und emotional die Montagen, so bruch(stück)haft und episodisch die Dramaturgie und so „unheldenhaft“ die Charaktere.
Die Wiederaufbaujahre aus der Sicht einer jungen Frau, die die Vision von der Television hat. Die immer wieder mit politischen Exkursen versehene Story ist das Beste, das seit Jahren im Klischee-Genre „Event-Mehrteiler“ erzählt wurde.
Darf ein Psychologe eine ein Menschenleben rettende Lebertransplantation verhindern, wenn er seelische Folgeschäden beim Spender prognostiziert? Völlig undidaktisch wird die Frage im komplexen Kontext einer Familienkrise verhandelt. Das Drehbuch besticht vor allem durch seine wahrhaftigen Therapieszenen.
WDR-„Tatort“, der sich von seinen Kommissaren und vom Krimi-Genre emanzipiert
und eine junge Frau zum Schlüssel einer mysteriösen Geschichte macht.