An diesem „Pfarrer Braun“ ist Hopfen und Malz verloren. Gemächlich geht es in „Altes Geld, junges Blut“ an die Aufklärung eines Doppelmordes. Auch mit Nostalgieeffekt und trivialen Jugenderinnerungen lässt sich trotz Martin Böttchers Sixties-Sound bei diesem Fall nichts schön reden. Weder Krimi, noch Komödie: einfach nur schwerfällige TV-Unterhaltung. mehr
Bilder lügen nicht. Oder doch? Neue Morde und eine Wehrmachtsausstellung bringen Verbrechen während des deutschen Feldzugs gegen die Sowjetunion ans Tageslicht. Der „Tatort“ von Niki Stein verbindet gekonnt Vergangenes und Aktuelles, auch durch das Spiel mit vermeintlichen visuellen Wahrheiten. Ein spannender, gelungener Film über Schuld, Verdrängung & die Authentizität von Bildern. Viel beachteter Köln-"Tatort" der 1. Stunde mehr
Eine Staatsanwältin fühlt sich in die Enge getrieben und gesteht den Mord an ihrem Mann. Doch das Geständnis steckt voller Ungereimtheiten. Für eine andere Staatsanwältin der ideale Fall, um sich zu profilieren... Psychodramen-Experte Detlef Michel („Die Quittung“) entwirft eine wendungsreiche Handlung, ohne einen allzu böse an der Nase herumzuführen. mehr
Vater und Sohn raufen sich nach zwei Jahrzehnten zusammen. Dem Hopfenhof der Familie zu Liebe. "Hopfensommer" ist ein heutiger Heimatfilm, der alle gängigen Handlungsmotive eines bäuerischen Heimkehrer-Dramoletts enthält, dem es aber gelingt, die Muster des Genres zu variieren, keine künstlichen Emotionen zu schüren und eine Geschichte zu erzählen. Das dramatische Potenzial des Stoffs wird realistisch herunter gebrochen auf alltägliche Szenen. Dass die guten, bestens gecasteten Schauspieler die Probleme herunterspielen oder nachdenklich und leise auflösen, trägt das ihre zur angenehmen Wirkung des Films bei. mehr
Eine Frau wurde vergewaltigt. Sie kennt den Täter. Ein angesehener Bürger. Es steht Aussage gegen Aussage. Das Verfahren wird eingestellt... „Der Brand“ ist konsequent als posttraumatische Fallstudie erzählt. Der Film von Brigitte Maria Bertele nach dem Drehbuch von Johanna Stuttmann ist als ein Psychogramm des Vergewaltigungsopfers angelegt, aus dem in der zweiten Hälfte ein durchaus glaubwürdiges Vergeltungsthriller-Drama erwächst. Schnörkel- & schonungslos erzählt – mit großer Intensität von Maja Schöne gespielt. mehr
Die vier Kids aus “Vater braucht eine Frau” nehmen sich ihres vermeintlich bindungsunfähigen Vaters herzallerliebst an. Sie wissen nicht, dass Paps bereits von dessen Freund mit einer attraktiven, unabhängigen Jetset-Fotografin verkuppelt wurde. In diesem Film mit Peter Lohmeyer in der Hauptrolle finden am Ende alle ihr Glück. Leicht wie eine Babywindel. Ein recht gelungener, launiger Familienfilm auf der Höhe der Zeit. mehr
Einen kompakten Erpresser-Krimi, der in 24 Stunden seine „Mörderische Verfolgung“ abspult, gab es länger nicht. Das Genre aber ist wohlbekannt – und so kam man schnell wieder auf den Geschmack. Erleichtert wurde einem der Zugang durch eine abwechslungsreiche Besetzung: Katharina Wackernagel als Polizistin – warum nicht?! mehr
Millionenschwerer Investmentunternehmer verliebt sich in Hotelfachkraft und spielt selbst incognito den Zimmerkellner. Geld macht nicht glücklich – nur die Liebe zählt. Die Botschaft, die dieses TV-Movie an den Liebhaber komödiantischer Romanzen richtet, ist so alt wie das Genre, das sich im Goldenen Zeitalter Hollywoods größter Beliebtheit erfreute. Ob solche modernen Märchenfilme funktionieren ist immer eine Frage der Feinabstimmung zwischen Script, Regie & der Chemie der Schauspieler. Hier stimmt alles. Perfekter Wohlfühlfilm! mehr
Ein unbescholtener Mann gerät unter Mordverdacht. Gerade war er noch ein Manager auf der Überholspur, nun entgleitet ihm sein Leben binnen eines Tages. “Das Konto” von Grimme-Preisträger Markus Imboden erinnert in seinem Grundkonflikt an klassische Hitchcock-Thriller wie “Der unsichtbare Dritte”. Spannender Degeto-Zweiteiler mit Heino Ferch. mehr
Die menschenunwürdige Behandlung der Insassen eines Seniorenheims gipfelt in der wirkungsvollen Power-Formel der nachtaktiven Oldies: Sie gründen eine Altenheim-Rockband und genießen Sex & Drugs & Rock & Roll. Leicht muss nicht seicht sein. Und Fernsehfilm ist nicht nur Kopfsache. Redakteure und Produzenten sollten sich ein Vorbild nehmen. mehr
Der Film über die Schlechtigkeit der Menschheit plätschert dahin, so wie die Gondeln durch den Canale Grande gleiten – das alles stört nicht weiter und ist hübsch anzuschauen. Gut ins Bild passt auch Sunnyboy Gregor Törzs. Andererseits verlieren sich Brunetti & Co im wortreichen Kleinklein der Ermittlungsarbeit. Jeder Gang, wohin auch immer, wird zur Sonne überfluteten Staatsaktion und die Komikattacken versprühen herben Uraltlavendelduft. mehr
Ein Muttertier will der Tochter eine Traumhochzeit ausrichten, die das Brautpaar nicht will. Der Brautvater geht fremd. Die Ehe hängt am seidenen Faden. Und der Vater des Bräutigams ist ein gesuchter Hochstapler. Der Film verfällt in die typisch deutschen Unarten des Genres. Und so ist der Zuschauer bald mittendrin im Reigen aus Missverständnissen und allzu Offensichtlichem, in einer Komödie der aufgerissenen Augen und plappernden Münder, der Ausrufezeichen und Aussetzer, der übertrieben agierenden Schauspieler und bemitleidenswert einfältigen Figuren. Die Handlung überdrehen heißt in „Nach der Hochzeit bin ich weg!“ wie so oft, die Protagonisten albern überagieren lassen. Da wäre mehr drin gewesen! mehr
Eine Kommissarin im Mutterschutz, deren kriminalistischer Instinkt eine längst vergessene Leiche aufspürt – das klingt eher nach Agatha Christie als nach einem „Tatort“. mehr
So gut funktionierend wie in der „Vietnam“-Episode hat man "Das Traumhotel", diese telegene Kombination aus Sightseeing mit Kultur- und Humoreinlagen, bislang nur selten gesehen. Die Geschichten sprengen zwar nicht das zu Erwartende, dafür hat die Kamera bei der atemberaubenden Optik der Landschaften und der Locations leichtes Spiel. Vietnam ist ohnehin für viele ein schwarzer Fleck auf der Weltkarte der persönlichen Reisen. mehr
In „Familie ist was Wunderbares“ spielt Rita Russek eine Buchhändlerin, die sich von allen vereinnahmen lässt: von der Tochter, dem Freund, dem kranken Vater, ja sogar von ihrem Ex-Mann. Russek im Interview: "Zu erzählen, wie wichtig es ist, dass die Frau von heute unbedingt ihr eigenes Leben leben sollte – das haben wir in allen Spielarten schon gehabt. Das Schöne an dieser Geschichte ist, dass sie auch zeigt, wie schwer es oft ist, dieses eigene Leben zu leben. Es ist nun mal so: viele Frauen haben einerseits noch ihre Kinder an den Hacken und andererseits müssen sie sich um die pflegebedürftigen Eltern kümmern." mehr
Vom Goethe-Institut in den Taubenschlag, von London zurück ins Ruhrgebiet. „Zuhause is, wo dat Herz schlägt!“ Der Zuschauer fühlt sich wie in der Kneipe – und würde man die Ingredienzien dieses Films auf ihre Essenz verdichten, hätte man einen Schlager: gefälliges Trallala, ein bisschen synthetisch, ein bisschen kitschig, ein bisschen wahrhaftig. mehr
"Einmal Toskana und zurück" ist eine "Wiederverheiratungsromanze" zwischen Olivenhainen, weinseligen Stimmungen und reichlich Klischees. Warmherzig, ohne kitschig zu wirken, vor traumhafter Kulisse: der Film macht vieles besser als andere Freitagsschmonzetten. mehr
Die Neue ist eine moderne Frau, bei der man nicht das Gefühl hat, sie müsse das Konzept “moderne Frau” krampfhaft verkörpern. Sie ist eine kluge, eher etwas kühle Person, kein menschelndes Unwesen, keine künstliche Genre-Ikone. Eine, mit der zu rechnen ist. mehr
„Der Polizeiruf 110 – Im Alter von…“ erlebt nach 27 Jahren seine verspätete (rekonstruierte) Erstaufführung. Das Filmprojekt war ein ungeliebtes Kind. Rohschnitt, Kopie, Aufzeichnungen, alle Drehbuchexemplare wurden vernichtet. Durch einen Zufall blieb das stumme Kamera-Negativ erhalten. Der Film erzählt von einem pädophil-homosexuell motivierten Mord, einem Phänomen, das es so in der DDR nicht geben durfte. Gute Synchronisation. Ein Dokument von hohem politischen und fernsehhistorischen Wert. mehr
In „Asyl“ von Edward Berger zieht Schimanski zum 40. Mal den Schmuddel-Parka an und riskiert mal wieder seine Haut. Autor Horst Vocks thematisiert die schrecklichen Folgen für die Menschen in Kriegsgebieten. Schimmi nimmt sich eines traumatisierten jungen Mannes aus Tschetschenien an. Die Geschichte ist tempoarm. Der Held tritt bemerkenswert unspektakulär auf. Verzicht auf Selbstironie. Geblieben ist Schimanskis Haltung! mehr
Tittelbach.tv empfiehlt: Filme und Serien auf DVD