Ein einstmals heißer Feger ist ermordet worden, mit dem Boerne auch was am Laufen hatte... „Hinkebein“ vereint die Stärken und Schwächen, die dem Münsteraner „Tatort“ eigen sind. Die Story muss immer ein bisschen künstlich hingebogen werden, damit sich die Spielchen des ungleichen Duos entfalten können. Gute Besetzung, solide Regie, ein Schmunzelkrimi zum prima Weggucken, der für Filmgeschichtsliebhaber einige nette Anspielungen parat hält. mehr
Zwei Schwestern und ein Teenager mit zwei Müttern leben ihre Gefühle vor der Schönheit der norwegischen Fjorde aus. Ein Melodram mit Dialog-Problemen, die das bemerkenswerte Schauspieler-Quartett bald vergessen macht. Mit der Verlagerung des stereotypen Schwestern-Konflikts auf die 16jährige Tochter entfaltet der Film seine emotionale Stärke. Henriette Confurius spielt Ida beeindruckend: sie trägt den Film in der zweiten Hälfte und macht ihn zu einer Ode an die Jugend. Klare Physiognomie und klassische Schönheit vor Landschaft – das ist Jörg Grünlers Prinzip in diesem visuell bemerkenswerten Film. mehr
Isabelle muss Verantwortung übernehmen für ihre "geerbten" Geschwister. Was kann man sich nicht alles ausdenken!? Was in "Die geerbte Familie" zählt, ist das Happy End und der Weg dorthin. Der Film lebt von seinen attraktiven Hauptdarstellern, die mit charmantem Lächeln und Bilderbuch-Schönheit punkten. Wenn die Figuren dieses Designer-Dramoletts nur etwas mehr Charakter und Tiefe hätten! Die Inszenierung ist mitunter recht frisch. mehr
„Bambule“ von Eberhard Itzenplitz lagerte ein Vierteljahrhundert im „Giftschrank“ des Südwestfunks. Grund: Drehbuchautorin war die spätere RAF-Aktivistin Ulrike Meinhof. Das Fernsehspiel erzählt von mehreren Mädchen aus dem Umfeld eines geschlossenen Erziehungsheims. Sozialkritischer, spröder Realismus mit berlinernden Darstellerinnen und Ansätzen zur Polit-Parabel. Fernsehhistorisch und zeitgeschichtlich relevant. mehr
Zwei Neugeborene sind in der Klinik vertauscht worden. Nach einem Jahr wird der Fehler entdeckt. Die Kinder müssen getauscht werden... „Im falschen Leben“ folgt der Chronologie der dramatischen Ereignisse. Da muss nichts dazu erfunden werden: keine dramaturgischen Tricks, keine emotionalen Kicks. Der Film ist mehr Gedankenspiel als Realitätsentwurf. Es ist ein bewegendes Drama zweier Mütter, ihren Gefühlen, Wünschen, ihren Zweifeln. mehr
Ein Architekt, der ewig seiner toten Frau nachtrauert. Eine Untermieterin mit "Knackarsch". Zwei sprechende Haustiere unterwegs in der Mission „Ein Weibchen für Peter“. Die Sat-1-Komödie „Tierisch verknallt“ ist so übertrieben albern und blödsinnig zusammengeklaut, dass es schon wieder gut ist. Der Film bedient nicht nur die kommerzielle Marke „Family Entertainment nach US-Vorbild“ mit Kindern, putzigen Tierchen und 3-D-Tricks, sondern er ist auch eine Romantic Comedy mit schweinischer Note, bei der sich Spiel und Romantik gekonnt die Waage halten. Mommsen und Gerat sind in ihren Rollen supersympathisch. mehr
Ein dunkler Schatten über dem Gesicht einer schönen Frau. So beginnt „Der Fluch der bösen Tat“ aus der ARD-Reihe „Mord in bester Gesellschaft“. Mit Glaubwürdigkeit und Wahrscheinlichkeit darf man diesem Krimi aus dem Tübinger Winter nicht kommen. Hier gilt die Rezeptur Marke Agatha Christie. Der Zufall gehört zur Handlung wie mindestens eine zweite Leiche. Gute Besetzung, passable Story. Es darf ohne Reue mitgerätselt werden. mehr
"Borowski und der coole Hund" ist der zweite Kiel-„Tatort“ nach Henning Mankell. Da inszeniert einer ein sadistisches Rachespiel mit den Sexpartnern einer Chatroom-Prinzessin. Stalking und Tollwut, krankhafter Narzissmus bis hin zur Sexsucht, Frauenfeindlichkeit bis hin zum Hass auf das Sex-Objekt – Mankell ist in seinem Element. Schon wieder ein vorzüglicher Milberg-"Tatort", spannend, dicht, ästhetisch. Sibel Kekilli erfrischt das grausame Treiben und ihre "What A Man"-Partnerin, Mavie Hörbiger, ist auch dabei! mehr
Eine attraktive Studentin (Jessica Schwarz), ein (hüft)steifer Richter (Tobias Moretti) und ein freigeistiges Ärzteehepaar (Ulrich Thomsen, Barbara Auer) geraten in eine ménage à quatre. Wie in einer Versuchsanordnung spielt Torsten C. Fischer die amourösen Optionen seines menschlichen Ausgangsmaterials durch. Schon im Roman von Dieter Wellershoff ging es mehr um einen Diskurs der Liebe als um Menschen aus Fleisch und Blut. Bechwerlich! mehr
Die Multikulti-Hauptstadt Berlin im Heiratsfieber. Drei Paare fiebern dem schönsten Tag ihres Lebens entgegen. Wenn da nur nicht die Schwiegereltern wären. Multikulti-Komödien sind schon fast ein eigenes Subgenre hierzulande. „Evet, ich will“ mit seiner "Short Cuts"-Dramaturgie gehört zu den ernsthafteren Varianten. Und mit dem hohen Tempo & dem grotesken Screwball-Touch zu den unterhaltsamsten. Ein intelligenter Wohlfühlfilm. mehr
Auch in seinem zweiten Fall ist Cenk Batu, der neue "Tatort"-Kommissar aus Hamburg, für Überraschungen gut. Und auch der Film selber schlägt ungewohnte dramaturgische Wege ein: keine Leiche in den ersten fünf Minuten, kein Whodunit, mehr Thriller als Krimi. mehr
Alles neu beim „Tatort“. Kommissar Cenk Batu, der Neue aus Hamburg, kommt stilvoll und cool daher. Er operiert als verdeckter Ermittler, der Alleingänge liebt und dabei nicht selten selbst in Gefahr gerät. „Auf der Sonnenseite“ ist ein Einstand nach Maß. Hauptdarsteller Mehmet Kurtulus äußert sich im Interview auch über das ungewöhnliche visuelle Konzept und das Medien-Bohai um den ersten türkischstämmigen "Tatort"-Kommissar. mehr
Der Film über die Schlechtigkeit der Menschheit plätschert dahin, so wie die Gondeln durch den Canale Grande gleiten – das alles stört nicht weiter und ist hübsch anzuschauen. Gut ins Bild passt auch Sunnyboy Gregor Törzs. Andererseits verlieren sich Brunetti & Co im wortreichen Kleinklein der Ermittlungsarbeit. Jeder Gang, wohin auch immer, wird zur Sonne überfluteten Staatsaktion und die Komikattacken versprühen herben Uraltlavendelduft. mehr
Wie erzieht man seinen Vater? Mit einem brasilianischen Kindermädchen lässt sich da einiges machen. Und mit Caroline Vera kommt nicht nur das weibliche Prinzip zum Tragen, sondern auch der passende dramaturgische Rhythmus und das richtige Taktgefühl, nicht nur beim Tanzen, in den Film von Dietmar Klein. Nur leider ist der Mann im Spiel anfangs ein solch unangenehmer Prototyp, dass einer wie Markus Knüfken diese Figur aus diesem Bild nicht herauszuholen vermag. So bleibt „Glück auf Brasilianisch“ ein oberflächlicher Wohlfühlfilm, dessen Hauptdarstellerin allein den Zuschauer von einem besseren Film träumen lässt. mehr
Ein Paar entliebt sich, streitet sich, trennt sich und streitet sich weiter. "Vom Ende der Liebe" erzählt eine alltägliche Geschichte. Das Buch von Harald Göckeritz zeichnet die Chronologie der laufenden Trennungsereignisse realistisch nach, ist im szenischen Detail authentisch und manche Sätze hören sich so an, als seien sie vom Drehbuch des Lebens abgeschrieben. „Es gibt die Phase der Verletzung, es gibt die Phase des Kampfes, es gibt die Phase der Trauer. Aber irgendwann ist man bei einem Neuanfang.“ Hoher Identifikationsgrad! mehr
Eine Münchner Glasereibesitzerin sieht einer Bauunternehmerin zum Verwechseln ähnlich. Die eine ist liebenswert, die andere ein Ekel. Das merkt auch bald der Ehemann des Miststücks. Der Film von Nikolai Müllerschön ist pures Vergnügen. Es ist eine Komödie, die mit den Jahrzehnte alten Ingredienzien des Genres arbeitet und zugleich eine ungemeine Frische und verhaltene Menschlichkeit an den Tag legt. Die Geschichte kreist um einen wunderbaren Charakter und der Film besitzt einen nicht weniger wunderbaren Flow, der im Detail „realistisch“ akzentuiert wird durch eine Bildsprache mit einer enorm beweglichen Kamera, die den Menschen in den Mittelpunkt rückt. Und Jutta Speidel ist zum Niederknien! mehr
Erinnerungsstörungen bei Kommissaren haben mal wieder Konjunktur. Jetzt hat es ausgerechnet Charlotte Lindholm erwischt, die kühle Hannoveraner LKA-Ermittlerin, die sich bislang auf ihren Verstand und ihre Geistesgegenwärtigkeit stets verlassen konnte. Vordergründiger, nicht mehr als solider NDR-"Tatort" mit passablen Kintopp-Effekten. mehr
Die Sekretärin eines Bankdirektors ist erschlagen worden – und fünf Menschen kommen als Täter in Frage. „Liebe und Tod“ aus der ZDF-Reihe „Das Duo“ ist ein unterhaltsamer, gut gebauter Whodunit-Krimi voller Referenzspuren, spielerischer, krimineller und sexueller Energie. Und dann ist auch noch Kommissarin Clara Hertz schwanger. Fazit: dichter, klar und flott erzählter Krimi mit starkem Finale, spannenden Charakteren und einer mal eben kurz auftrumpfenden Nina Kunzendorf. Da stört die aufgesetzte Privatgeschichte kaum. mehr
Der Held heißt Held. Er ist Kommissar, wird als Super-Bulle gefeiert, ist ein Draufgänger ersten Ranges, die Frauen lieben ihn und er liebt Sex – bis ihn plötzlich sein bester Freund im Stich lässt. Also begibt er sich auf die Couch einer beziehungsunfähigen Psychologin – bis sich alle Probleme in Wohlgefallen auflösen. Impotenz-Komödie, die ihr Potenzial unausgeschöpft lässt: Tempo, Wortwitz und Situationskomik bleiben bescheiden. mehr
Ob Homosexualität, vorgespielte Orgasmen, Ego-Probleme oder Macho-Gebaren, alles wird in „Macho im Schleudergang“ zur Unkenntlichkeit verulkt. Gewitzelt wird vor allem auf Kosten derer, die nicht cool sind. Auslachen aber ist nicht abendfüllend. Und da auch das Objekt des Begehrens nicht mehr als ein dummes Blondchen ist, funktioniert selbst die Liebesgeschichte nicht. Trotz Hingucker Doreen Jacobi eines der peinlichsten TV-Movies der 00er Jahre. mehr
Tittelbach.tv empfiehlt: Filme und Serien auf DVD