Die Streitbarkeit der Bayern war der Ausgangspunkt für Franz Xaver Bogner, die Serie „Café Meineid“ zu entwickeln. Der Kleinbürger & seine Lebensart stehen vor dem Kadi. Verhandelt werden die kleinen Dramen des Alltags. Die Menschen, nicht die Fälle stehen im Zentrum. „Café Meineid“ bezieht sich auf einen der Schauplätze, die Kantine des fiktiven Münchner Amtsgerichts. Skurril, humorvoll, dichte Dialoge. Auch heute noch ein Vergnügen! mehr
Der neue Psychologe im ZDF heißt "Flemming". Gregor Edelmann, preisgekrönter Autor von "Der letzte Zeuge", hat ihn angelegt als Anti-Bloch, als einen, der zur Psychologie verführt, der die nonverbalen Zeichen eines Menschen liest und davon auf dessen inneren Zustand schließt. Das macht ihm und seinen Nächsten das Leben nicht immer leicht. mehr
Cenk Batu schleust sich in eine islamistische Terrorzelle ein, um einen Bombenanschlag zu verhindern. „Der Weg ins Paradies“ ist ein ungewöhnlicher „Tatort“. Lars Beckers Film lebt anstatt von einem Whodunit vom sich langsam, atmosphärisch aufbauenden Thrill einer Undercover-Aktion mit einem völlig unberechenbaren Gegner. Hochspannend die Schluss-Halbestunde. Das ist typisch Lars Becker: nicht immer logisch, aber hoch effektiv, gut erzählt, stimmungsvoll fotografiert, klar montiert, bestens besetzt, doppelbödig gespielt. mehr
Weil ein alternder Star ein Faible für Hochprozentiges besitzt, bekommt er bei seinem neuen Film einen Ersatzspieler an die Seite. Eine Motivationsspritze – und eine Demütigung für beide. „Whisky mit Wodka“ ist zwar in erster Linie eine Hommage an das Kino, die (Tragi-)Komödie von Andreas Dresen und Wolfgang Kohlhaase spielt aber ebenso mit der Wirklichkeit – dem Verlust der Jugend, dem Gefühl der Ersetzbarkeit, dem Narzissmus und einer sanften Melancholie, die sich über die Bilder legt. Ein perfektes Drehbuch, eine lockere Regie. Dieser leichte, vermeintlich kleine, harmlose Film steckt voller Witz & Wahrheit. mehr
„Der König von St. Pauli“ war 1998 sehr umstritten. Dieter Wedel hatte sich zum ersten Mal mit einem Privatsender eingelassen. Ein Projekt voller Kompromisse und Probleme während der Produktion. Ein unterhaltsamer Mix aus Kiez-Saga, Familien- und Politdrama, nach den Regeln von Soap und Wohlfühlfilm schlicht, aber wirkungsvoll geschrieben, aufgehübscht vom leicht „sündigen“ Milieu mit seinen Paradiesvögeln, Halbwelttypen und seiner dezent schwülen Erotik. Defilée bekannter & weniger bekannter Mimen, filmisch enttäuschend. mehr
Das neckische Treiben am Tag vor der Heirat, bei dem sich erwachsene Menschen wie pubertierende Trottel benehmen, ist recht eindeutig vom Klassiker "Die Nacht vor der Hochzeit" mit Cary Grant, Katherine Hepburn und James Stewart inspiriert. Die Parallelen zum Komödien-Hit „Die Hochzeit meines besten Freundes“ mit Julia Roberts und Cameron Diaz sind noch augenscheinlicher. Leider wird in Sat 1 mehr gekuschelt als intrigiert. mehr
Petra Winter ist eine Person, die alles besser weiß. Dass sie dabei oft Recht hat, macht sie nicht beliebter – weder beim Kollegium noch bei ihren Schülern. Doch durch den gelungenen Doppelpass mit einem lockeren Hausmeister gewinnt die Lehrerin Lust und Gelassenheit und die Erfahrung, dass preußische Disziplin nicht alles ist... Thekla Carola Wied ist die Ideal-Besetzung. Und Peter Sattmann als sächselnder "Sturmpartner" ist (fast) nicht peinlich. mehr
„Ehrfurcht vor dem Leben“ hieß seine Maxime. Albert Schweitzer war Arzt, Philosoph, Theologe, Pazifist, ein Mann, der seine geistigen Wurzeln im 19. Jahrhundert hatte. Sein Lebenswerk wurde ein afrikanisches Urwaldhospital. „Albert Schweitzer – Ein Leben für Afrika“ verdichtet sein Schaffen und Wirken der Jahre 1949 bis 1954. Gejagt von der CIA, geehrt mit dem Friedensnobelpreis. Der dialoglastige Film findet für das Bio-Pic eines alten Mannes die passende Erzählweise: angenehm altmodisch, britisch, ein Schauspielerfilm. mehr
Eine junge, vorwitzige Großstadtjournalistin trifft auf einen kauzigen Ex-Kommissar. Schauplatz: Schwäbische Alb. Autoren: die “Tatort“-Münster-Erfinder Stefan Cantz und Jan Hinter. Für den dramaturgisch engen „Heiter bis tödlich“-Rahmen ist „Fuchs und Gans“ eine recht gelungene Vorabendserie. Mira Bartuschek nutzt den Raum, den man ihr lässt, agiert frisch und frech, und Routinier Peter Bongartz ist der geerdete Mitspieler. Geht doch! mehr
Action Concept hat aus Abenteuerfilm, Komödie & Baller-Movie einen Mix unter afrikanischer Sonne zusammengeschüttet, der nie funktioniert. Die Übergänge zwischen den Tonlagen holpern, die Bilder stolpern, die Klischees sind peinlich, die Gags sind billig, die Musik eine Qual. Allein Wolke Hegenbarths laute, derbe Art schreckt einen aus dem Halbdämmer. mehr
„Schatten der Erinnerung“ ist ein rustikales Wohlfühl-Öko-Bergdrama nach Motiven von Ludwig Ganghofer. Das Holzschnittartige der Story passt zum Genre. Ein Faible muss man schon haben für die Berge und für eine Melodramatik, die sich zwischen bodenständigen Archetypen und klein karierten Anachronismen bewegt. Solides Melo-Bergdrama! mehr
„Ein Kind, kein Mann, kein Geld und jede Menge Träume!“ Die Tagline zu „Blond bringt nix“ bringt es perfekt auf den Punkt. Drei grundverschiedene „Heldinnen“, drei ähnliche Schicksale, drei wunderbare Schauspielerinnen, gute Kinderdarsteller. Es geht um Frust und Verzweiflung, um Freundschaft und Frauensolidarität. Die Wendung ins Hoffnungsvolle tut dem Film gut. Nur mit der Kameratechnik liegt diese Produktion völlig daneben. mehr
Wie bei der Heldin in ihrem Wohnbunker so sucht man auch bei diesem Film vergeblich nach einer Seele. Es ist gefühlt der 999. Film nach „Jenseits von Afrika“, in dem ein Europäer auf dem schwarzen Kontinent seine kleine Erleuchtung findet. Drei gute Schauspieler, eine grandiose Landschaft, ein Licht, das jeden Fotografen entzückt, ein Drehbuch, dem einige Genre-Optionen offen stehen. Doch was macht die Autorin? Sie gibt von allem etwas: ein bisschen Melodram, etwas Abenteuerfilm, eine Spur Krimi und ein Hauch Komödie. mehr
Zum achten Mal ermittelt der Münchner Psychologe mit dem Tochterkomplex in Sachen Mord. „Das Ende vom Lied“ ist nicht der schlechteste Schmunzelkrimi der losen ARD-Reihe. Das Milieu macht’s. Die Klischee beladene Schlagersänger-Branche ist ein guter Ort für einen Krimi, der ausschließlich und ziemlich bewusst aus Klischees zusammengebastelt ist. Ansehnlich besetzter, dramaturgisch passabler Unterhaltungskrimi ohne jeden Anspruch. mehr
Eine Wiener Ärztin findet in der Wüste zu ihrer Bestimmung zurück und verliebt sich in einen Beduinenfürsten. Fast zu schön, um wahr zu sein: diese Wüstenbilder, diese arabischen Weisheiten, dieser romantische Culture-Clash. „Die Wüstenärztin“ lässt sich auf das morgenländische Abenteuer ein. Ein Faible fürs Melodram sollte man bei diesem von Jörg Grünler stark inszenierten, stimmig besetzten Film nach dem Buch von Martin Rauhaus schon mitbringen. Die Weite, der Sand: alles zielt – knapp am Kitsch vorbei – ins Universale. mehr
„Neue Adresse Paradies“ zeigt, wie’s gehen kann – mit dem materiellen Niedergang, dem Prinzip Gemeinschaft und dem Besinnen auf emotionale Werte. Diese komödiantische Versuchsanordnung ist zwar allzu sehr auf Happy End getrimmt, auch wird das Wohlfühl-Maschinchen überdeutlich mit „Herzkino“-Momenten angetrieben, doch der Umgang mit der „Schande“ ist gelungen, das Kabinett schräger Typen und Situationen ist klasse und wenn Martin Brambach auf die Gefühlstube drückt, kriegt selbst der Coolste feuchte Augen. mehr
In dem Bauch einer Mutter wächst ein gentechnisch manipuliertes Baby heran. Eine komplizierte "Kommunikation" zwischen Mutter und Kind, ein unter dem Deckmantel der Wissenschaft geschmiedetes Komplott. Ann-Kathrin Kramer als Friseuse, die zu oft "Erin Brockovich" gesehen hat und von Thun als "mad scientist". Interessant gescheitert. mehr
„Schade um das schöne Geld“ ist eine versiert gebaute, als Reigen arrangierte verschmitzte Ostfriesland-Komödie um frischgebackene Lottomillionäre, die schadenfroh herumgeizen und dafür am Ende gehörig aufs Kreuz gelegt werden. Lars Beckers Film um Habgier, List und Lust ist ein Unterhaltungskleinod in einer komödiantisch toten Fernsehfilmlandschaft. mehr
Er lässt sich gut gucken, dieser "Tatort" zum 20. Dienst-Jubiläum. Auch wenn der Autor etwas zu ungeniert herumtrickst. Thomas Sarbacher und Corinna Harfouch sind eine sichere Bank. Sie und Ulrike Folkerts bringen Physis und Sinnlichkeit ins rätselhafte Spiel. mehr
Die Serie, die aussieht wie ein Zwilling der RTL-Serie „Post Mortem“, basiert auf einer gleichnamigen italienischen Erfolgsserie, die ihrerseits stark an „CSI“ angelehnt ist. Die Optik aber sieht aus, als hätte man ein Computerprogramm mit den Stilmitteln von „24“ gefüttert. Jump-Cuts, Zeitraffer, Zeitlupe, Flashbacks, Freeze-Frames, Split-Screen: alles da. Spannend, gut besetzt und dramaturgisch dicht erzählt, sind die ersten Folgen auch noch! mehr