Der Regisseur Stefan Krohmer über sein Faible für Dialogfilme und das Bildungsbürgertum, über die Unterschiede zwischen Kino und Fernsehen, über seine Zusammenarbeit mit Drehbuchautor Daniel Nocke und über seinen Kinofilm „Sommer ’04“ (3sat, 20.7.). mehr
Mario Adorf wird 80. Der beliebte Schauspieler ist 56 Jahre erfolgreich im Geschäft. Sein Geburtstagsgeschenk der ARD, „Der letzte Patriarch“, dürfte auch ihm nicht sonderlich gefallen. Der Halbitaliener ist noch immer heiß auf anspruchsvolle Rollen. mehr
Zwei Arbeitslose & ein Demenzkranker geben ihrem Leben einen neuen Sinn. „Ein Schnitzel für drei“ ist ein Film über Freundschaft, der vom großen Frust und vom kleinen Glück erzählt, der von Mutterwitz und einer tiefen Moral beseelt ist. Die Ruhrpott-Komödie verzichtet auf Pointen und verbale Gags. Die Figuren tragen nicht den Witz, sondern Realitätssinn auf der Zunge und die Schauspieler glänzen mit brillantem Timing. mehr
Ein Fremder bringt das Beziehungskarussell in Schwung. Alles gerät, getrieben von einer schicksalhaften inneren Logik, aus dem Ruder in dieser erfreulich unpsychologischen Geschichte um Liebe, Schuld und Eifersucht, in der Reden & Segeln das Sagen haben. mehr
„Der letzte Patriarch“ ist ein Geburtstagsgeschenk der ARD an Mario Adorf zu seinem Achtzigsten. Viel Guldenburgs, ein bisschen fremdländische Exotik, ein kleines bisschen Bellheim machen den Zweiteiler zu einer großspurigen Seifenoper auf Globalisierungskurs. Zwischen Firmenpolitik und Familienzwist, zwischen Pralinés und Rosenkrieg, zwischen kapital(istisch)em Pragmatismus und milder Altersweisheit, zwischen alter asiatischer Philosophie und neuer chinesischer Aufbruchstimmung findet der Film seine Themen, von denen er überroutiniert und hyperredundant drei Stunden lang erzählt. Wer's mag! mehr
Ein bisschen Hannibal Lecter, ein bisschen Theodor Storm. Christiane Paul über den Thriller von Matti Geschonneck, „Die Tote vom Deich“, über ihre Rolle als Zielfahnderin und ihre Vorbereitung. "In den meisten Krimis herrscht ein laxer Umgang mit der Waffe vor. Tatsächlich aber halten die Beamten von BKA, LKA oder SEK die Waffe mit ausgestrecktem Arm & wenn sie die Waffe rausnehmen, dann sind sie bereit für einen Schusswechsel." mehr
„Die Frau im roten Kleid“ um einen Mutter-Tochter-Konflikt setzt auf die Möglichkeiten des Krimis, um aus dem Familiendramolett ein emotionsreiches Melodram zu machen, das im äußeren Glanz die seelische Armut menschlicher Beziehungen spiegelt. Besser als Pilcher. Die Location stimmt, die Sonne lacht, die Roben strahlen, die Hörbiger glänzt. Negativposten: steife Nebenfiguren, ungelenke Synchronisation des in Südafrika gedrehten Films. mehr
Herbert und Maria feiern Hochzeitstag. Es war nicht die große Liebe. Heute will sie ES ihm sagen... Xaver Schwarzenbergers Familiendrama „Copacabana“ besitzt alle Qualitäten, die ein gelungener Konversationsfilm haben kann – vor allem ein vortreffliches Ensemble. mehr
„1000 Augen“ ist ein kühler Hochspannungskrimi mit Thriller-Einlagen – frei nach dem Motto „Somebody’s Watching You“. Zwischen realen Autobahnraubzügen und kriminellen Manövern auf der Datenautobahn bewegt sich die neue "Unter-Verdacht"-Episode. mehr
„Schatten der Erinnerung“ ist ein rustikales Wohlfühl-Öko-Bergdrama nach Motiven von Ludwig Ganghofer. Das Holzschnittartige der Story passt zum Genre. Ein Faible muss man schon haben für die Berge und für eine Melodramatik, die sich zwischen bodenständigen Archetypen und klein karierten Anachronismen bewegt. Solides Melo-Bergdrama! mehr
„Ein Teil von mir“ erzählt eine kleine, alltägliche Geschichte. Eine ungewollte Schwangerschaft verändert das Leben zweier Teenager. Zugleich ist Christoph Röhl mit dieser Miniatur ein Film über die vaterlose Gesellschaft gelungen, ein Film, der Frauen zeigt, die Beziehungsnotstände richten müssen. Ein fein reduzierter Schauspielerfilm, der die Geschichte allein über die Gesichter von Ludwig Trepte und Karoline Teska erzählt. mehr
Ein wunderbarer Film über die kleinen Leute ist Bernd Böhlich mit „Du bist nicht allein“ gelungen. Nach 15 Jahren Fernsehen wollte der zweifache Grimme-Preisträger mal dagegen halten. „Ich musste mir erst den Frust von der Seele schreiben“, erinnert er sich. mehr
"Ein Zwilling ist nicht genug" (2004, Sixx, 17.10 Uhr). "Ein Scheusal zum Verlieben" (2000, Sixx, 18.40 Uhr). "Liebe Zartbitter" (2003, WDR, 20.15 Uhr). "Tatort – Aida" (1996, BR, 20.15 Uhr). "Der Verleger" (2001, NDR, 23.45 Uhr) mit Heiner Lauterbach. "Polizeiruf 110 – Mit dem Anruf kommt der Tod" (1991, HR, 0.10 Uhr). mehr
Günther Maria Halmer (66) gelang mit Dietls „Münchner Geschichten“ in den 70er Jahren der Durchbruch. Später war er vermehrt in dramatischen Rollen zu sehen, sogar in Hollywood („Gandhi“) spielte er, bevor er als „Anwalt Abel“ 13 Jahre lang Justizfälle löste. Zuletzt hat er sich immer öfters dem Leichten zugewendet. Halmer: „Wir Deutschen neigen dazu, Komödie als leicht abzutun. Erst wenn ein Nazi auftaucht, wird es für viele ernsthaft.“ mehr
Eine Frau ist vom Balkon gestoßen worden. Ihr Verlobter ist fassungslos. Eine Hand voll Verdächtiger gibt sich die Klinke in die Hand – und doch wirkt dieser „Tatort“ nicht wie ein Allerwelts-Whodunit, bei dem die möglichen Täter wie auf einer Kette aufgereiht werden. Die Verbundenheit aller Verdächtigen macht aus dem gut gespielten Krimi um Beziehungs-Probleme, Seitensprünge und Rosenkriege ein Drama der zerplatzten Lebensträume. mehr
Das „Traumschiff“ umzuflaggen zu einem romantischen Hochzeitsdampfer und es mit Ex-Telenovela-Sternchen auslaufen zu lassen in alle Herren Länder, wo es etwas Außergewöhnliches zu sehen gibt, ist eine clevere Idee. Chile als Schauplatz ist ein visueller Rohdiamant. Großes Melodram wäre möglich gewesen, heraus kommt Edelkitsch. mehr
In “Crazy Race” geht es um ein illegales Autorennen durch Deutschland. Der Film ist die klassische Nummern-Revue. Das Ensemble als Running Gag. Da eideideit Dirk Bach alles und jeden in Grund und Boden. Da parodiert Ingolf Lück in Feldwebel-Manier den Wahnwitz von “Dr. Seltsam”. Da lässt Dolly Buster einige Spoiler-Fans nicht gut vom Start wegkommen... Zumindest als Ratespiel ist dieses Who is Who der deutschen Spaßkultur gelungen. mehr
Über zehn Jahre ist es her, dass "Klemperer - Ein Leben in Deutschland" in der ARD lief. Es war nach längerer Zeit wieder ein Versuch, vom Nationalsozialismus im Serienformat zu erzählen. Die zwölfteilige Drama-Serie basiert auf den Tagebüchern des jüdischen Schriftstellers und Literaturwissenschaftlers Victor Klemperer. In der Kritik der Qualitätspresse kam die Serie von Kai Wessel, Andreas Kleinert und Autor Peter Steinbach ("Heimat") nicht immer gut weg. Lob indes fanden die Hauptdarsteller Matthias Habich und Dagmar Manzel. 3sat wiederholt die Serie vom 12. bis zum 17.9., täglich um 22.25 Uhr. mehr
Sie träumt von einem Geburtshaus im Grünen, er von einem Privatfriedhof. Beide kämpfen um dasselbe Grundstück. Das ist blöd, weil sie sich sympathisch sind. „Mein Nachbar, sein Dackel und ich“ ist leichte Kost: handwerklich passabel & mit pfiffigen Dialogen. mehr
Anmaßend selbstbewusst bedrängt eine Frau Bloch. Sie will zu ihm in die Psychotherapie. Doch Bloch ist Teil ihres Problems. Sie ist auf ihn fixiert, deshalb kann er sie nicht behandeln. Und doch werden er und seine Lebensgefährtin Clara diese Frau nicht los. Recherche und Handeln VOR Reden und Be-Handeln. Überragend gespieltes Dreiecks-Psychodrama. mehr