Ein einstmals heißer Feger ist ermordet worden, mit dem Boerne auch was am Laufen hatte... „Hinkebein“ vereint die Stärken und Schwächen, die dem Münsteraner „Tatort“ eigen sind. Die Story muss immer ein bisschen künstlich hingebogen werden, damit sich die Spielchen des ungleichen Duos entfalten können. Gute Besetzung, solide Regie, ein Schmunzelkrimi zum prima Weggucken, der für Filmgeschichtsliebhaber einige nette Anspielungen parat hält. mehr
Ein Gemälderestaurateur liegt tot in seiner Wohnung. Kopfschuss. Schlechte Karten für Harry. Ein Mann will den notorischen Einbrecher und Popkünstler in der Mordnacht im Treppenhaus gesehen haben. Jürgen Vogel spielt Harry – und keiner könnte es besser. mehr
Eine Witwe ist schockiert. Die Hinterlassenschaft ihres Mannes: ein Beinahe-Bankrott & eine Geliebte! Etwas Liebesleid, eine Spur Liebesfreude, eine leise Vision vom Glück, die Ahnung vom existenziellen Aus, eine beiläufige Gaunerei – die Stimmungslagen wechseln rasch in der Degeto-Komödie „Die Trödelqueen“. Selten gelingen Filme, die so Vieles anreißen und die sich so unstrukturiert ihrer Geschichte nähern, so erfrischend gut wie dieser Münchner Bilderbogen von Cornelia Willinger, die sich endlich an ihre "Hausmeisterin" erinnert hat. mehr
Pferde, Hunde, Kinder, ein Baby, Schicksal vor Landschaft – das geht immer. In diesen Geschichten bekommt jeder Topf seinen Deckel – nicht immer, was die Liebe, sondern was die Dramaturgie angeht: finanzielle Sorgen vs. Lotto-Gewinn, Heldin-Ärztin vs. kranker Partner etc. Zu jeder These die passende Gegen-These – und die Synthese heißt Johanna Lohmann. Diese „Schicksalswege“ sind so überschaubar, die Konflikte so sehr mit Ansage zusammengeschraubt, dass es selbst in Anbetracht des Heimatfilm-Genres weh tut. mehr
Zwei Dinge eint sechs Männer um die 30: sie wissen nicht, was sie wollen und sie sind Anhänger von Eintracht Braunschweig, einem Verein, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Sechs tickende Zeitbomben, sechs manische Männer, die nach dem Motto leben: „Ich hau drauf, also bin ich!“ – das sind die „Triebkräfte“ von „66/67 – Fairplay war gestern“ von Carsten Ludwig und Jan Christoph Glaser ("1. Mai"). Der Film ist schnell, dynamisch, psychologisch präzise, ein schmutziger, kleiner Film mit Hang zum Exzessiven. Großartig: Hinrichs und Bach. Ein Hauch Scorsese weht durch die Braunschweiger Szene. mehr
"Späte Aussicht" mit Herbert Knaup, Anna Maria Mühe & Rosemarie Fendel zeigt, wie es oft läuft in deutschen Pflegeheimen. „Der menschlichen Situation wird stets mit Verordnungen begegnet“, sagt Drehbuchautorin Ariela Bogenberger. „Darin spiegelt sich die Verdrängung, die unsere Gesellschaft der letzten Lebensphase und dem Tod entgegenbringt.“ mehr
Klare Worte sind nicht Christianes Fischers Sache und so übernimmt Mutter Luise bald das Kommando im Leben der allein erziehenden Tochter. Hinter „Mama kommt!“ verbirgt sich eine Drohung. So eine besserwisserische Mutter wünscht sich keiner in den eigenen vier Wänden. Trotz Senta Berger ist alles ein Tick zu viel in dieser Mutter-Tochter-Komödie. mehr
Dieses vierte "Solo für Schwarz" von Martin Eigler und Sven Poser, der von einer kaputt gemachten Kinderseele in höchst brutalen, suggestiven Bildern erzählt, ist ein guter Krimi – aber er ist nicht zu gut, um nicht grundsätzliche Fragen stellen zu dürfen: Warum baut das ZDF seinen „Fernsehfilm am Montag“ nach und nach zu einem weiteren Krimitermin aus? Und warum unterliegen eigentlich nur die Privatsender der Freiwilligen Selbstkontrolle?! mehr
Sabine Timoteo ist den Machenschaften der Pharma-Industrie auf der Spur. Als eigenwillige Labor-Schöne sprengt sie den Rahmen dieses spannend-durchschaubaren Genrefilms. mehr
Eine Vergewaltigung in aller Öffentlichkeit geht Bella Block besonders nahe, macht sie aber weniger wütend als nachdenklich. Sie selbst hat die Zeichen der Tat falsch gedeutet. In einem zweiten Fall liebte sich offenbar ein Ehepaar zu Tode. Block ist eine Wahrheitssucherin. Sie will verstehen, weshalb Menschen so schlimme Dinge tun. In Kai Wessels Film gelingt das besonders gut. Die Heldin klagt weniger an als sonst. Einer der besten "Bella Blocks"! mehr
Eine junge Frau ist verschwunden. Eine "Extremistin" in Sachen Liebe, Lust und Leiden. Für Andere waren sie und ihr Freund die reinste Provokation. Ihr Glück und ihr intensiv gelebter Lebensstil erschütterte insbesondere die erstarrte Beziehung des Rentnerehepaars gegenüber. Bald gibt es zwei Geständnisse, aber noch keine Leiche. Grandioses Buch über das Absterben von Gefühlen mit einer komplexen Spiegelungs- & Projektionsarchitektur. Stilistisch perfekt inszeniert. Zwischentonreich gespielt. Eine der besten "Bella Block"-Episoden! mehr
Es wird sauber ermittelt, es gibt die üblichen Verdächtigen und die entsprechenden Milieus werden routiniert und politisch korrekt ausgeleuchtet. Der Fall ist kriminologisch wenig aufregend – deshalb muss die arabische Note ein bisschen für Abwechslung sorgen. mehr
Ein berühmter Filmproduzent wurde erschossen – und viele hätten ein Motiv. Hochglanz-
Krimi mit Ausblick. Psychologische Nullnummer mit aufgesetzt ulkigen Dialogen in gepflegten Interieurs. Gediegener Whodunit mit namhafter Darstellerriege. Müder Familienkrimi! mehr
„Ich trag dich bis ans Ende der Welt“ klingt kitschiger, als diese Degeto-Produktion über weite Strecken ist. Ein Vater und seine erwachsene Tochter kommen sich beim Pilgern näher. Braves Melodram, gediegene Spanien-Bilder, überzeugendes Spiel von Elmar Wepper. mehr
„Sommerlicht“ ist ein Film der vielen (überflüssigen) Worte, ein Film, bei dem einem Kritiker nur die Worte vergehen können. Für so einen Film fehlen die Kategorien. Wo bei den Mängeln anfangen? Jeder dritte Satz ein Aufsager mit einer Information nur für den Zuschauer, jeder plappert vor sich hin und nicht nur die Dramaturgie hat eine wacklige Gangart. Fast alles ist unterirdisch schlecht in diesem Film. Ein solches Machwerk bringt alles in Verruf. Dieser Film schreit nach einer Qualitätskontrolle bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. mehr
„Für immer daheim“ fühlt sich die Ex-Bankerin Maren Bertram in ihrer alten Heimat. Wenn nur nicht ihr Vater, der Hausherr auf einem verschuldeten Gnadenhof, so ein riesiger Hornochse wäre! Heimatfilm-Zeit in der ARD – ein bisschen ins Moderne gewendet, aber dramaturgisch wohlbekannt: Mit dem Sturkopf-Motiv wird die Handlung zum Happy End geschaukelt. Nichts gegen einen echten Heimatfilm – aber dieser halbherzigen Degeto-Produktion fehlt es an Echtheit, an Bodenständigem, an Glaubwürdigkeit. mehr
Ein Ex-Terrorist, der sich vor 20 Jahren nach Italien abgesetzt hat, ist verraten worden. Sinnt jener Amigo Steiger auf Rache oder wird er selbst Opfer eines Komplotts? Lars Becker bekommt alle Schauspieler, nur seinen eigenen Roman „Amigo“ bekommt er dramaturgisch nicht in den Griff. Die Verfilmung seines Krimis von 1991 hat ein Erzählproblem. Lange fragt man sich, was einem dieser Thriller, der einen seltsam kalt lässt, erzählen möchte. Diesem Film fehlt ein Herz, eine Haltung, eine Seele – und ein finaler Spannungsbogen. mehr
1958 war es die große Liebe, doch eine Intrige entzweit das junge Paar. Er entdeckt die Freiheit, sie die Liebe zu Gott. Kann es eine gemeinsame Zukunft geben für den kranken Ex-Roadie und die Ordensfrau? Die ausgedachte Ausgangssituation mit (psycho)logischer Schieflage ist das eine, die Vielzahl zutiefst bewegender, großartig gespielter & inszenierter Szenen, aus denen sich eine Gefühlsspur von großer Wahrhaftigkeit entwickelt, ist das andere. Ganz stark: Froeboess, Habich, Peter Franke & vor allem auch Anna Maria Sturm. mehr
1000 Mal erzählt und doch so noch nicht gesehen - Dank der Traumkulisse Hiddensee und Kameramann Pestov. Es sind die magischen Momente zwischen zwei „Augenmenschen“, die "Der Bernsteinfischer" zu einem atmosphärisch stimmigen Degeto-Melodram machen. mehr
Die eine wäre beinahe im Jugendarrest gelandet, die andere war in der Psychiatrie. „Zimmer mit Tante“ ist eine angenehme Überraschung am Samstagabend. Ein Film, der aus der Reihe tanzt – nicht nur was den Sendeplatz angeht. Zwei Generationen im Nahkampf. Zwei Eigenbrötler auf der Suche nach Nähe, Bestätigung, Liebe. Degeto wegweisend! mehr
Tittelbach.tv empfiehlt: Filme und Serien auf DVD