Wenn man bereit ist, Max Tidof den Wechsel vom Familien-Ekel zum aufrichtig Liebenden abzunehmen, dann ist der Weg frei für 90 amüsante Minuten mit der vordergründigen, wunderbar hochtourigen Läuterungskomödie "Auf der Suche nach dem G-Punkt"! mehr
Ein Fleischfabrikant liegt tot im Kühlhaus. Bei diesem Recherchekrimi um Gammelfleich, Globalisierung und EU-Subventionierungspolitik kann einem die Lust am Fleischessen gehörig vergehen. Ein grundsolider, für Berliner Verhältnisse überdurchschnittlicher „Tatort“. mehr
... und doch sollte die Frage erlaubt sein, ob das ZDF am Montag noch eine weitere Krimi-Reihe etablieren muss: Das Team um Natalia Wörner und die stets hoch motivierte Regisseurin Judith Kennel würde garantiert auch in einem anderen Genre überzeugen. mehr
Ein Toter fährt durch Berlin. Keiner sieht ihn. Und der Geldkoffer, den er bei sich hatte, ist verschwunden. Ist die Ermordung die Rache für das Aufdecken eines Bauskandals, der einige Menschen ruinierte ? Oder ein Familiendrama? Faszinierender als der Krimi-Plot vom „Tatort – Oben und unten“ sind die Ermittlungen in der Unterwelt: dem undurchschaubaren Tunnelsystem unter der Stadt. Gut besetzt, atmospärisch, aber spannungsarm. mehr
Eine Kleinstadt im emotionalen Ausnahmezustand. 23 Jahre liegen zwischen den Lust-Morden an zwei kleinen Mädchen. „Das letzte Schweigen“ führt Opfer, Täter und Ermittler gleichberechtigt nebeneinander – das ist mutig und risikoreich zugleich. Der Debütant Baran bo Odar wollte es offenbar allen zeigen! Filmästhetisch ist das alles interessant und hochwertig. Bei einer Pädophilen-Geschichte allerdings nicht zu wissen, was man erzählen will, ist unverzeihlich. Dem Film, der kein Ende findet, fehlt es nicht an bekannten Namen (es sind zu viele!), dafür fehlen ihm Struktur, Perspektive & vor allem eine Haltung! mehr
Ein Husumer Platzhirsch und eine toughe Berlinerin ermitteln in der nordfriesischen Pampa. "Nordisch herb" ist der Auftakt der neuesten Programmreform des ARD-Vorabends. Ein leichtes Schmunzelkrimi-Format für die geneigte Zielgruppe – sprich: Zuschauer ab 40, die mit ansprechend gemachtem, anspruchslosem Gebrauchsfernsehen die Zeit vor der „Tagesschau“ überbrücken wollen. Mehr "Familien"-Serie als Krimi. Immer dienstags. mehr
Die Saat schien gelegt nach der ersten Folge. "Bei der Riesen-Besetzung und den Klasse-Regisseuren sollte dem ehemaligen Serien-Innovationskanal eine erfolgreiche Ernte in Aussicht stehen", schrieb der Kritiker und irrte gewaltig. "Die Anwälte" floppte bei RTL – später auch in der ARD. Diesen Makel wurde die solide gemachte Anwaltsserie nicht mehr los! mehr
Die Adaption von "Der gestiefelte Kater" bringt alles mit, was eine zeitgemäße Märchen-Umsetzung braucht. Die Geschichte bleibt der Vorlage treu, sorgt aber durch Übertreibungen & ironische Brechungen immer wieder für gerade so viel Distanz, dass kleine und große Zuschauer gleichermaßen auf ihre Kosten kommen. Eine starke Performance von Roman Knižka, aber auch alle anderen Schauspieler überzeugen und die Musik ist großes Kino. mehr
Man muss schon ein notorischer Nörgler sein, um am 25. "Bella-Block"-Fall etwas auszusetzen zu haben. Hannelore Hoger und Peter Simonischek liefern sich ein glänzendes Duell. „Falsche Liebe“ nach Katrin Bühligs Drehbuch ist ein fein reduzierter Krimi, in dem die Seelenlage der überkritisch-pessimistischen Kommissarin und ihres zur Naivität neigenden Lebensabschnittsgefährten kriminalphilosophisch ausgespielt wird. mehr
Das Mädchen und der Kommissar. Sie hat Diamanten unterschlagen, er soll ihr auf die Schliche kommen. Sie bittet um Polizeischutz, er gibt ihr mehr als das. Beide verlieben sich ineinander... „Lösegeld“ steht in der Tradition des französischen Films und der Krimi-Thriller zunehmend im Schatten des Melodramas. Versuchung, Verführung, Lust – und die Wahrheit der Liebe obsiegt über die kriminelle Energie. Maticevic und Tscharre sind eine traumhafte Besetzung. Ein Film voller magischer Momente. Einfach, essentiell und sehr effektiv. mehr
„3x Sex ist das Maximum, alles danach ist eine Beziehung – und die braucht kein Mensch.“ Sexy-Frauchen dreht bei arrogantem Macho-Männchen den Spieß um. Plötzlich will sie nur Sex – und er schmachtet hilflos vor Liebe. „Kein Sex ist auch keine Lösung“ leidet unter dem grundlegenden Missverständnis, aus einer Nummernrevue leidlich witziger Situationen und Typen würden sich eine Dramaturgie und daraus eine unterhaltsame Geschichte ergeben. Stofflich & intellektuell ein Offenbarungseid, schlechter als viele Sat-1-Komödien. mehr
Die beiden Neuen haben ihr Quoten-Soll erfüllt – und sie finden langsam ihre Gangart. Dennoch: was könnte aus dem Leipziger „Tatort“ werden, wenn der MDR weniger nach Kalkül besetzt hätte. Thomalla und Wuttke passen einfach nicht zusammen. mehr
“Wir erzählen weiterhin psychologische Geschichten, die auf dem Land spielen”, betont Redakteurin Ziesche. “Braut in Schwarz” ist einer jener Ein-Dorf-schmiedet-einen-Komplott-
Krimis mit vielen Verdächtigen, bei dem ein Unschuldiger auf der Strecke bleibt. mehr
Sat 1 hatte sich 2007 einiges vorgenommen in Sachen Krimi-Serie. Die amerikanischen Krimis „CSI“ oder „24“ hatten es vorgemacht, das ZDF variierte die modernen Muster des Erzählens mit „Der Kriminalist“ und „KDD – Kriminaldauerdienst“ öffentlich-rechtlich und Sat 1 zog nach „R.I.S. – Die Sprache der Toten“ mit „Deadline – Jede Sekunde zählt“ nach. Leider floppte die hochkarätig besetzte, stark inszenierte und modern fotografierte Serie. mehr
Der abgehalfterte Schlagersänger Hansi Haller versucht ein Comeback in einer Private-Life-Dokusoap, die ihrerseits die letzte Chance ist für eine abgefuckte Boulevard-Journalistin. Die will den Schmalzbarden und sein Eifeler Fan-Dorf gnadenlos vorführen... Bei "Das große Comeback" hat das Comedy-As Mark Werner hingelangt – und Sawatzki gibt grell & grandios die Medien-Schnepfe, Ochsenknecht chargiert göttlich und singt, Valerie Niehaus sorgt für wohligen Romantic-Touch und auch die anderen "geben alles". Ein bisschen Medienkritik, liebevoll der Umgang mit der Schlagerfankultur, völlig gaga mit viel guter La-La-Laune. mehr
Alle brauchen Geld. Doch die Geschichte bleibt belanglos, die gesellschaftspolitischen Bezüge lösen sich rasch in Wohlgefallen auf. Stattdessen begeben sich Familie Teuffel & Co auf Affäre- und Entjungferungskurs, auf Goldtalersuche und Weinblätterraupenjagd. mehr
Schwarze Handschuhe, der Griff nach einem Malermesser, ein Stakkato tödlicher Stiche, Motive und Montage nach Edgar-Wallace-Art. Der neue „Polizeiruf“ aus Halle kommt schnell zur Sache. 40 Sekunden bis zum Mord. Ungewohnt rasant fahren die Herren Schmücke und Schneider dann auch am Tatort vor. Sogar der „Look“ von Halle hat sich verändert. mehr
Ewige Jungs, die ein Mal die Woche die Unterhosen wechseln, treffen auf Großstadt-Beauty mit Gucci-Touch. „Frauen wollen mehr“ ist eine typische Sat-1-Komödie. Eine der besseren. Lustvoll schwingen die Autoren die Klischee-Keule: da werden den Mannsbildern die Leviten gelesen – von wegen ungebildet, unselbstständig, ungepflegt. Der Film besitzt Schwung, Situationskomik, die richtigen Gesichter, erhebt aber keinerlei höheren Ansprüche. mehr
Rosenkrieg in Rosenberg. Die belogene und betrogene Ehefrau des Bürgermeisters fordert ihren Mann als Gegenkandidatin der Opposition heraus. Nett ausgedacht, gut besetzt und recht vergnüglich, aber harmlos ist diese Ehekomödie. Das Happy End ist so unterträglich versöhnlich, dass man sich schon fast lieber auf die Seite der "Nicht-Guten" schlägt. mehr
Der Schlagerstar Alexander Ludwig hatte einen Herzinfarkt und hat keine Erinnerung an die Ereignisse der letzten zehn Jahre. Keine Erinnerung an seine Schnulzen, keine Erinnerung an seine zweite Frau. „Wenn es Ihnen gelingt, etwas mit einer Emotion zu verknüpfen, dann werden Sie sich daran erinnern“, prophezeit die Therapeutin dem Sänger. „Muss ich jetzt bei allem was fühlen?“... Der Jazz als Medium, um die Gefühle zu lenken. Das swingt und fließt leicht und relaxt. Ein Film nicht nur für Fans, Jazz-Fans, Kuhn-Fans, Lohmeyer-Fans etc., aber Fan-Sein erhöht den Spaß an Nicole Weegmanns Film nach Ruth Tomas Buch. mehr