Ich freue mich, zwei Freunde und Kollegen aus dem Umfeld des Grimme-Preises als fernsehfilm-beobachter und Gast-Autoren von tittelbach.tv vorstellen zu können! Volker Bergmeister & Thomas Gehringer werden einige Kritiken im Bereich Krimi übernehmen. mehr
Krimi, Krimi über alles – heißt es ausgerechnet im Karnevalsmonat. Selten so viele gute "Tatorte" am Stück, auch beim "Polizeiruf" in Rostock geht es mächtig zur Sache. Das ZDF startet mit Montags-Krimidramen, "Mord in Ludwigslust" und "Vater Mutter Mörder", bevor es mit einem ausgesprochen sehenswerten Polizeifilm der eigenen Reihe "Nachtschicht" Konkurrenz macht: "Die Braut im Schnee". Zum Lachen gibt es wenig im Februar: "Im Brautkleid meiner Schwester" (Sat 1) kann sich zumindest sehen lassen. Beim Bällchensender macht sich auch noch Alexandra Neldel auf den Weg für "Die Rache der Wanderhure". Zwei kleine Kino-Koproduktionen und drei Serien runden das gelungene (Krimi-)Angebot ab. mehr
Im Programm sind filmhistorisch relevante Kinofilme leicht zu übersehen. tittelbach.tv präsentiert deshalb jeden Monat die Alltime Classics, Filme, die traditionelle Filmgeschichte geschrieben oder die cool und kultig die Popkulturgeschichte maßgeblich geprägt haben.
Die erste Hälfte Februar kommt uns frankophil: Melville, eine Truffaut-Reihe auf Arte, Chabrol, Blier. Zweimal Scarlett Johansson und Hildegard Knef, "Metropolis", "Spur der Steine" sowie der Film-Noir-Klassiker "Goldenes Gift" (OT: "Out of the Past") & Fords Überwestern "Der schwarze Falke" (OT: "The Searchers"). In der zweiten Monatshälfte wird es kultig mit 2 Filmen von John Carpenter, 4 von Hitchcock, mit "Shining", "Basic Instinct", "Ein Fisch namens Wanda", "Reservoir Dogs", "Slumdog Millionär", "Das weiße Band". mehr
Johanna Herz beim Klassentreffen. Danach der Schock: Eine der Freundinnen hat offenbar ihren Sohn umgebracht. Die Kommissarin kann es nicht glauben. Andreas Kleinert hat die Figur für Imogen Kogge endlich erschlossen. Konzentriertes, stimmungsvolles Krimidrama mit einem Grauschleier auf den Seelen & einem ästhetischen Realismus der Extraklasse. mehr
Glückssuche ist in Lars Beckers Komödien meist Geldsache. Zehn Jahre vor „Schade um das schöne Geld“ ließ der Autor-Regisseur in seinem modernen Heimatfilm „Das Gelbe vom Ei“ eine Riege hochkarätiger Schauspieler zu einer launigen Schnurre voller Lokalkolorit und fernsehuntypischer Beiläufigkeit auflaufen. Muntere Komödie um Tauschbeziehungen aller Art – ohne zwerchfellerschütternde Brüller, dafür mit Lakonie und trockenem Mutterwitz. mehr
Mit „Hubert und Staller“ geht die zweite Krimiserie mit regionaler Färbung auf dem Vorabendsendeplatz im Ersten an den Start. Die komödiantische Note wird hier noch deutlicher und vor allem überzeugender in den Vordergrund gerückt als in der Auftaktserie „Nordisch herb“. Im Mittelpunkt stehen zwei bayerischen Streifenpolizisten, die kein Fettnäpfchen auslassen. Gutes Gebrauchsfernsehen, mehr Komödie als Krimi, bestens besetzt, locker und launig – und immer wieder mit leicht schrägen Dialogen gewürzt. mehr
In den letzten Jahren sprengten Krebs- und Leukämie-Dramen immer häufiger den Rahmen des gut gemeinten Themenfilms. „Hauptsache Leben“, „Leben wäre schön“ und „Noch einmal lieben“ sind drei bemerkenswerte und zu Recht preisgekrönte TV-Movies. Also geht man mit einigen Erwartungen an „Die Drachen besiegen“ – und könnte enttäuscht sein. mehr
Fritzi Haberlandt, 34 Jahre alt, geboren in Berlin Ost, zeigte ihre Klasse zunächst auf dem Theater. „Schön sein können andere besser“, sagt sie selbst und lächelt ihr zweideutiges Lächeln. Sie ist keine Frau für den Mainstream. Umso überraschender, dass nach dem Kino nun auch verstärkt das Fernsehen um „Die Merk-Würdige“ buhlt. mehr
Fünf Geschichten, fünf Reisen, 12 Menschen, von denen sich alle mehr oder weniger auf der Suche nach dem Glück befinden. Martin Gypkens dringt in "Nichts als Gespenster" in die Gefühlswelten der Generation Golf. Mit dabei: Maria Simon, August Diehl, Brigitte Hobmeier, Jessica Schwarz, Ina Weisse, Wotan Wilke Möhring, Stipe Erceg & Fritzi Haberlandt. mehr
Anwältin Maria will's wissen. Als sie nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt, schiebt sie ihr Chef aufs Abstellgleis. Sie kündigt, klagt gegen eine Klinik und zieht gegen ihren alten Partner vor Gericht. "Im Alleingang – Die Stunde der Krähen" beginnt wie ein stereotypes TV-Movie, doch der Film fängt sich rasch, belebt das David-gegen-Goliath-Prinzip, setzt sympathisch auf Läuterung und ist mit Stappenbeck, Jaenicke & Zehrfeld gut besetzt. So macht der Gang vor Gericht Laune. Kein behindertengerechtes Behindertendrama. Denkbar als Serie! mehr
"Krauses Kur" von Regisseur Bernd Böhlich folgt der Dramaturgie eines (K)Urlaubs: man ärgert sich, man gewöhnt sich an die Ärgernisse, kommt zur Ruhe, schließt Freundschaften oder verliebt sich und verspricht, nächstes Jahr wiederzukommen. Ein nachdenklicher Wohlfühlfilm im Gewand der Heimatkomödie und mit einem höchst skurrilen Ensemble mehr
Das Label „Heiter bis tödlich“ ist nun in NRW angekommen, im fiktiven Örtchen Büdringhausen. In „Henker und Richter“ begleitet der Zuschauer ein illustres Ensemble ins kleinste Amtsgericht Westfalens. Eine junge, ehrgeizige Staatsanwältin bringt frischen Wind in den Männerverein. Die Serie und ihre Protagonisten kommen schnell zur Sache, obwohl das Ambiente insgesamt eher gemütlich ist. Die originellsten Zwischentöne ergeben sich aus der Enge der Kleinstadt, dem Jeder-kennt-jeden-Prinzip – aber auch die eigensinnige Großmutter sorgt für Abwechslung. Gut routiniert geschrieben, flott inszeniert, bestens besetzt. mehr
Sänger und Dellwo stoßen an die gesellschaftliche Schmerzgrenze. In „Der frühe Abschied“ geht es um den Schutz der Kinder und um überforderte Eltern und um die Aufgeregtheit, die hierzulande bezüglich dieses Themas herrscht. „Das ganze Land sieht doch überall nur noch Kindsmörderinnen“, ärgert sich Sänger. Mehr Drama als Krimi. Hoch emotional! mehr
Ein verheirateter Koch muss sich entscheiden: zweiter Stern oder seine Ehe retten? Die Antwort ist am Freitagabend in der ARD reine Formsache. Das Entscheidende bei „Linda geht tanzen“ ist aber eine andere Form-Sache. Dieses Degeto-Dramolett erzählt eine ganz alltägliche Geschichte und Karola Hattop und Regine Bielefeldt erzählen sie ähnlich, wie das Leben solche Geschichten schreibt. Das ist angenehm undramatisch und dennoch ziemlich kurzweilig. Julia Jäger gefällt als zu vertrocknen drohende Ehefrau, die wieder erblüht. mehr
Die als Action-Comedy-Serie beworbene Produktion sieht so aus, als ob RTL hier partout den grellen Look und das dramaturgische Nichts mittelprächtiger US-Serien der 80er Jahre zu imitieren versucht. Gute Regisseure machen schlechte Action und die Schauspieler nur blöde Gesichter. Laut, aufdringlich, billig! Diese Serie ist vor allem eines: überflüssig! mehr
Ein junger Mann wittert überall Verschwörungen: Er behauptet steif und fest, dass es die Stadt Bielefeld nicht gibt. Bald hat er viele Fans – dann ist er tot. Manni Höch alias Heinrich Schafmeister schaut mal wieder vorbei, kommend aus Bielefeld. Um diesen abgefahrenen Fall, der mehr von einem aufgeregten Freundschaftstreffen hat als von einem klassischen Krimi, goutieren zu können, sollte man am besten ohne eine Erwartungshaltung an den spielerischen, gut besetzten Nonsensfilm rangehen. Oder mal „Die Bielefeld-Verschwörung“ googeln. mehr
Was bisher bei dieser Serie in Hinblick auf die junge Zielgruppe recht passabel gelang, wirkt in der 3. Staffel nur noch bemüht. Die dauerironisch infantile „Anmache“ der Helden nebst peinlichem pseudogewitztem Overacting nervt und die Action ist unter aller Kanone! mehr
Ein Seitensprung des werten Gatten mit der besten Freundin – da heißt es erst mal Wunden lecken, bevor in „Neue Chance zum Glück“ jene neue Chance in Form einer wohligen Familienzusammenführung genutzt wird. Um Heimatgefühl(e) und Selbstfindung geht es in diesem berührend von Sonsee Neu und Jutta Speidel gespielten Drei-Generationen-Dramolett, das voller gegenseitiger Projektionen steckt. Wohlfühlfilm aus der Lebensberatungsecke. mehr
Die Besetzung bleibt das einzige Mysterium dieser ARD-Schmonzette. Die Wellen wogen und die Gräser wiegen sich im Wind. Die Figuren agieren seltsam gehemmt, die erwarteten großen Gefühle, die die See bestens bebildern könnte, bleiben aus. Kein Balsam für die Seele. mehr
“Alpenglühen – Liebe versetzt Berge" ist eine märchenhafte TV-Romanze über eine Almbäuerin, die zum ersten Mal ihr Tal verlässt, und einen Hamburger Fischkopp, dem die unverstellte Tiroler Art das Herz öffnet. Es ist ein Film jenseits von Fernsehwahrscheinlichkeit und Jugendwahn, ein Film, der beweist, dass Schrägheit kein Vorrecht der Jungen ist. mehr
Tittelbach.tv empfiehlt: Filme und Serien auf DVD