Ein nur passabler Fernsehfilm-Mai und doch ein überragender Fiktion-Monat! Die "Debüt-im-Ersten"-Reihe startet, aber auch Arte und das ZDF bringen einige sehr interessante Kino-Koproduktionen. Außerdem: gute Komödien und Wohlfühlfilme – der Frühling macht's möglich. Die Highlights: Josef Hader in "Aufschneider", Charly Hübner in "Unter Nachbarn" und "Der Architekt" von Schauspielerin Ina Weisse. Auch Nicolette Krebitz' zweite Regie-Arbeit hat TV-Premiere. Der absolute Knaller ist Mehmet Kurtulus' "Tatort"-Ausstand! mehr
Festtage für Arthaus- und Kunstfilmfreunde. Auf Arte gibt es eine Pedro-Almodóvar-Werkschau, auf 3sat eine Romy-Schneider-Retrospektive. Außerdem: die Zeitgeist-Raritäten "Der Trip" und "Velvet Goldmine", Orson Welles' "Der Glanz des Hauses Amberson", "Natural Born Killers", Woody Allen, Fassbinder, "Das Piano", "Pulp Fiction", "Up in the Air". mehr
Ich freue mich, zwei Freunde und Kollegen aus dem Umfeld des Grimme-Preises als fernsehfilm-beobachter und Gast-Autoren von tittelbach.tv vorstellen zu können! Volker Bergmeister & Thomas Gehringer werden einige Kritiken im Bereich Krimi übernehmen. mehr
Dieses Mal gibt's einen toten Privatdetektiv, der Fotos geschossen hat, die in der Familie eines Unternehmers nicht gern gesehen sein dürften, ein paar ausgewachsene Kampfhunde, ein vermeintliches Erpressungsszenario & einen zweiten Toten. Außerdem viele gute Gags. mehr
Baal war Brechts erster Bühnenheld, alter ego des Anfang 20jährigen Nachwuchsdramatikers. Matthias Schweighöfer spielt Baal. Er wütet und tobt durch das Loft-Ambiente der Berliner Subkultur, er verletzt mit funkelndem Blick und struppigem Zopf die Herzen, die ihn lieben. Janson remixt den Brecht-Text, indem er wie in der modernen Popmusik Szenen desöfteren unterbricht und die Montage nutzt um einen eigenen Rhythmus zu erzeugen. Hat was! mehr
„Der Tatortreiniger“ ist eine kleine Perle der intelligent-gewitzten Fernsehunterhaltung, die der NDR bislang im Nachtprogramm versteckt hat. Für ein kurzes Gastspiel putzt Bjarne Mädel als der Mann von der SpuBe (Spurenbeseitigung) den Schauplatz eines Verbrechens in der ARD blitzeblank. Punktgenau erzählt, ohne grelle Überzeichnung und mit viel Witz. mehr
„Der Mann mit dem Fagott“ ist kein Spielfilm über die Karriere von Udo Jürgens. Entstanden nach dem gleichnamigen Roman des Sängers, erzählt der Film die bewegte Geschichte der Bockelmanns, dem Clan von Udo Jürgen Bockelmann. Zu einer richtigen Geschichte aber entwickelt sich der Zweiteiler nicht. Die Stationen der Familie werden bunt illustriert und abgearbeitet. Anstatt des "Mannes mit dem Fagott" wartet man auf den Mann am Klavier. Der kommt dann auch, als junger Mann, sehr überzeugend gespielt von David Rott, und als 76-Jähriger: Udo Jürgens selbst. Als Kritiker gibt es viel auszusetzen an dieser "unmöglichen" Romanverfilmung, als (Popkultur-)Fan kann man froh sein, dass es diesen Film gibt. mehr
Buenos Aires, ein Lied, ein Bekenntnis, die Suche nach den eigenen Wurzeln. „Das Lied in mir“ ist ein Selbstfindungsdrama in der Fremde. Die argentinische Hauptstadt, ein pulsierender Moloch, übernimmt gemeinsam mit Jessica Schwarz die Hauptrolle in dem bemerkenswerten Debüt von Florian Cossen. Eine sensible Annäherung an die Zerrissenheit der Hauptfigur. Der Film besticht durch seine konsequente, visuelle Ausrichtung. Den Sinn muss man sich ersehen. Man muss nur Jessica Schwarz in den Moloch Buenos Aires folgen... mehr
Langsam das Erzähltempo, lau die Sozialkritik und gut Brunettis Riecher. Nachdem ihm eine Nonne von mysteriösen Sterbefällen in einem Altenpflegeheim berichtet und sie wenig später im Koma liegt, tritt er der Frau Oberin kräftig auf die Füße. Doch auch der Beichtvater hat einen seltsamen Zug um den Mund und ein Konto in der Schweiz. Die Donna-Leon-Reihe bleibt ein Hochglanz-Kunstprodukt, erträglich nur für den, der das akzeptiert. mehr
Tatort Altenheim. Harald Juhnke, Heinz Schubert und Rosemarie Fendel sind die drei „Silberdisteln“ in dem gleichnamigen, tragikomischen und schwarzhumorigen Regie-Debüt von Schauspieler Udo Wachtveitl. Ein Pfleger ärgert und bevormundet die Alten – und die schlagen eigenwillig zurück. Hinreißend gespieltes Kammerspiel, wunderbar altmodisch! mehr
Degeto-Screwball-Comedy um eine quirlige Weinhändlerin und einen "paragraphenpopligen" Richter, die sich genregemäß näher kommen. Dem durchsichtigen Treiben haben die Autoren Eva und Horst Kummeth reichlich Wortwitz und Situationskomik beigemischt. mehr
Axel Milberg ist „Der Rekordbeobachter“, ein Pedant, der Daten, Zahlen und seine Regeln liebt. Auf der Schäreninsel Föglö kommt er damit nicht weit. Aus dem professionellen Beobachter für das „Buch der Rekorde“ wird in dieser meditativen Landschaft ein Menschenbeobachter, der das Leben für sich neu entdeckt. Dieser Film ist ein Kleinod auf dem ARD-Freitagssendeplatz. Homogen erzählt, mit hübschen Accessoires und einem Axel Milberg, der in dem tonlagenstarken, bestens fotografierten Degeto-Film leise brilliert. mehr
In Wien wohnt der Tod. „Aufschneider“ mit Josef Hader spielt mit diesem Mythos. Keiner kann mit mehr Schmäh, Witz und Sarkasmus das pralle Leben zwischen Leichen erzählen als unsere südlichen Nachbarn. Ein hinreißend schräger und skurriler Spaß um einen ebenso erfolgreichen wie schroffen Pathologiechef, der im Privatleben ein Totalversager ist. Trocken im Witz, doppelbödig und eine ungewöhnliche Fernsehvariante des Pathologenberufs. mehr
Die Folgen der ZDF-Serie „Die letzte Spur“ beginnen nicht mit dem genreüblichen Mord. Diese Berlin-Krimis öffnen sich dadurch stärker dem Drama. Der Zeitfaktor ist noch entscheidender und der moralische Druck für die Kommissare noch größer. Wenn sie gut sind, können sie Leben retten! „Hoffnungskrimis“ nennt „KDD“-Erfinder Orkun Ertener sein neues Serien-Baby. Ein gutes Darsteller-Team, vor allem die Mädels sind angenehm wenig dem TV-Mainstream verpflichtet. Top-Autoren, Top-Regisseure, Top-Gastschauspieler! mehr
„Mauerblümchen“ ist der bislang beste „Tatort“ des neuen MDR-Teams. Endlich hat man sich einmal rausgewagt auf die Straßen von Leipzig. Johannes Fabrick setzt auf die Sinnlichkeit der Schauplätze und auf einen realistischen Bildstil, den die Geschichte von den minderjährigen Tschechinnen, die zur Prostitution genötigt werden, auch benötigt. mehr
Haben vor 30 Jahren der Vater und heute die Mutter den Tod am Engelstein gefunden? Die Heldin ist felsenfest davon überzeugt. Sie ist die Einzige im Dorf. Die Erzählperspektive ist das A&O bei diesem recht spannenden Familiendrama. Stefanie Stappenbeck nimmt einen mit durch diesen Film, der sein "Geheimnis" weitgehend ohne Thriller-Momente enträtselt. Eine gute Besetzung bis in die kleinsten Rollen und die Regie findet den richtigen Flow. mehr
Die Sekretärin eines Bankdirektors ist erschlagen worden – und fünf Menschen kommen als Täter in Frage. „Liebe und Tod“ aus der ZDF-Reihe „Das Duo“ ist ein unterhaltsamer, gut gebauter Whodunit-Krimi voller Referenzspuren, spielerischer, krimineller und sexueller Energie. Und dann ist auch noch Kommissarin Clara Hertz schwanger. Fazit: dichter, klar und flott erzählter Krimi mit starkem Finale, spannenden Charakteren und einer mal eben kurz auftrumpfenden Nina Kunzendorf. Da stört die aufgesetzte Privatgeschichte kaum. mehr
Verwahrlosung, Aggressivität, Tod der Mutter, Kinderheim - eigentlich ein trostloses Szenario, das “Wer küsst schon einen Leguan?“ einem anbietet. Doch der Film ist alles andere als ein dröges Jugendsozialdrama geworden. Das Milieu in Karola Hattops Film wirkt authentisch, die Charaktere sind glaubwürdig und die Dramaturgie ist effektvoll. mehr
In Liebesdingen mangelhaft. Katja Stein hat mal wieder den Falschen erwischt. Ihr frisch gebackener Ehemann betrügt sie – und das ausgerechnet mit ihrer Schwester Karola. Die Weichen sind gestellt. Die attraktive Frau, Anfang 40, ist wieder frei. Und die Nachfolger stehen parat. Aber auch die Schule liefert genügend Unwägbarkeiten. Bisschen sehr viel Drama(tik). Dank eines respektablen Ensembles eine durchaus ansprechende Serie. mehr
Musik kann Grenzen überschreiten, kann Balsam sein – auch im Fernsehfilm. „Mein Song für dich“ hat sich Bekanntes ausgeliehen: die weibliche Tankstellenbesitzerin, das gegensätzliche Paar, das seine Gemeinsamkeiten entdeckt, das Lied, das eine Brücke sein kann, der Lebenstraum in Form eines Wettbewerbs als emotionalisierender Endzweck. Dem Film sieht man sein schmales Budget nicht auf den ersten Blick an. Liebevoll gestaltet er Atmosphäre bildende Nebenstränge und Jeanette Biedermanns Qualitäten werden genutzt. mehr
Tittelbach.tv empfiehlt: Filme und Serien auf DVD